Anhydritestrich: Der etwas andere Heizestrich

anhydritestrich
In trockenen Innenräumen kommen Anhydritestriche statt Zementvarianten zum Einsatz. Im Vergleich zu Zement ist dieser Heizestrich zwar weniger belastbar, jedoch für Privathaushalte ideal geeignet.

Im Gegenzug erhält der Bauherr mit dem Anhydritestrich eine verarbeitungsfreundlichere Bodenbefestigung.

Was ist ein Anhydritestrich?

Beim Bestandteil Anhydrit handelt es sich um das chemische Mineral Kalziumsulfat. Es verursacht bei der Verbindung mit Wasser die Ausbildung von Gips, die zusammen mit dem Trägerstoff den Anhydritestrich ausbildet. Daraus ergibt sich auch die Empfindlichkeit gegen einwirkende Feuchtigkeit und Nässe. Hingegen in Nassräumen, wie zum Beispiel Badezimmern, versiegelt der Fachmann gegen Feuchtigkeits- und Wasserberührung. Für Außenbereiche ist er nicht geeignet.

Anwendung findet der Estrich vor allem bei der Verlegung einer Fußbodenheizung oder Flächenheizung.

Bestandteile und Eigenschaften

Wie herkömmlicher Estrich besteht der Anhydritestrich aus drei Komponenten. Zum Trägerstoff Kalkstein- oder Quarzsand kommt Wasser und als Bindemittel Anhydrit beziehungsweise Kalziumsulfat. Der Trägerstoff weist maximale Körnungsgrößen von acht Millimetern auf.

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Leitfähigkeit des Estrichs

Wenn ein Heizestrich entstehen soll, wird er einfach über die ausgelegten Heizrohre gegossen. Die Wärmeleitfähigkeit des Estrichs liegt zwischen zwanzig und dreißig Prozent über der Leitfähigkeit von Zement. Durch die geringere Aufbauhöhe über den Heizleitungen beschleunigt sich die Wärmeabgabe zusätzlich.

Darüber hinaus ist das Schwindverhalten beim Austrocknen vernachlässigbar, sodass der frisch eingebrachte Estrich durch „Anschalten“ der Heizungssysteme schneller trocknet.

In den meisten Fällen wird Anhydrit Fließestrich aufgebracht. Der angerührte Estrich wird in zähfließender Form auf den Boden gegossen. Er gleicht sich durch die Fließbewegung aus und nivelliert sich von selbst. Maßgeblich für die Estrichverlegung ist der Wärmedurchlasswiderstand.

Preise und Verarbeitungskosten

Der Gips führt zu hoher Saugfähigkeit und mittlerer Belastungsfähigkeit. Daher ist eine Verkehrslastberechnung zwingende bautechnische Planungsvoraussetzung. Wenn der Estrich „nackt“ genutzt werden soll, sind eine Tiefengrundierung und eine Versiegelung erforderlich.

Kostenpunkt Anhydritestrich

Der Preis setzt sich aus den Material- und Arbeitskosten zusammen. Der Einkaufspreis für das Material liegt durchschnittlich etwa dreißig Prozent über dem von Zement. Die schnelle Trocknungszeit von Antihydritestrich von etwa einer Woche und der Wegfall einer Nachbearbeitung hat kostensenkenden Einfluss auf die Arbeitskosten.

Dazu kommt die sehr schnelle Aufbringung als Fließestrich. Auf den Quadratmeter umgelegt kann die Estrichverlegung einschließlich Anhydritestrich trocknen mit 20 bis 30 Euro kalkuliert werden. Je größer die Fläche ist, desto stärker sinkt der Quadratmeterpreis.

Aufbau- und Dekorvarianten

Beim Ausgießen und Anlegen des Estrichs entsteht auf der Oberfläche eine sogenannte Sinterschicht. Soll der Estrich nur als Unterbau beispielsweise für das Belegen mit Fliesen dienen, kann die Schicht stehen gelassen werden. Um einen Dekorestrich zu erschaffen, wird der Anhydritestrich mit Schleifen „aufs Korn“ davon befreit.

Die Grundfarbe des Estrichs kann bereits durch die Wahl des Trägerstoffs beziehungsweise Sands beeinflusst werden.

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Farbvarianten

Graue und beige Farbtöne sind in breiter Palette auswählbar. Durch Farbpigmentzugaben sind fast alle denkbaren Färbungen umzusetzen. Eine Versiegelung unterstützt sowohl Farbintensität als auch Glanzverhalten. Auch matte Siegelmittel sorgen für eher stumpfe Beschaffenheit, glänzende Mittel verstärken die Farbwirkungen.

Boden im Verbundaufbau

Je nach Zusammensetzung vom Anhydritestrich fließt er von allein oder wird durch spezielle Verstreichwerkzeuge verteilt. Nach dem Trocknen heben sich die Ränder des Estrichs nicht an, wie es bei Zementestrichen der Fall ist. Das sogenannte Schlüsseln fällt weg. Des Weiteren ist Estrich auch in Verbundform schwimmend verlegbar. Beim Heizungsrohre verlegen muss somit das Rohr vor Bewegung durch den flüssigen Estrich gesichert werden.

Für den Komplettaufbau von Bodenbefestigungen sind Richtpreise zwischen dreißig und fünfzig Euro pro Quadratmeter üblich.