Abgasanalysegerät: Zweck und Qualitätskriterien | Kesselheld

Abgasanalysegerät: Zweck und Qualitätskriterien

Schadstoffmessung mit Abgasanalysegerät
Alle mit Brennstoff betriebenen Heizungen erzeugen Abgase beziehungsweise Emissionen. Der Gesetzgeber hat hierbei aus mehreren Gründen Höchstwerte festgelegt. Der realistische und tatsächliche Schadstoffausstoß einer Heizung muss gemessen werden, um die Betriebserlaubnis zu erlangen und zu behalten.

Ein geeichtes Abgasanalysegerät ist unverzichtbar, um die Anforderungen zu ermitteln und nachzuweisen.

Die Messergebnisse dienen folgenden Ansprüchen und Faktoren:

  • Geringstmögliche Schadstoffabgabe an die Atmosphäre und die Umwelt
  • Effizienz und Effektivität der technischen Anlage
  • Vermeidung gesundheitsbedrohlicher Schadstoffkonzentrationen
  • Schutz der Funktion der technischen Anlage und Verrohrung durch Temperaturanpassung
  • Undichtigkeiten und Fehler im Zugverhalten von Abzug und Schornstein erkennen

Eine vollständige Abgasanalyse bei der Heizung hat, je nach Brennstoff und Heizungstyp etwa 10 Messwerte zu umfassen. Das Abgasanalysemessgerät liefert die Daten, um die rechtlichen Ansprüche nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz zu erfüllen und den Wirkungsgrad der Heizungsanlage gegebenenfalls durch Nachjustieren zu erhöhen.

Abgasanalysegerät und Bundesimmissionsschutzgesetz

Für die Messung der Abgase einer Heizung sind zwei Gesetze ausschlaggebend. Das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchV) regelt neben Schadstoffhöchstwerten die erlaubten Effizienz- und Energieverluste. Ein Abgasanalysegerät muss neben der allgemeinen Bestimmungen auch unzulässige Rückstände beispielsweise bei der Heizölverbrennung erkennen. Letzteres hilft Kaminbrand zu unterbinden.

Als zweites maßgebliches Gesetz verfolgt die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) ähnliche Aufgaben und Ziele. Der Schornsteinfeger überprüft in regelmäßigen Abständen den Abgasgehalt sowie die Betriebs- und die Brandsicherheit der Heizungsanlage. Eventuelle Einschränkungen und Reduzierungen durch Verunreinigungen oder Defekte lassen sich mit dem Abgasanalysegerät ebenfalls ermitteln. Die zu erhebenden Messwerte variieren anlagen- und brennstoffabhängig leicht.

Erforderliche Messwerte

Geeichte und zugelassene Abgasanalysegeräte liefern folgende Werte:

  • Abgastemperatur
  • Temperatur der Zuluftzuführung
  • Taupunkttemperatur
  • Kohlenmonoxidgehalt
  • Kohlendioxidgehalt
  • Sauerstoffgehalt
  • Abgasverlust (Wärmeinhalt zwischen Abgas und Verbrennungsluft bzgl. Heizwert)
  • Staubgehalt
  • Lambda (Restsauerstoffgehalt)
  • Vorhandene Stickoxide (In Deutschland ohne Grenzwert, in der Schweiz reguliert)
  • Schornsteinzug (Druckdifferenz zwischen Abgas- und Außenluft)
  • Rußgehalt

Einige Messwerte hängen von der Art des Brennstoffs ab. Die Staubmessung trifft nur bei festen Brennstoffen wie Holz und Pellets zu. Ölderivate und Rückstände im Abgas werden bei Ölverbrennung meist mit Filterpapier ermittelt. Die vorgegeben Höchst- und Mindestwerte differieren je nach Brennstoff und Heizungstechnik. Abgasverluste werden in Brennwertanlagen nicht kontrolliert. Kohlenmonoxid ist der gefährlichste und giftigste Bestandteil in Abgasen und wirkt schon in niedrigen Konzentrationen tödlich. In Gas- und Ölheizungen sind bei der Abgasanalyse zwei Kohlenmonoxidwerte, verbrannt und unverbrannt, zu messen.

Funktionalität und Sachkenntnis unverzichtbar

Das Messen von Abgaswerten einer Heizungsanlage erfüllt nicht nur gesetzliche Standards, sondern erhöht die Effizienz und Wirtschaftlichkeit und dient dem Schutz von Gesundheit und Leben. Besonders günstige Angebote, die ein Abgasanalysegerät gebraucht anbieten oder zum Mieten offerieren, sollten nur bei ausreichender Sachkenntnis in Anspruch genommen werden. Abgesehen von nicht belastbaren Ergebnissen, die jede Betriebserlaubnis ins Risiko setzen, führen Defekte und Fehlinterpretationen zu konkreten Gefahren.

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Das Alter eines Abgasmessgerätes ist nicht zwingender Indikator, ob es noch verlässliche Daten liefert. Aus der Abschreibungsfrist der Steuergesetzgebung lässt sich eine realistische Nutzungsdauer von Abgasmessgeräten von acht Jahren herleiten.

Qualitätsgeräte von Markenherstellern wie das Abgasanalysegerät Testo 320 Basic Set lassen sich bei aufmerksamer Pflege viele Jahre länger einsetzen. Wichtiges Kaufkriterium sind die Gebrauchs- und Verschleißteile. Sonden sind auszuwechseln und werden von renommierten Herstellern vorgehalten. Wer Abgasanalysegeräte im Test recherchiert, sucht und beurteilt, sollte neben den direkten Features des Gerätes für die Messaufgaben auch die begleitenden technischen und für die Bedienung relevanten Ausstattungsmerkmale berücksichtigen.

Abgasanalysegerät: Kauf- und Qualitätskriterien

Die Analysen von Abgasen und Heizungsanlagen erfolgen oft in schlecht beleuchteten Ecken. Schon die Helligkeit und Qualität des Displays beeinflusst die Handhabung des Gerätes entscheidend. Die Speicherung und Verwaltung der erfassten Daten sollte in großem Umfang möglich sein. Eine Schnittstelle wie USB überträgt die Daten auf einen Computer. Eine aktualisierte Software speichert dann die Messdaten und kann deren Übereinstimmung mit den jeweils gültigen gesetzlichen Regeln abgleichen. Eine intuitive und selbst erklärende Menüführung auf dem Display erlaubt auch erfahrenen Laien, die Messdaten zuzuordnen.

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Komfortable Zusatzausstattungen können integrierte Haltemagnete, eine leicht zu leerende Kondensatfalle und ein Protokolldrucker „on board“ sein. Ein zuverlässiges Abgasanalysegerät einschließlich Zubehör im stoßgeschützten Koffer ist ab 800 Euro erhältlich. Hilfreiche Hinweise für den Kauf kann die Rücksprache mit dem zuständigen Schornsteinfeger bringen.