Wie der Name verrät, erfasst und kontrolliert der Druckwächter den Druck von Heizungs- und Lüftungsanlagen. Er erkennt frühzeitig die Bildung von Unterdruck in Wohnräumen und schaltet die betroffene Anlage ab, um gefährliche Situationen zu verhindern.

Druckwächter Infografik

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Druckwächter überwacht die Druckverhältnisse und schaltet bei gefährlichem Unterdruck ab, damit keine giftigen Abgase aus dem Ofen in den Wohnraum gelangen.
  • Besonders in Verbindung mit Kamin und Lüftungsanlage ist er sinnvoll. Auch ein raumluftunabhängiger Kamin sollte mit einem Druckwächter ausgestattet werden.
  • Ein Gasdruckwächter schaltet den Brenner bei zu geringem oder zu hohem Gasdruck ab und ist bei Neuanlagen sowie Änderungen an Altanlagen verpflichtend.

Warum Unterdruck gefährlich ist

Ein Druckwächter kann zum Lebensretter werden. Beim Betrieb eines Kamins zusammen mit einer Lüftungsanlage kann gefährlicher Unterdruck entstehen, der gesundheitsschädliche Abgase aus dem Ofen in den Wohnbereich zieht. Ein häufiges Szenario ist die Fehlfunktion einer Lüftungsanlage: Fällt die Zuluft einer Be- und Entlüftungsanlage außerplanmäßig aus, entsteht leicht Unterdruck. Da sich dieser Fall nie vollständig ausschließen lässt, ist die Anschaffung eines Druckwächters grundsätzlich empfehlenswert.

Wie erfolgt die Messung?

Die Erkennung von Unterdruck unterscheidet sich je nach Modell. Oft wird der Druck des Außenbereichs mit dem des Innenraums verglichen, alternativ der Raumdruck mit dem Druck innerhalb des Schornsteinschachts. Kommt es zu hohen Abweichungen, schaltet der Druckwächter die Lüftung ab, um die Druckverhältnisse zu korrigieren. So wird verhindert, dass Abgase in die Wohnräume gelangen.

Druckwächter für den raumluftunabhängigen Kamin

Auch ein raumluftunabhängiger Kamin sollte mit einem Druckwächter ausgestattet werden, da als raumluftunabhängig beschriebene Kaminöfen nicht immer alle Voraussetzungen erfüllen. Fehlt beim Kaminofen eine der Bedingungen wie der externe Luftanschluss, die selbstschließende Ofentür oder die Zulassungsnummer des Deutschen Instituts für Bautechnik, kann der Schornsteinfeger keine vollständige Sicherheit garantieren. Da es keine hundertprozentige Gewähr für die Dichtheit gibt, sollten Ofenbesitzer die Dichtungen jährlich vor Beginn der Heizperiode auf undichte Stellen prüfen und dafür einen Fachmann hinzuziehen. Ein Druckwächter dient hier der zusätzlichen Prävention.

Der Gasdruckwächter

Ein Gasdruckwächter, auch Gasströmungswächter genannt, übernimmt die Funktion des Druckwächters in einer Gasanlage oder in Gasleitungen und zählt zu den aktiven Sicherheitsmaßnahmen. Er misst Druckdifferenzen und schaltet bei zu geringem Gasdruck den Brenner ab. Auch bei einer deutlichen Überschreitung des Solldrucks greift er ein und deaktiviert den Gasbrenner. Sobald sich die Werte normalisiert haben, aktiviert sich der Brenner wieder, und die Gasheizung heizt weiter. Bei Neuanlagen sowie bei Änderungen an Altanlagen ist der Gasdruckwächter herstellerübergreifend verpflichtend.

Hersteller und technische Daten

Am Markt gibt es verschiedene Hersteller von Druckwächtern. Moderne Luftdruckwächter lassen sich teils mit einem Temperatursensor ausstatten und arbeiten selbstüberprüfend: Schaltet ein solches Gerät innerhalb einer Stunde mehrfach ab, erfolgt keine automatische Wiedereinschaltung, was die Sicherheit erhöht. Typische Geräte arbeiten mit einer Netzspannung von 230 Volt und einer geringen Leistungsaufnahme von wenigen Watt und sind nach den einschlägigen DIN-Normen geprüft. Beim Kauf sollte auf die Eignung für die jeweilige Anlage und die entsprechende Zulassung geachtet werden.

Fazit

Zusammengefasst ist der Druckwächter ein wichtiges Sicherheitsbauteil, das gefährlichen Unterdruck erkennt und die Anlage rechtzeitig abschaltet, bevor giftige Abgase in den Wohnraum gelangen können. Besonders in Kombination von Kamin und Lüftungsanlage sowie bei raumluftunabhängigen Öfen ist er dringend zu empfehlen. Für Gasanlagen ist der Gasdruckwächter ohnehin vorgeschrieben. Wer auf ein geprüftes, zur Anlage passendes Gerät setzt und die Dichtungen des Kamins regelmäßig kontrollieren lässt, sorgt für einen sicheren Heizbetrieb und schützt die Gesundheit der Bewohner.

Gerade in modernen, luftdichten Gebäuden mit kontrollierter Wohnraumlüftung gewinnt der Druckwächter an Bedeutung, da hier das Zusammenspiel von Lüftungsanlage, Dunstabzugshaube und Feuerstätte besonders sorgfältig abgestimmt werden muss. Der Schornsteinfeger prüft bei der Abnahme, ob ein Druckwächter oder eine vergleichbare Sicherheitseinrichtung erforderlich ist. In vielen Fällen ist eine solche Einrichtung sogar Voraussetzung dafür, dass ein Kaminofen gemeinsam mit einer Lüftungsanlage betrieben werden darf.

Zu bedenken ist außerdem, dass ein Druckwächter nur dann zuverlässig schützt, wenn er fachgerecht installiert und regelmäßig auf seine Funktion geprüft wird. Ein Gerät mit Selbstüberwachung meldet Fehlfunktionen frühzeitig, ersetzt aber nicht die fachkundige Kontrolle. Im Zusammenspiel mit einem funktionierenden Kohlenmonoxidmelder entsteht so ein sinnvolles Sicherheitskonzept für Haushalte mit Kaminofen und Lüftungsanlage.

Beim Kauf lohnt sich der Vergleich verschiedener Geräte hinsichtlich Ansprechschwelle, Selbstüberwachung und Ausstattung. Ein passend ausgewählter und korrekt eingestellter Druckwächter schaltet zuverlässig ab, bevor kritische Druckverhältnisse entstehen, und trägt so wesentlich zur Sicherheit im Haushalt bei.

Insgesamt ist der finanzielle Aufwand für einen Druckwächter gering im Verhältnis zum Sicherheitsgewinn, den er bietet. Gerade bei der Kombination von Feuerstätte und Lüftung ist er eine sinnvolle Investition in den Schutz der Bewohner.