Sie betreiben eine Gastherme zum Heizen und für Warmwasser, heizen mit offenem Kamin oder nutzen einen Gasherd? Dann lohnt es sich, die Raumluft im Blick zu behalten. Rund um das Thema kursiert der Begriff CO2 Melder, doch beim Schutz vor gefährlichen Verbrennungsgasen kommt es auf eine wichtige Unterscheidung an. Dieser Beitrag erklärt den Unterschied zwischen einem CO2 Melder und einem Kohlenmonoxidmelder, wann welches Gerät sinnvoll ist und worauf Sie bei Kauf und Montage achten.

CO2 Melder in der Ansicht

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein CO2 Melder misst Kohlendioxid und damit die Luftqualität, ein Kohlenmonoxidmelder (CO-Melder) warnt vor dem giftigen Kohlenmonoxid aus unvollständiger Verbrennung.
  • Für die Sicherheit an Gastherme, Kamin oder Gasherd ist der CO-Melder das entscheidende Gerät, denn Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos.
  • Eine allgemeine gesetzliche Pflicht wie beim Rauchmelder besteht für CO-Melder nicht, einige Bundesländer schreiben sie aber für Räume mit Gasthermen vor.
  • Gute Geräte erfüllen die Norm EN 50291, kosten etwa 25 bis 70 Euro und halten je nach Sensor 7 bis 10 Jahre.
  • Montiert wird ein CO-Melder auf Atemhöhe im Abstand von 1 bis 3 Metern zur Feuerstätte, nicht an der Decke.

CO2 und CO: zwei verschiedene Gase

Im Alltag werden Kohlendioxid und Kohlenmonoxid oft verwechselt, dabei handelt es sich um zwei sehr unterschiedliche Gase. Kohlendioxid, chemisch CO2, entsteht bei vollständiger Verbrennung und beim Atmen. In hoher Konzentration verschlechtert es die Luftqualität und kann Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme verursachen. Ein CO2 Melder misst diese Konzentration und ist vor allem ein Indikator dafür, wann ein Raum gelüftet werden sollte.

Kohlenmonoxid, chemisch CO, ist dagegen das eigentlich lebensgefährliche Gas. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung, etwa wenn eine Gastherme verrußt ist, ein Schornstein verstopft oder ein Kaminofen zu wenig Luft bekommt. Kohlenmonoxid ist farb-, geruch- und geschmacklos und blockiert im Körper den Sauerstofftransport im Blut. Es führt von Kopfschmerzen über Bewusstlosigkeit bis zum Tod, und zwar oft, bevor die Betroffenen etwas bemerken. Für den Schutz an Feuerstätten ist deshalb der Kohlenmonoxidmelder, kurz CO-Melder, das entscheidende Gerät.

Warum ein CO-Melder Leben retten kann

Ein CO-Melder misst die Kohlenmonoxidkonzentration in der Raumluft und schlägt Alarm, bevor gefährliche Werte erreicht werden. Weil das Gas mit den Sinnen nicht wahrnehmbar ist, kann nur ein technisches Messgerät rechtzeitig warnen. Wichtig zu wissen: Ein normaler Rauchmelder erkennt kein Kohlenmonoxid, da er auf Rauchpartikel reagiert. Wer sich schützen will, braucht daher ein eigenes Gerät oder einen Kombimelder. In diesen Fällen ist ein CO-Melder besonders sinnvoll:

  • beim Betrieb einer Gastherme oder Gasheizung im Wohnbereich
  • bei Verwendung eines Gasherds
  • wenn Kamine oder Öfen im Haus stehen
  • bei Nutzung eines Gas-Durchlauferhitzers
  • beim Betrieb einer Feststoffheizung oder eines Pelletofens
  • in Schlafräumen, in die Abgase ziehen könnten

Besteht eine Pflicht, CO-Melder zu installieren?

Anders als beim Rauchmelder, der bundesweit in allen Bundesländern vorgeschrieben ist, gibt es für CO-Melder keine allgemeine gesetzliche Pflicht. Einige Bundesländer verlangen sie jedoch für bestimmte Fälle, etwa für Räume mit Gasthermen. Unabhängig von der Rechtslage gilt: Wo eine Feuerstätte im Wohnraum steht, ist ein CO-Melder eine kleine Investition mit großem Schutz. Die Geräte kosten je nach Ausstattung etwa 25 bis 70 Euro und haben eine Sensorlebensdauer von rund 7 bis 10 Jahren.

So montieren Sie einen CO-Melder richtig

Bringen Sie den Melder in der Nähe der Gefahrenquelle an, also etwa 1 bis 3 Meter von der offenen Feuerstätte oder der Gastherme entfernt. Anders als ein Rauchmelder gehört ein CO-Melder nicht an die Decke, sondern auf Atemhöhe, da sich Kohlenmonoxid ähnlich wie Luft verteilt. Die Montage ist unkompliziert und in wenigen Minuten erledigt. Wer unsicher ist, wo die Geräte am besten sitzen, lässt sich vom Fachbetrieb oder Schornsteinfeger beraten. In größeren Wohnungen kann es sinnvoll sein, mehrere Melder anzubringen, auch in Schlafräumen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Sparen Sie nicht am falschen Fleck. Günstige Geräte erfüllen zwar ihren Zweck, schlagen unter Umständen aber erst spät an. Achten Sie deshalb auf einige Merkmale: Die Norm EN 50291 ist das wichtigste Qualitätskriterium für ein zuverlässiges Gerät. Ein Display mit ppm-Anzeige zeigt die gemessene Konzentration und warnt bereits vor dem Vollalarm. Eine fest verbaute Langzeitbatterie deckt die typische Sensorlebensdauer ab, und eine Anzeige des Ablaufdatums erinnert daran, wann das Gerät getauscht werden muss. Smarte CO-Melder geben den Alarm zusätzlich aufs Handy weiter, was bei Abwesenheit hilft. Für die meisten Haushalte genügt jedoch ein solides Gerät nach EN 50291.

Ergänzend kann ein CO2 Melder sinnvoll sein, um die allgemeine Luftqualität und den richtigen Lüftungszeitpunkt im Blick zu behalten. Für den Schutz vor den gefährlichen Verbrennungsgasen einer Heizung ist und bleibt jedoch der Kohlenmonoxidmelder das entscheidende Gerät. Beide ergänzen sich, ersetzen können sie sich nicht.

Was tun bei Alarm?

Schlägt ein CO-Melder Alarm, sollten Sie die Warnung immer ernst nehmen. Bringen Sie sich und alle Bewohner umgehend ins Freie, öffnen Sie nach Möglichkeit Fenster und Türen und rufen Sie den Notruf. Betreten Sie den Raum nicht erneut, bevor er gelüftet und die Ursache behoben ist. Lassen Sie anschließend die Feuerstätte vom Fachbetrieb oder Schornsteinfeger prüfen, denn ein Alarm deutet fast immer auf ein echtes Problem wie einen verstopften Schornstein oder eine gestörte Verbrennung hin. Wer die Warnungen ignoriert oder das Gerät nach Ablauf der Sensorlebensdauer nicht austauscht, verliert genau den Schutz, für den es angeschafft wurde.