BHKW kaufen: So berechnen Sie die Wirtschaftlichkeit

Wer ein BHKW kaufen möchte, dem stellt sich die entscheidende Frage nach der Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage. Der Wirtschaftlichkeitsberechnung liegen die Anschaffungskosten und die Betriebskosten zugrunde. Sie benötigen neben dem Blockheizkraftwerk selbst verschiedene zusätzliche Bauteile wie beispielsweise den Pufferspeicher zur Speicherung der erzeugten Energie. Anschlüsse sowie erforderliche bauliche Maßnahmen erhöhen die Gesamtkosten.

Für ein Blockheizkraftwerk in einem Einfamilienhaus fallen Gesamtkosten in Höhe von 8.000 bis 15.000 Euro für die Installation und das Gerät selbst an. Deutlich komplexer gestalten sich die laufenden Kosten wie die folgende Grafik zeigt:

wirtschaftlichkeit bhkw

Betriebskosten im Überblick

Auch wenn die Wirtschaftlichkeitsberechnung eines BHKW immer individuell erfolgen sollte, lassen sich folgende Faustregeln definieren:

  • Je höher die Betriebszeiten sind, desto schneller hat sich die Investition gelohnt
  • Wenn Sie ein BHKW kaufen, dann sollten Sie eine Auslastung von mindestens 3.000 bis 5.000 Betriebsstunden pro Jahr anstreben
  • Die Betriebskosten stehen in engem Zusammenhang mit der Leistung des BHKWs
  • Handelt es sich um ein kleines Modell, dann müssen pro kWh 2,5 bis 3 Cent einkalkulieren
  • Im Falle von großen BHKWs kann mit 1,5 bis 2 Cent pro Kilowattstunde kalkuliert werden
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Beachten Sie, dass meistens zusätzlicher Strom gekauft werden muss, da entweder zu wenig Strom produziert wird oder weil Überkapazitäten an Strom nicht mit den Spitzenlastzeiten des Verbrauchs übereinstimmen müssen.

Fördergelder verbessern die Wirtschaftlichkeit eines BHKW

Die KfW fördert erneuerbare Energien, wozu unter Erfüllung der entsprechenden Bedingungen auch das BHKW gezählt werden kann. Zu den Antragsberechtigten gehören unter anderem:

  • Landwirte
  • Privatpersonen
  • Freiberufler
  • gemeinnützige Organisationen
  • Unternehmen

Tipp: Der Antrag bei der KfW muss vor der Investition durch die Hausbank gestellt werden. Für die Bewilligung von Fördermitteln ist es demnach wichtig, dass der Eigentümer den Antrag noch vor dem Kauf der Anlage stellt. Bestehende BHKWs können nicht gefördert werden. Besprechen Sie gegebenenfalls mit Ihrer Hausbank, ob eine Zwischenfinanzierung möglich ist, um Fristen einzuhalten.

Von welchen Faktoren ist die Wirtschaftlichkeit eines Mini BHKW abhängig?

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung für ein Blockheizkraftwerk kann aus zwei verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden. Zum einen ermitteln Sie, welche monatlichen Kosten Sie durch die Modernisierung einsparen. Aus dieser Rechnung ergibt sich der zweite Aspekt für das Berechnen der Wirtschaftlichkeit eines BHKW: Sie können ermitteln, wann sich die Investitionskosten amortisiert haben.

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Im Mittel können Eigentümer bei der Installation in einem Einfamilienhaus von einer Amortisationszeit von rund 5 bis 6 Jahren ausgehen. Liegen in Bezug auf den Verbrauch und die Wirtschaftlichkeit besonders günstige Bedingungen vor, dann kann sich diese Zeit gegebenenfalls auf 4 Jahre verkürzen. Von einer wirtschaftlichen Investition wird bereits bei Zeiten unterhalb von 10 Jahren gesprochen.

Eine Beispielrechnung

Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass das BHKW exemplarisch mit einem Kubikmeter Erdgas beziehungsweise einem Liter Heizöl betrieben wird:

  • Das BHKW soll einen Nutzungsgrad von 90 Prozent aufweisen
  • In diesem Fall wandeln Sie 1 m³ Erdgas in 6 kWh Wärme und 3 kWh Strom um
  • Für die 3 kWh Strom können Sie bei einem angesetzten Strompreis von 15 Cent/pro kWh, wobei es sich um einen Mittelwert für den Strombezug abzüglich der Rückspeisung handelt, mit 45 Cent kalkulieren
  • Durch die Mineralölsteuerrückerstattung erhalten Sie vom Hauptzollamt weitere 5,5 Cent, welche die Rechnung begünstigen
  • Durch das BHKW konnten Sie 50 Cent mit einem m³ Erdgas erwirtschaften
  • Setzen wir einen Gaspreis von 60 Cent pro m³ an, dann müssen Sie 10 Cent für die erzeugten 6 kWh Wärme bezahlen, was rund 2 Cent pro kWh Wärme entspricht