Anlegethermostat: Funktionsweise, Einsatzbereiche & Preise

Viessmann Anlegethermostat

Abbildung: Viessmann Werke

Im störungsfreien Betrieb einer Heizungsanlage übernehmen Vorlauftemperaturbegrenzer die Aufgabe, die Heizintervalle zu steuern. Das setzt allerdings voraus, dass alle Bauteile im Zirkulationssystem und dem Wärmeliefergerät einwandfrei funktionieren. Für das Absichern auch bei systembedingten Störungen ist ein Anlegethermostat als Überwachungseinheit empfehlenswert.

Neben der reinen „Abtastfunktion“ eignet er sich für eine differenzierte Temperaturregelung. Das Thermostat dient zum Auslösen der Ab- oder Zuschaltung von anderen Bauteilen. Messergebnissen und Werten als Ursache werden gezielt Auswirkungen nach dem Prinzip „wenn, dann“ zugeordnet. Je nach Anschlussart und Schaltung kann das Thermostat die Vorlauftemperatur steuern oder Bauteile wie eine Heizungspumpe ab- und zuschalten.

Gerät und Sonde können getrennt montiert werden

Die Funktionsweise und die Montage eines Anlegethermostates sind verhältnismäßig einfach. Ein Fühler wird an der gewünschten Rohrleitungsstelle aufgebracht. Das Thermostat selber besteht aus einem Gehäuse, das mit seinen Ausmaßen ca. einem Brillenetui entspricht. Um eine flexible Platzierung bezüglich Anbringungsmöglichkeit, Erreichbarkeit und Sichtbarkeit zu ermöglichen, ist ein Anlegethermostat mit Fernfühler empfehlenswert.

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Wie von herkömmlichen drehbaren Heizkörperthermostaten in runder Form bekannt, kann der messende Sondenkopf mehrere Meter von der Steuereinheit entfernt montiert werden. Dadurch werden auch Quellen für Messwertverfälschungen ausgeschlossen, die durch unzureichende Kontakt- und Platzierungsfähigkeit entstehen können.

Bedingungen für das präzise Messen

Die Effektivität und Zuverlässigkeit des Anlegethermostat steht und fällt mit der sachgerechten Anbringung des Messkontaktes. Neben der aussagekräftigen „richtigen“ Stelle einer Leitungs- beziehungsweise Rohrinstallation muss der Kontakt über optimale Leitfähigkeit verfügen. Ein Anlegethermostat nimmt die Ist-Temperatur vom blanken Metallführungsrohr ab.

Um die widerstandslose Temperaturübergabe zu unterstützen, sollte zusätzlich Wärmeleitpaste zwischen Fühler und Rohr aufgebracht werden.

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Unverzichtbar ist die vollkommene Sauberkeit des Rohrs. Auch kleinste Spuren von beispielsweise Dämmungsresten wie klebende Fasern müssen rückstandslos entfernt sein. Im Zweifelsfall hilft ein Blankfeilen der Anlegestelle vor der Montage.

Einstellungen und Schaltungsmöglichkeiten

Die meisten Anlegethermostate verfügen über eine Bimetallschaltung, die beim Erreichen voreingestellte Temperaturwerte auslöst. Als zu schaltende Bauteile kommen in erster Linie die Zirkulationspumpe oder die Umwälzpumpe in Betracht. Sie werden je nach Temperaturentwicklung ab- oder zugeschaltet. Je nach Empfindlichkeit des Thermostat und Steuerungsfunktionen der Pumpen können auch stufen- und etappenweise Schaltungen realisiert werden.

Eine besondere Bedeutung kommt dem Anlegethermostat für die Fußbodenheizung zu. Sachgerecht montiert „meldet“ er unerwünschte oder fehlerhafte Temperaturentwicklungen an der gewählten Messstelle. Da sich in einer Fußbodenheizung viele Meter Wärmelauflänge, oft in mehreren parallelen Kreisläufen, befinden, sind Fehleinstellungen schneller zu bemerken.

Anlegethermostat: Hersteller und Preise

Ein modernes Anlegethermostat kann in der Konstruktionsweise stark variieren. Die Modelle reichen von einfachen Drehkopfregelungen bis zu digitalen Displayeinheiten. Je nach Messaufgabe kann ein Proportional- oder ein Zweipunktregler gewählt werden. Alle renommierten Heizungshersteller bieten auf ihre Anlagen ausgelegte Geräte an.

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Spezialhersteller bieten auch als Rohranlegeregler oder ähnlich bezeichneten Gerätenamen Thermostate zwischen 10 und 20 Euro pro Stück an. Funkbedienungen, digitale Programmierung und Mehrfachmesspunkte sind ab etwa 100 Euro erhältlich.