Ein Dreizugkessel senkt durch seine Bauweise die Schadstoffemissionen und arbeitet zugleich effizient. Wie das gelingt und wo diese Kesselart eingesetzt wird, erklären wir im Folgenden. Ob von Buderus, Viessmann oder einem anderen namhaften Hersteller: Moderne Heizsysteme senken sowohl die CO2-Emissionen als auch die Energiekosten.

Dreizugkessel Funktion Infografik

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beim Dreizugkessel durchströmen die heißen Abgase den Kessel in drei Zügen. Die kurze Verweildauer im heißesten Bereich senkt die Bildung von Stickoxiden.
  • Das Wasser im Kesselkörper kühlt die Flammen und reduziert so die Schadstoffbildung. Die Kessel arbeiten effizient und sparen Brennstoff.
  • Große Dreizugkessel kommen vor allem in Industrie und Mehrfamilienhäusern zum Einsatz. Für Einfamilienhäuser gibt es kompakte Varianten.

Das Grundprinzip

Hauptziel des Dreizugkessels ist die Verringerung der Schadstoffemissionen. Dafür ist eine möglichst kurze Verweildauer der Gase im heißesten Bereich entscheidend, denn je kürzer diese ausfällt, desto weniger Stickoxide bilden sich. Die Heizgase strömen zunächst durch die Brennkammer, anschließend über eine Rückströmzone wieder nach vorn und schließlich durch einen dritten Zug. Diese dreifache Führung gibt dem Kessel seinen Namen und sorgt für eine gleichmäßige, schadstoffarme Verbrennung.

Aufbau des zylindrischen Dreizugkessels

Diese Bauart ist ein dreizügiger Flammrohr-Rauchrohrkessel. Der Körper besteht aus einem zylindrischen Rohr, das auf beiden Seiten verschlossen ist und je nach Anwendung einen Durchmesser von einem bis mehreren Metern haben kann. Im Inneren befinden sich eine Wendekammer und ein Flammrohr. Der untere Teil des Kessels, rund drei Viertel, ist mit Wasser gefüllt, das die beheizten Flächen umgibt und kühlt, während der obere Teil als Dampfraum dient. Diese Bauart kommt vor allem in der Industrie und in großen Anlagen zum Einsatz.

Die Vorteile im Überblick

Der Dreizugkessel senkt die CO2-Emissionen und arbeitet zugleich sehr effizient, da die Technik neben den Emissionen auch den Brennstoffverbrauch reduziert. Das Wasser im Kesselkörper kühlt die Flammen, wodurch weniger Stickoxide entstehen. Damit verbindet der Dreizugkessel einen umweltfreundlichen Betrieb mit niedrigen Betriebskosten, was ihn besonders für Anwendungen mit hohem Wärmebedarf attraktiv macht.

Produktbeispiele

Modell

Merkmale

Dreizugkessel Vitoplex 200
Vitoplex 200
Ein Niedertemperatur-Dreizugkessel, der sich durch geringes Gewicht und kompakte Bauweise auszeichnet. Dank integrierter Anfahrschaltung ist keine Beimischpumpe nötig. Die Leistung liegt im mittleren bis hohen Kilowattbereich, weshalb er eher in Mehrfamilienhäusern zu finden ist.
Dreizugkessel Vitomax 200 LW
Vitomax 200-LW
Ein Heißwassererzeuger für höhere Temperaturen und sehr große Leistungen im Megawattbereich. Dieses Modell eignet sich nicht für ein Einfamilienhaus, sondern kommt in der Industrie zum Einsatz.

Bildquelle: Viessmann Werke Deutschland

Ein moderner Guss-Dreizugkessel

Ein Beispiel für einen kompakteren Dreizugkessel ist der Vitorondens 200-T, der mit einem Öl-Brennwert-Wärmetauscher ausgestattet ist. Die Guss-Heizfläche sorgt laut Hersteller für hohe Betriebssicherheit, und der gleichmäßige Wärmefluss reduziert die Gefahr von Spannungsrissen. Ein spezielles System leitet das kühle Rücklaufwasser gezielt durch den Heizkessel, sodass an diesem Wärmeerzeuger weder Schwitzwasser noch kalte Zonen entstehen. Zu den Vorteilen zählen ein hoher Norm-Nutzungsgrad von rund 90 Prozent, die hochwertigen Guss-Heizflächen mit elastischer Dichtung, die Vermeidung von Spannungsrissen und Schwitzwasser sowie eine vereinfachte Wartung. Da es sich um einen Öl-Brennwertkessel handelt, ist zu beachten, dass reine Öl- und Gasheizungen heute nicht mehr staatlich gefördert werden und der Umstieg auf erneuerbare Systeme an Bedeutung gewinnt.

Gibt es Alternativen?

Die Senkung der Schadstoffemissionen lässt sich auch auf anderem Weg erreichen, etwa durch eine Abgasrückführung. Wird diese eingesetzt, bietet die Dreizugtechnik keine wesentliche zusätzliche Verbesserung mehr. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von der Anlage und dem Einsatzzweck ab. Zusammengefasst ist der Dreizugkessel eine bewährte Technik, um emissionsarm und effizient große Wärmemengen zu erzeugen, weshalb er vor allem in Industrie und größeren Gebäuden verbreitet ist. Für das Eigenheim spielen heute jedoch zunehmend erneuerbare Heizsysteme wie die Wärmepumpe die Hauptrolle.

Für Bauherren und Eigentümer ist es wichtig zu wissen, dass die Dreizugtechnik vor allem in großen Anlagen ihre Stärken ausspielt, wo hohe Wärmeleistungen gefragt sind. In einem typischen Einfamilienhaus mit modernem Wärmebedarf steht dagegen die Frage nach einem zukunftssicheren, klimafreundlichen Heizsystem im Vordergrund. Wärmepumpen, Biomasseheizungen oder der Anschluss an ein Wärmenetz werden staatlich gefördert und bieten langfristig niedrigere Betriebskosten sowie Unabhängigkeit von steigenden CO2-Preisen auf fossile Brennstoffe. Wer eine neue Heizung plant, sollte sich daher unabhängig beraten lassen, welches System zum eigenen Gebäude und Bedarf passt.

Zusammengefasst ist der Dreizugkessel eine ausgereifte Technik, die durch die dreifache Führung der Abgase eine schadstoffarme und effiziente Verbrennung ermöglicht. Das Wasser im Kesselkörper kühlt die Flammen und senkt die Stickoxidbildung, während der Brennstoff gut ausgenutzt wird. Seine Stärken spielt der Dreizugkessel vor allem in großen Anlagen und in der Industrie aus. Für das Eigenheim rücken dagegen erneuerbare Heizsysteme in den Vordergrund, die gefördert werden und langfristig günstiger und klimafreundlicher sind. Der Name beschreibt den Weg des Abgases: Es durchläuft drei Züge, bevor es den Kessel verlässt, wodurch mehr Wärme an das Kesselwasser übergeht und die Abgastemperatur sinkt. Der längere Weg verlangt allerdings einen ausreichenden Zug im Schornstein.

Insgesamt bleibt der Dreizugkessel ein gutes Beispiel dafür, wie sich durch geschickte konstruktive Lösungen Emissionen senken und die Effizienz steigern lassen. In seinem angestammten Einsatzbereich, den großen Anlagen, ist er nach wie vor eine bewährte Wahl. Für das private Wohngebäude sollten Eigentümer jedoch die geförderten, klimafreundlichen Alternativen prüfen, die den heutigen Anforderungen an Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit besser gerecht werden.