Zukunftsmodell Dezentrale Energieversorgung

dezentrale energieversorgung
Die dezentrale Energieversorgung wird oftmals als die Lösung der Zukunft bezeichnet. Energie sollen nicht mehr aus weit entfernten Kraftwerken stammen, sondern aus zahlreichen, kleinen Systemen.

Die Technik der Solaranlage, die Effizienz der Biomassekraftwerke und die Nachhaltigkeit von Windparks gelten als zukunftsweisend für die Versorgung in Deutschland.

Doch welche Zukunftsperspektive hat die dezentrale Energieversorgung wirklich? Wir erläutern das Zukunftsmodell.

Definition

Die dezentrale Energieversorgung wird mittels kleinerer Anlagen realisiert, die sich in Verbrauchernähe befinden. Die Energie wird dort erzeugt, wo sie benötigt wird. Die zentrale und dezentrale Versorgung unterscheiden sich demnach in der Anzahl, der Größe und den Standorten der Versorgungseinheiten. Neue Anforderungen an die Schutztechnik, den Netzbetrieb und an Energieversorger entstehen.

Formen

  • Anlagen, die in ein öffentliches Verteilnetz einspeisen
  • Anlagen, die der Eigenversorgung dienen
  • Inselnetze (d.h. die Zusammenschaltung kleiner Stromerzeuger in ländlichen Regionen)
  • Wind- und Solarkraftanlagen, sofern sie auf der geforderten Netzebene einspeisen (Strom muss in der Region verbraucht werden)

Es wird zwischen er Stromerzeugung in Privathaushalten für den Eigenbedarf und der Erzeugung von Energie durch städtische Institutionen unterschieden. Ein Beispiel ist der Aufbau eines Windparks für die regionale Stromnutzung oder die Errichtung von einem Biomassekraftwerk, welches einzelne Viertel mit Strom versorgt.

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Vorteile dezentraler Energieversorgung

  • Die Kunden sind nicht mehr vom Versorger abhängig, sofern sie die Energie selbst erzeugen
  • Erneuerbare Energiequellen sind wesentlicher Treiber dieser Versorgungsart. Positiver Nebeneffekt ist die Schonung der Umwelt durch vermehrte Nutzung regenerativer Energien
  • Energieverluste durch den Transport der Energie entfallen durch bedarfsnahe Energieerzeugung
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Nachteile der dezentralen Energieversorgung

  • Die Umstellung verursacht Kosten
  • Die Wartung der einzelnen Energieumwandlungseinheiten führt zu weiteren Ausgaben
  • Findet die dezentrale Energieerzeugung in den Privathaushalten statt, ist die Installation neuer Geräte notwendig

Herausforderungen

Die dezentrale Energieversorgung fordert ein Umdenken in der Bevölkerung und der Wirtschaft. Es sind eine Vielzahl an Energieerzeugungssystemen notwendig, die gebaut, unterhalten und finanziert werden müssen. Jeder Bürger und jedes Unternehmen kann seinen Beitrag zur dezentralen Energieversorgung leisten.

Eine der größten Herausforderungen ist die Verfügbarkeit der Energie. Denn wird Strom aus Wind- oder Solarenergie erzeugt, dann müssen Speicher leistungsschwache Zeiten ausgleichen. Des weiteren sind bei dieser Form der Energieversorgung die Dimensionen exakt kalkuliert. Aus diesem Grund muss die Anzahl der zu versorgenden Haushalte bekannt sein.

Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Thematik

Der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft, die Haleakala-Stiftung und die 100-Prozent-Erneuerbar-Stiftung haben beim Reiner Lemoine-Institut eine Studie in Auftrag gegeben. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass sich die Gesamtkosten auf lange Zeit betrachtet nicht wesentlich unterscheiden.

Was ist der richtige Weg?

Energiewirtschaftlich sind dezentrale Lösungen zu bevorzugen, da viele Akteure in den Prozess eingebunden sind. Dies stärkt die kommunale und regionale Wertschöpfung.

Ob sich diese Art der Energieversorgung in Zukunft durchsetzt, bleibt zu beobachten.

Das Umweltbundesamt bezieht Stellung

Das Umweltbundesamt führt an, Insellösungen seien für Städte und Gemeinden nur selten realisierbar. Ein Anschluss an das Stromnetz sei in jedem Fall zu empfehlen. Probleme würden vor allem die zuverlässige Energieversorgung vom Gewerbeunternehmen und der Industrie bereiten.  Dies sind die Erkenntnisse aus einer Untersuchung des Bundesamts.

Die „Modellierung einer vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Stromversorgung im Jahr 2050 in autarken, dezentralen Strukturen“ beschreibt ein die zentralen Problematiken einer dezentralen Versorgung.

In dem Gedankenexperiment findet die dezentrale Energieversorgung in Deutschland regional statt, die einzelnen Gebiete nicht über ein Stromnetz miteinander verbunden.