Viessmann Anlegethermostat Abbildung: Viessmann Werke

Im störungsfreien Betrieb einer Heizungsanlage steuern Vorlauftemperaturbegrenzer die Heizintervalle. Das setzt voraus, dass alle Bauteile einwandfrei arbeiten. Um die Anlage auch bei Störungen abzusichern, ist ein Anlegethermostat als Überwachungseinheit empfehlenswert. Neben der reinen Messfunktion eignet er sich für eine differenzierte Temperaturregelung: Je nach Anschluss steuert er die Vorlauftemperatur oder schaltet Bauteile wie eine Heizungspumpe ab und zu. Wir erklären Funktionsweise, Einsatzbereiche und Preise.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Anlegethermostat misst die Temperatur an einer Rohrleitung und schaltet abhängig davon Bauteile wie Pumpen ab oder zu.
  • Für präzise Messungen muss der Fühler sauber und mit gutem Kontakt am blanken Metallrohr angebracht sein.
  • Modelle mit Fernfühler erlauben eine flexible Platzierung der Steuereinheit.
  • Einfache Geräte kosten etwa 10 bis 30 Euro, digitale Varianten mit Funk ab rund 100 Euro.

Gerät und Sonde können getrennt montiert werden

Funktion und Montage eines Anlegethermostats sind vergleichsweise einfach. Ein Fühler wird an der gewünschten Stelle der Rohrleitung angebracht, das Thermostat selbst besteht aus einem kleinen Gehäuse. Für eine flexible Platzierung ist ein Anlegethermostat mit Fernfühler empfehlenswert: Wie von runden Heizkörperthermostaten bekannt, kann der Sondenkopf mehrere Meter von der Steuereinheit entfernt sitzen. Das schließt Messfehler aus, die durch schlechte Erreichbarkeit oder ungünstige Platzierung entstehen könnten.

Bedingungen für präzises Messen

Die Zuverlässigkeit des Anlegethermostats steht und fällt mit der sachgerechten Anbringung des Messkontakts. Neben der richtigen Stelle an der Rohrleitung muss der Kontakt eine optimale Wärmeleitung bieten, denn das Thermostat nimmt die Ist-Temperatur vom blanken Metallrohr ab. Um die Temperaturübergabe zu unterstützen, sollte Wärmeleitpaste zwischen Fühler und Rohr aufgetragen werden. Unverzichtbar ist die vollständige Sauberkeit des Rohrs. Selbst kleinste Rückstände von Dämmung müssen entfernt werden. Im Zweifel hilft ein Blankfeilen der Anlegestelle vor der Montage.

Einstellungen und Schaltungsmöglichkeiten

Die meisten Anlegethermostate arbeiten mit einer Bimetallschaltung, die beim Erreichen voreingestellter Temperaturen auslöst. Geschaltet werden vor allem die Zirkulationspumpe oder die Umwälzpumpe. Je nach Empfindlichkeit sind auch stufenweise Schaltungen möglich. Eine besondere Bedeutung hat der Anlegethermostat für die Fußbodenheizung: Sachgerecht montiert meldet er unerwünschte Temperaturentwicklungen an der Messstelle, was gerade bei den langen Rohrleitungen einer Fußbodenheizung hilfreich ist, um Fehleinstellungen früh zu erkennen und die zulässige Temperatur nicht zu überschreiten.

Hersteller und Preise

Anlegethermostate reichen von einfachen Drehkopfreglern bis zu digitalen Displaygeräten. Je nach Aufgabe kommt ein Zweipunkt- oder ein Proportionalregler zum Einsatz. Alle renommierten Heizungshersteller bieten passende Geräte an. Eine Übersicht typischer Modelle:

Abbildung

Bezeichnung

Temperaturbereich

Preis

Computherm WPR-90 GD Anlegethermostat Computherm WPR-90 GD 10 bis 90 Grad Celsius ab etwa 12 Euro
Vaillant Anlegethermostat Vaillant 009642 10 bis 90 Grad Celsius ab etwa 32 Euro
Salus CT100 Anlegethermostat Salus CT100 30 bis 90 Grad Celsius ab etwa 17 Euro
Watts Anlegethermostat Watts TC/N-RE 30 bis 90 Grad Celsius ab etwa 20 Euro

Spezialhersteller bieten einfache Rohranlegeregler zwischen 10 und 20 Euro an. Funkbedienung, digitale Programmierung und mehrere Messpunkte sind ab etwa 100 Euro erhältlich.

Einbau und typische Fehler

Der häufigste Grund für ungenaue Werte ist ein schlecht angebrachter Fühler. Sitzt er an einer ungünstigen Stelle, an einem verschmutzten Rohr oder ohne Wärmeleitpaste, weichen die Messwerte ab und die Schaltvorgänge erfolgen zu früh oder zu spät. Wichtig ist außerdem, dass die eingestellten Schwellenwerte zur Anlage passen, damit die Pumpe im richtigen Temperaturfenster arbeitet. Da ein falsch montierter oder eingestellter Anlegethermostat den Nutzen zunichtemacht, empfiehlt sich bei Unsicherheit die Montage durch einen Fachbetrieb.

Einsatzbereiche im Überblick

Anlegethermostate werden an vielen Stellen der Heizungsanlage eingesetzt. Häufig steuern sie die Zirkulationspumpe, die das Warmwasser im Leitungsnetz in Bewegung hält, und schalten sie temperaturabhängig ab, um Energie zu sparen. An Festbrennstoffkesseln überwachen sie die Kesseltemperatur und schalten die Pumpe erst zu, wenn eine Mindesttemperatur erreicht ist, was Korrosion durch Unterschreiten des Taupunkts vermeidet. Bei der Fußbodenheizung dienen sie als zusätzliche Sicherheit gegen zu hohe Vorlauftemperaturen, die den Bodenaufbau schädigen könnten. In all diesen Fällen ist der Anlegethermostat ein einfaches, aber wirkungsvolles Bauteil, das den Betrieb sicherer und effizienter macht.

Fazit

Der Anlegethermostat ist ein kostengünstiges, aber wirkungsvolles Bauteil, das die Temperatur an der Rohrleitung überwacht und daraufhin Pumpen oder andere Komponenten steuert. Entscheidend für die Zuverlässigkeit ist die sachgerechte Montage des Fühlers am sauberen Metallrohr, idealerweise mit Wärmeleitpaste. Gerade für Zirkulationspumpen und Fußbodenheizungen leistet er gute Dienste. Wer auf einen guten Kontakt und passende Einstellungen achtet, erhält mit dem Anlegethermostat eine einfache und preiswerte Möglichkeit, die Heizungsanlage sicher und effizient zu regeln.

Zusammengefasst ist der Anlegethermostat ein kleines, günstiges Bauteil mit großer Wirkung: Richtig montiert und eingestellt, sorgt er dafür, dass Pumpen und andere Komponenten nur dann laufen, wenn es sinnvoll ist. Das spart Energie, schützt die Anlage und erhöht die Betriebssicherheit. Wer bei Montage und Einstellung sorgfältig vorgeht oder einen Fachbetrieb hinzuzieht, holt das Beste aus diesem unscheinbaren, aber nützlichen Regelbauteil heraus.

Bei der Auswahl sollten Sie zudem auf einen zum Temperaturbereich Ihrer Anlage passenden Regelbereich und, wenn nötig, auf einen Fernfühler achten. So lässt sich der Anlegethermostat flexibel platzieren und exakt auf die jeweilige Aufgabe abstimmen.

So einfach das Bauteil auch ist, sein Nutzen steht und fällt mit der sorgfältigen Ausführung. Etwas Zeit bei Montage und Einstellung zahlt sich durch einen zuverlässigen und sparsamen Betrieb der Heizungsanlage aus.