CO2-Steuer

Wer mit Gas oder Öl heizt, zahlt seit 2021 einen CO2-Preis auf den Brennstoff, der oft auch CO2-Steuer genannt wird. Er verteuert fossiles Heizen Jahr für Jahr und soll den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen anreizen. Dieser Beitrag erklärt, wie hoch die CO2-Steuer 2026 ist, was sie beim Heizen mit Gas und Öl kostet und wie sie sich entwickelt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der CO2-Preis liegt 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2 und soll auch 2027 auf diesem Niveau bleiben.
  • Ab 2028 wird der Preis über den europäischen Emissionshandel (ETS 2) am Markt gebildet und ist dann nicht mehr gedeckelt.
  • Für 2030 rechnen Prognosen mit deutlich höheren Preisen von rund 120 bis 150 Euro je Tonne.
  • Erhoben wird die Abgabe bei den Brennstoffhändlern, die sie an die Verbraucher weitergeben.
  • Wer auf erneuerbare Heizsysteme umsteigt, umgeht die CO2-Kosten, da Holzpellets, Hackschnitzel und Wärmepumpen ausgenommen sind.

Ziel der CO2-Bepreisung

Die CO2-Bepreisung ist Teil des Klimaschutzprogramms und beruht auf dem Brennstoffemissionshandelsgesetz. Wer fossile Brennstoffe wie Gas oder Heizöl verbrennt, verursacht CO2-Emissionen, die den Klimawandel antreiben. Der CO2-Preis soll dazu bewegen, sparsam mit fossiler Energie umzugehen und mittelfristig auf erneuerbare Energieträger umzusteigen, die keine oder deutlich geringere Emissionen verursachen. Flankiert wird das durch Förderprogramme, die den Umstieg finanziell unterstützen. Die Abgabe wird nicht direkt beim Verbraucher, sondern bei den Brennstoffhändlern erhoben, die sie über den Brennstoffpreis weiterreichen.

So hoch ist der CO2-Preis 2026

Zum Start 2021 lag der CO2-Preis bei 25 Euro je Tonne und stieg in festen Schritten auf zuletzt 55 Euro im Jahr 2025. Seit 2026 gilt erstmals kein starrer Festpreis mehr: Die Emissionszertifikate werden versteigert, wobei sich der Preis in einem gesetzlich geregelten Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne bewegt. Bei knappen Zertifikaten ist ein Nachkauf zu einem etwas höheren Festpreis möglich. Nach den Beschlüssen der Bundesregierung soll dieser Korridor als Übergangslösung auch 2027 gelten, sodass die Belastung zunächst stabil bleibt.

Was das beim Heizen kostet

Wie hoch Ihre Mehrbelastung ausfällt, hängt vom Energieträger und vom Verbrauch ab. Für Erdgas gilt ein Emissionsfaktor von rund 0,2 Kilogramm CO2 je Kilowattstunde, für Heizöl entstehen je Liter etwa 2,7 Kilogramm CO2. Daraus ergeben sich 2026 grob folgende Größenordnungen:

  • Erdgas: etwa 1,4 bis 1,6 Cent je Kilowattstunde. Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Einfamilienhaus sind das rund 260 bis 310 Euro im Jahr.
  • Heizöl: etwa 20 bis 21 Cent je Liter. Bei 2.000 Litern entstehen so mehrere hundert Euro CO2-Kosten pro Jahr.

Je schlechter das Gebäude gedämmt und je höher der Verbrauch, desto stärker fällt die Belastung aus. Öl verursacht dabei die höchsten Emissionen und damit die höchsten CO2-Kosten.

Entwicklung ab 2028

Ein wichtiger Einschnitt steht 2028 bevor: Dann löst der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, der sogenannte ETS 2, den nationalen Korridor ab. Der Preis bildet sich dann frei über Angebot und Nachfrage, ohne feste Obergrenze. Da die Menge der verfügbaren Zertifikate jährlich sinkt, ist mittelfristig mit deutlich steigenden Preisen zu rechnen. Verschiedene Prognosen erwarten für 2030 einen CO2-Preis in einer Größenordnung von etwa 120 bis 150 Euro je Tonne. Für Betreiber von Gas- und Ölheizungen bedeutet das perspektivisch spürbar höhere Heizkosten.

CO2-Kosten zwischen Mietern und Vermietern

Seit 2023 werden die CO2-Kosten über das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz zwischen Mietern und Vermietern aufgeteilt. Grundlage ist ein Stufenmodell, das sich nach der Energieeffizienz des Gebäudes richtet: Je schlechter der energetische Zustand, desto höher der Anteil, den der Vermieter trägt, bis zu 95 Prozent. So werden Vermieter am CO2-Preis beteiligt und erhalten einen Anreiz, in eine bessere Dämmung und moderne Heiztechnik zu investieren. Bei Zentralheizungen weist der Vermieter seinen Anteil in der Heizkostenabrechnung aus.

So senken Sie Ihre CO2-Kosten

Die wirksamste Möglichkeit, der steigenden CO2-Steuer zu entgehen, ist der Umstieg auf ein Heizsystem ohne fossile Brennstoffe. Holzpellets, Hackschnitzel und Wärmepumpen sind von der Abgabe ausgenommen, sodass hier keine CO2-Kosten anfallen. Auch eine bessere Dämmung und eine effizientere Anlage senken den Verbrauch und damit die Belastung. Der Umstieg wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude unterstützt, die je nach Maßnahme und Bonus Zuschüsse in einem Bereich von etwa 30 bis 70 Prozent (in der untersten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent) bietet. Eine Energieberatung hilft, die für Ihr Gebäude wirtschaftlichste Lösung zu finden. Angesichts der absehbar steigenden CO2-Preise lohnt es sich, den Umstieg nicht zu lange aufzuschieben, da fossiles Heizen über die Jahre immer teurer wird.

Warum die CO2-Steuer eingeführt wurde

Hintergrund der CO2-Bepreisung ist das Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen im Gebäude- und Verkehrssektor zu senken. Anders als Industrie und Energieerzeugung, die schon länger am europäischen Emissionshandel teilnehmen, waren Heizen und Verkehr lange nicht bepreist. Mit dem nationalen Brennstoffemissionshandel wurde diese Lücke geschlossen. Die Idee dahinter ist einfach: Wer klimaschädlich heizt oder fährt, soll die Kosten der Emissionen zumindest teilweise mittragen, während klimafreundliche Alternativen dadurch im Vergleich attraktiver werden.

Ein Teil der Einnahmen fließt zurück an die Verbraucher, etwa über Entlastungen bei den Strompreisen und weitere Maßnahmen, die den Umstieg auf saubere Technologien erleichtern sollen.

Auch Kraftstoffe sind betroffen

Die CO2-Bepreisung gilt nicht nur für Heizöl und Erdgas, sondern auch für Benzin und Diesel. Auch beim Tanken zahlen Sie also einen CO2-Aufschlag, der mit dem Preis pro Tonne steigt. Wer ein sparsames Fahrzeug fährt oder auf emissionsarme Mobilität umsteigt, kann diese Kosten senken. Für Haushalte bedeutet das insgesamt, dass fossile Energie in Wärme und Verkehr schrittweise teurer wird, während sich Investitionen in Effizienz und erneuerbare Technik zunehmend auszahlen.