Druckminderer: Funktion, Dimensionierung & Einsatzgebiete

druckmindererIn jedem Leitungssystem befindet sich eine Regelfunktion, die dafür sorgt, dass ein gleichbleibender Druck gewährleistet ist. Der Druckminderer befindet sich im Hauswasseranschluss und ist dem eigentlichen Heizungssystem vorgeschaltet. Er verhindert, dass das Heiz- und Brauchwasser mit einem zu hohen Druck in das Heizungssystem gelangt. Andernfalls würden Bauteile der Heizung beschädigt.

Weitere Einsatzmöglichkeiten finden Sie beispielsweise in Hochhäusern, wo Sie Zonen mit verschiedenen Druckniveaus einrichten bzw. unterteilen müssen. Der reduzierte Druck hinter dem Druckminderer ist eine Steuergröße, mit deren Hilfe der Druck auf eine Membran geleitet wird. Diese Membran bewirkt durch ihre Bewegung entweder das Öffnen oder das Schließen des jeweiligen Ventils. Die Aufgabe eines Druckminders ist also die Steuerung eines Ventils.

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Erhöht sich die Druckluft hinter dem Regler, so schließt sich das Ventil. Sinkt dieser Druck, so öffnet sich das Ventil. Wie der sogenannte Hinterdruck richtig eingestellt wird, wird mittels Federkraft gewählt, die der Membran entgegenwirkt, also einen Gegendruck erzeugt. So können Sie sicher sein, dass der Wasserdruck hinter dem Druckminderer immer konstant bleibt.

druckminderer schematische darstellung der bestandteile

Die richtige Dimensionierung

Damit das Heizungssystem einwandfrei funktioniert, wird die Größe des Reglers nicht nach Leitungsgröße bemessen. Hier könnte nämlich dann ein zu großes Regelinstrument verbaut werden und dadurch wäre die Durchflussmenge zu gering, um das Regelventil vernünftig zu steuern. Vielmehr ist der an der Nutzstelle max. Durchfluss für die Größe des Druckminderers ausschlaggebend.

In der Regel beträgt diese Größe:

  • 2 m/s bei Hausanlagen, die Schallschutzanforderungen unterliegen
  • 5 m/s bei Hausanlagen, die keinen Schallschutzanforderungen unterliegen
  • 4,3 m/s bei Industrieanlagen

So funktioniert ein Druckminderer

Auf die Einwand- und störungsfreie Arbeit des Systems kann das Eingangs-Ausgangsdruck-Verhältnis maßgeblichen Einfluss haben. Das Regelventil muss weniger öffnen, je höher dieses Verhältnis ist. Das bedeutet, dass im falschen Verhältnis der Druck zu stark angehoben wird und das Ventil wieder schließt. Ein Druckverlust des Ausgangsdrucks ist die Folge. So kann keine einwandfreie Funktionalität des Reglers erreicht werden. Ein stabiles Druckverhältnis sollte nicht größer als 10:1 (Eingangsdruck / Ausgangsdruck) betragen.

Einbau

Der Einbau erfolgt in eine waagerechte Rohrleitung. Dabei müssen Sie darauf achten, dass die Siebtasse nach unten gerichtet ist. Des Weiteren müssen ausreichend Absperrventile sowie eine Sicherheitsventil in unmittelbarer Nachfolge des Druckminders berücksichtigt werden.

Wählen Sie einen frostsicheren und zugänglichen Einbauort, von dem aus das Manometer auch gut einsehbar ist. Pflegen und reinigen Sie die Siebtasse regelmäßig. Prüfen Sie dabei den Verschmutzungsgrad der Tasse durch Inaugenscheinnahme.

Sollten Sie eine Hauswasserinstallation durchführen, so sollte vor dem Druckminderer ein zusätzlicher Feinfilter eingebaut werden. Zudem ist es notwendig, dass Sie die entsprechende Beruhigungsstrecke gem. DIN 1988 Teil 5 berücksichtigen. Des Weiteren muss die Funktion von einem Druckminderer jährlich durch einen Heizungsinstallateur geprüft und im Abstand von 2-3 Jahren die Verschleißteile getauscht werden.

Fazit

Sollten Sie beim Einbau des Druckminders falsche Bemessungen bzw. Werte zu Grunde legen, so kann dies zu erheblichen Schäden in Ihrer Heizungsanlage führen. Daher empfiehlt es sich, den Druckminderer stets vom Fachmann einbauen zu lassen.