
Der bekannteste Platz einer Abgasklappe ist der Kaminabzug. Die mit einem Hebel verstellbare Metallklappe reguliert den Abzugsquerschnitt über dem Feuer. Beim Öffnen vergrößert sich der Sog und facht die Flammen an, bei geschlossener Klappe verstärkt sich das Glimmen. Je weiter die Klappe geöffnet ist, desto mehr Wärme des Kaminofens entweicht in den Abzug. Dasselbe Prinzip nutzen geschlossene Heizkreisläufe, um Wärmeverluste zu vermeiden. Wir erklären Funktion, Bauarten und Kosten der Abgasklappe.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Abgasklappe reguliert den Abzug und verhindert bei geschlossener Stellung, dass warme Luft ungenutzt durch den Schornstein entweicht.
- Sie sitzt zwischen Feuerstelle beziehungsweise Brenner und Schornstein und reduziert Wärmeverluste und Emissionen.
- Es gibt manuelle, thermisch-mechanische und motorisch gesteuerte Ausführungen.
- Motorisch gesteuerte Modelle sind teurer, sollten sich aber über die Energieersparnis rechnen.
Reduziert Wärmeverlust und Emissionen
Die Abgasklappe wird zwischen der Feuerstelle, meist dem Brenner, und dem Schornstein montiert. Je nach Heizungsart und Abgasführung sind mehrere Einbaustellen möglich, und auch die Steuerungsart, manuell, halb- oder vollautomatisch, beeinflusst den idealen Einbauort. Nach ihrem Erfinder wird die Abgasklappe auch Diermayerklappe genannt. Ein gut gesteuerter Klappenverschluss reduziert nicht nur den Wärmeverlust, sondern optimiert auch die austretenden Emissionsmengen. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an die Energieeffizienz, wie sie das Gebäudeenergiegesetz vorgibt, ist dieses kleine, unauffällige Bauteil in Heizungssystemen mit Abgasentwicklung heute nicht mehr wegzudenken.
Öffnungs- und Steuerungstechniken
Abgasklappen werden auf drei Arten bewegt und eingestellt:
- Die aus Kaminen bekannte rein manuelle Bedienung kommt nur bei Einzelfeuerstellen wie Zimmeröfen zum Einsatz.
- In geschlossenen Heizkreisläufen werden durch Wärme gesteuerte mechanische Klappen oder motorisch bewegte Modelle verwendet.
- Eine thermische Abgasklappe nutzt das Ausdehnungsverhalten von Bimetallen bei Erwärmung; Voraussetzung sind gebläsefreie Gasbrennanlagen.
Die motorische Abgasklappe eignet sich für alle Verbrennungsheizsysteme und lässt sich flexibel ansteuern. Meist ist der Stellmotor an einen Thermostatfühler angeschlossen und öffnet die Klappe passend zum Brenn- und Heizwärmebedarf.
Sicherung des Luftstroms
Neben der Reduzierung von Wärmeverlust und Emissionen hilft eine fein justierte Abgasklappe bei der Strömungssicherung. In Abgasanlagen trifft Luft unterschiedlicher Temperatur aufeinander, was zu eindringendem Druck oder ungewollten Sogwirkungen führen kann. Im ungünstigsten Fall wird das Brennverhalten des Heizkessels beeinträchtigt. Prallbleche oder eine Blechschürze lenken den Luftstrom um und mindern diesen Effekt. Zusätzlich können Abgasklappen mit Strömungsabtastung Schutzschaltungen auslösen. Spezielle Ausführungen wirken über Bypassklappen gezielt auf den Wärmetauscher ein oder dienen der Luftzuführung.
Anschaffungspreise und Amortisation
- Manuelle und mechanisch betriebene Abgasklappen sind zwischen etwa 50 und 150 Euro erhältlich. Empfehlenswert sind Modelle aus Edelstahl; bei thermomechanischer Betriebsweise sollten zwei voneinander unabhängige Bimetallauslöser vorhanden sein.
- Motorisch gesteuerte Abgasklappen beginnen bei rund 500 Euro. Bekannte Heizungshersteller wie Bosch (früher Junkers), Vaillant und Viessmann bieten integrierte, thermostatgeregelte Abgasklappen an.
Produkte von Spezialherstellern der Klima- und Regeltechnik, etwa Kutzner und Weber, finden sich im Schornstein- und Rauchfangfachhandel. Bei der Auswahl sollte das Wärmesparpotenzial so bemessen sein, dass sich das Bauteil in etwa zwei Betriebsjahren amortisiert.
Wann sich die Abgasklappe besonders lohnt
Der Nutzen einer Abgasklappe hängt stark vom Heizsystem und den Betriebszeiten ab. Bei Anlagen, die häufig zwischen Betrieb und Stillstand wechseln, sind die Verluste über den offenen Abzug in den Stillstandsphasen besonders groß, sodass sich eine automatisch schließende Klappe schnell auszahlt. Bei modernen Brennwertgeräten ist eine solche Klappe oft bereits integriert oder durch die Bauweise weitgehend entbehrlich. Ob eine Nachrüstung sinnvoll ist, sollte daher im Einzelfall mit dem Fachbetrieb geklärt werden, der das Einsparpotenzial abschätzt und die passende Steuerungsart empfiehlt. So lässt sich sicherstellen, dass die Investition tatsächlich Energie und Kosten spart.
Wartung und richtige Bedienung
Damit eine Abgasklappe zuverlässig funktioniert, sollte sie regelmäßig kontrolliert werden. Bei mechanischen und thermischen Klappen können Ablagerungen oder Verschleiß dazu führen, dass sie nicht mehr vollständig öffnen oder schließen. Der Schornsteinfeger prüft die Funktion im Rahmen seiner Tätigkeit mit, und bei der jährlichen Heizungswartung kontrolliert der Fachbetrieb die Klappe und ihre Steuerung. Wichtig ist, dass eine geschlossene Klappe niemals den Abzug bei laufendem Feuer vollständig blockiert, da sonst gefährliche Abgase in den Raum gelangen können. Deshalb sind moderne Klappen so konstruiert, dass ein Mindestquerschnitt erhalten bleibt oder die Klappe an den Brennerbetrieb gekoppelt ist.
Sicherheit geht vor
Gerade bei Feuerstätten für feste Brennstoffe ist der sichere Betrieb der Abgasklappe entscheidend. Bei Kaminöfen darf die Klappe nur so weit geschlossen werden, dass der Rauch weiterhin sicher abziehen kann; ein zu starkes Drosseln führt zu unvollständiger Verbrennung, erhöhtem Kohlenmonoxidausstoß und Rußbildung. In geschlossenen Heizungsanlagen übernimmt die Steuerung diese Aufgabe automatisch und stimmt die Klappenstellung auf den Betrieb ab. Wer eine Abgasklappe nachrüsten möchte, sollte dies daher stets vom Fachbetrieb ausführen und abnehmen lassen, damit die Anlage sicher arbeitet und die Vorgaben des Schornsteinfegers eingehalten werden.
Fazit
Die Abgasklappe ist ein kleines, aber wirkungsvolles Bauteil, das Wärmeverluste über den Schornstein verringert und die Emissionen optimiert. Je nach System kommen manuelle, thermisch-mechanische oder motorische Ausführungen infrage, wobei letztere teurer sind, sich aber über die Ersparnis rechnen sollten. Ihren größten Nutzen entfaltet die Klappe bei Anlagen mit häufigen Stillstandsphasen. Ob eine Nachrüstung lohnt, hängt vom Heizsystem ab und sollte mit einem Fachbetrieb abgestimmt werden, damit sich die Investition innerhalb weniger Jahre amortisiert.
