Wer ein BHKW kaufen möchte, steht vor der Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Sie ergibt sich aus den Anschaffungs- und den Betriebskosten. Neben dem Blockheizkraftwerk selbst sind zusätzliche Bauteile wie ein Pufferspeicher nötig, und auch Anschlüsse sowie bauliche Maßnahmen erhöhen die Gesamtkosten. Für ein Einfamilienhaus fallen für Gerät und Installation meist rund 8.000 bis 15.000 Euro an. Wir zeigen, wie Sie die Wirtschaftlichkeit berechnen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Wirtschaftlichkeit eines BHKW hängt vor allem von den jährlichen Betriebsstunden ab.
- Anzustreben sind mindestens etwa 3.000 bis 5.000 Betriebsstunden pro Jahr.
- Für den erzeugten Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung gibt es einen Zuschlag nach dem KWK-Gesetz.
- Die Amortisationszeit liegt im Einfamilienhaus meist bei rund fünf bis sechs Jahren.
Betriebskosten im Überblick
Auch wenn die Wirtschaftlichkeit immer individuell zu berechnen ist, lassen sich einige Faustregeln nennen:
- Je höher die Betriebszeiten, desto schneller rechnet sich die Investition.
- Angestrebt werden sollten mindestens rund 3.000 bis 5.000 Betriebsstunden pro Jahr.
- Die Betriebskosten hängen eng mit der Leistung des BHKW zusammen.
- Bei kleinen Modellen sind je Kilowattstunde etwa 2,5 bis 3 Cent einzukalkulieren.
- Bei großen BHKW liegen die Werte bei etwa 1,5 bis 2 Cent pro Kilowattstunde.
Zu beachten ist, dass meist zusätzlicher Strom zugekauft werden muss, weil das BHKW zeitweise zu wenig produziert oder die Erzeugung nicht mit den Verbrauchsspitzen zusammenfällt.
Förderung verbessert die Wirtschaftlichkeit
Für den in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten Strom gibt es einen Zuschlag nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, sofern die Anlage die Voraussetzungen erfüllt und zugelassen ist. Dieser KWK-Zuschlag ist für motorbetriebene BHKW der zentrale Förderbaustein und wird sowohl für eingespeisten als auch für selbst genutzten Strom gewährt. Ein Investitionszuschuss über die Bundesförderung ist dagegen den Brennstoffzellen-Heizgeräten vorbehalten. Wichtig ist, die nötigen Anträge und Zulassungen rechtzeitig, in der Regel vor Inbetriebnahme, zu stellen. Da sich Förderbedingungen ändern können, sollten die aktuellen Konditionen vor dem Kauf geprüft werden.
Wovon die Wirtschaftlichkeit abhängt
Die Wirtschaftlichkeit lässt sich aus zwei Blickwinkeln betrachten. Zum einen ermitteln Sie, welche monatlichen Kosten Sie durch die Modernisierung einsparen. Daraus ergibt sich, wann sich die Investition amortisiert hat. Im Mittel liegt die Amortisationszeit im Einfamilienhaus bei rund fünf bis sechs Jahren; unter besonders günstigen Bedingungen kann sie sich auf etwa vier Jahre verkürzen. Als wirtschaftlich gilt eine Investition bereits bei Amortisationszeiten unter zehn Jahren. Entscheidend sind ein möglichst hoher Eigenverbrauch des erzeugten Stroms und viele Betriebsstunden, weshalb sich ein BHKW vor allem bei gleichmäßigem, ganzjährigem Wärme- und Strombedarf lohnt.
Beispielrechnung
Zur Veranschaulichung ein vereinfachtes Beispiel für ein BHKW mit einem Kubikmeter Erdgas:
- Das BHKW hat einen Nutzungsgrad von 90 Prozent.
- Aus 1 m³ Erdgas entstehen etwa 6 kWh Wärme und 3 kWh Strom.
- Für die 3 kWh Strom lassen sich bei einem angesetzten Wert von rund 15 Cent je kWh etwa 45 Cent ansetzen.
- Über die Energiesteuerentlastung kommt ein weiterer Betrag hinzu, der die Rechnung verbessert.
- So lässt sich mit einem Kubikmeter Erdgas ein Ertrag von rund 50 Cent erzielen.
- Bei einem angenommenen Gaspreis verbleiben für die 6 kWh Wärme nur geringe Kosten, was rechnerisch einem sehr niedrigen Wärmepreis entspricht.
Die konkreten Werte hängen von den aktuellen Gas- und Strompreisen ab, die sich deutlich verändert haben. Die Rechnung zeigt jedoch das Grundprinzip: Der gleichzeitig erzeugte, möglichst selbst genutzte Strom macht die eingesetzte Energie besonders wertvoll.
Worauf beim Kauf zu achten ist
Vor dem Kauf sollte eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung stehen, die den tatsächlichen Wärme- und Strombedarf, die Betriebsstunden und die aktuellen Energiepreise berücksichtigt. Ein BHKW lohnt sich vor allem dort, wo über das Jahr gleichmäßig Wärme und Strom benötigt werden, etwa in größeren Wohngebäuden oder Betrieben. Wichtig sind ein hoher Wirkungsgrad, ein passend dimensionierter Pufferspeicher und ein möglichst hoher Eigenverbrauch des Stroms. Auch die Wartungskosten, die von den Betriebsstunden abhängen, gehören in die Rechnung. Ein Fachbetrieb kann die Anlage auslegen und die Wirtschaftlichkeit für den konkreten Fall durchrechnen. So lässt sich abschätzen, ob und wann sich die Investition rentiert.
Eigenverbrauch als Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit
Ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit eines BHKW ist der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms. Selbst genutzter Strom ist deutlich mehr wert als eingespeister, da er teuren Netzbezug ersetzt, während die Einspeisevergütung meist niedriger ausfällt. Deshalb lohnt sich ein BHKW besonders dort, wo über den Tag verteilt gleichmäßig Strom benötigt wird. Ein Pufferspeicher hilft, die erzeugte Wärme zwischenzuspeichern und das BHKW dann laufen zu lassen, wenn der Strom im Haus gebraucht wird. Auch die Kombination mit einem Stromspeicher oder mit Verbrauchern wie einer Wärmepumpe oder einem Elektroauto kann den Eigenverbrauch erhöhen und die Wirtschaftlichkeit verbessern.
Alternativen im Blick behalten
Vor dem Kauf eines BHKW lohnt sich der Vergleich mit anderen Heizsystemen. Ein BHKW spielt seine Stärken nur bei hohem, gleichmäßigem Wärme- und Strombedarf aus; in gut gedämmten Einfamilienhäusern mit geringem Wärmebedarf erreicht es oft nicht genügend Betriebsstunden, um wirtschaftlich zu sein. In solchen Fällen kann eine Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage die bessere Lösung sein. Für Gebäude mit hohem Bedarf, etwa größere Mehrfamilienhäuser oder Gewerbe, bleibt das BHKW dagegen attraktiv. Eine sorgfältige, individuelle Berechnung durch einen Fachbetrieb, die den tatsächlichen Bedarf und die aktuellen Preise berücksichtigt, ist daher die beste Grundlage für die Kaufentscheidung.
Fazit
Ob sich der Kauf eines BHKW lohnt, entscheidet vor allem die Auslastung: Je mehr Betriebsstunden und je höher der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms, desto schneller amortisiert sich die Investition, im Einfamilienhaus meist in rund fünf bis sechs Jahren. Der KWK-Zuschlag verbessert die Wirtschaftlichkeit, während ein Investitionszuschuss den Brennstoffzellen vorbehalten ist. Da die konkreten Zahlen stark von Energiepreisen und Verbrauch abhängen, ist eine individuelle Berechnung durch einen Fachbetrieb der beste Weg, um die Rentabilität eines BHKW zuverlässig einzuschätzen.
