Jede Heizung, die durch Verbrennung Wärme erzeugt, benötigt eine zuverlässige Abgasführung.
Moderne Öl- oder Gasbrennwertheizungen stellen dabei besondere Anforderungen, da sie bei der Nutzung des Brennstoffs Kondenswasser bilden. Als ideale Lösung hat sich der Edelstahlschornstein durchgesetzt, denn der Werkstoff nimmt kein Wasser auf und versottet kaum. Er lässt sich innen in einem Schornsteinschacht einsetzen oder als Außenschornstein an der Fassade führen.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Edelstahlschornstein ist besonders für Brennwertheizungen geeignet, da er kein Kondenswasser aufnimmt und kaum versottet. Er lässt sich innen oder außen montieren.
- Einwandige Ausführungen eignen sich für die Sanierung bestehender Schächte, freiliegende und Außenschornsteine müssen doppelwandig sein. Das abgasführende Rohr sollte aus korrosionsfestem V4A-Stahl bestehen.
- Die Preise liegen je nach Ausführung bei rund 400 bis 600 Euro für Bausätze oder etwa 80 bis 200 Euro pro Meter inklusive Montage. Die Abnahme durch den Schornsteinfeger ist Pflicht.
Was ist bei der Montage zu beachten?
Ein Edelstahlrohr kann einwandig ausgeführt werden, was sich besonders für die nachträgliche Sanierung bestehender Schächte eignet, da es weniger Platz braucht und im vorhandenen Schacht heiß werden darf. Freiliegend muss der Edelstahlschornstein dagegen doppelwandig sein, um die Umgebung vor der Hitze zu schützen. Bei einer neuen Dachdurchführung sowie bei der Außenmontage ist die doppelwandige Ausführung ebenfalls vorgeschrieben, um die Brandgefahr zu unterbinden und Verbrennungen von Menschen und Tieren auszuschließen.
Aufbau und Belastungen
Das Innenrohr doppelwandiger Ausführungen kommt direkt mit heißen Abgasen und Schmutzpartikeln in Berührung und muss daher aus geeignetem Edelstahl in ausreichender Materialstärke bestehen. Das gilt auch für einwandige Modelle. Die äußere Wand muss nicht zwingend aus derselben Stahlsorte bestehen, da hier die Hitze und die aggressiven Brennrückstände entfallen. Bei der Außenmontage ist jedoch zu beachten, dass klimatische Belastungen wie Starkniederschläge, Frost und intensive Sonneneinstrahlung einwirken.
Edelstahl und seine Eigenschaften
Korrosionsbeständigkeit sowie Rost- und Säurefestigkeit sind wichtige Voraussetzungen, die nicht jede Edelstahlsorte erfüllt. Zumindest das abgasführende Rohr muss aus einer geeigneten Legierung bestehen, wobei sich der sogenannte V4A-Stahl bewährt hat. Ein einfacher Test bestätigt die Legierung: An echtem V4A-Edelstahl haftet kein Magnet. Die Wandstärke des abgasführenden Innenrohrs sollte mindestens 0,6 Millimeter betragen. Bei doppelwandigen Schornsteinen sollte die Isolierschicht zwischen den Edelstahlrohren mindestens 25 Millimeter dick sein, gängig sind Stärken ab 30 Millimeter. Je besser die Isolierung, desto besser der Abzug.
Kaufkriterien und Qualität
Beim Kauf lässt sich ein Bausatz wählen, der etwa für die Außenmontage nur überschaubare handwerkliche Anforderungen stellt. Eine Schornsteinsanierung in einem bestehenden Schacht ist von Laien kaum fachgerecht ausführbar. Zudem muss jede Abgasanlage vom Schornsteinfeger abgenommen und genehmigt werden. Ein besonders günstiger Einkauf kann Folgekosten verursachen, etwa durch dauerhaften Wärmeverlust, Nachbesserungen für die Betriebserlaubnis, Reparaturanfälligkeit bei Punkt- statt Vollschweißverbindungen oder eine eingeschränkte Lebensdauer durch Korrosion. Auch das Kleingedruckte langjähriger Garantieversprechen sollte geprüft werden, da die Bedingung, dass alle Bauteile vom selben Hersteller stammen müssen, viele Garantien praktisch gegenstandslos macht.
Preisspannen
Bausätze bis sechs Meter Länge gibt es einwandig ab etwa 400 Euro und doppelwandig ab rund 600 Euro. Aussagekräftiger sind jedoch aufgeschlüsselte Kostenfaktoren, denn die Materialkosten hängen von Stahlart, Länge, Stahlstärke, Isolationsdicke, Rohrdurchmesser, Zügeanzahl sowie Befestigungs- und Anschlusszubehör ab. Für einen Edelstahlschornstein inklusive Lieferung und Montage sind Meterpreise zwischen rund 80 und 200 Euro einzuplanen. Da die Qualität über Sicherheit und Lebensdauer entscheidet, sollte nicht allein der Preis den Ausschlag geben.
Fazit
Zusammengefasst ist der Edelstahlschornstein die bewährte Lösung für die Abgasführung moderner Heizungen, da er unempfindlich gegen Kondenswasser ist und kaum versottet. Entscheidend für Sicherheit und Langlebigkeit sind die richtige Ausführung, ein korrosionsfestes abgasführendes Rohr aus V4A-Stahl und eine ausreichende Isolierung. Da die Abgasanlage vom Schornsteinfeger abgenommen werden muss und Fehler teuer werden können, sollte bei Auswahl und Montage nicht am falschen Ende gespart, sondern auf Qualität und fachgerechte Ausführung geachtet werden.
Vor der Anschaffung eines Edelstahlschornsteins ist es ratsam, den Bedarf genau mit dem Fachbetrieb und dem Schornsteinfeger abzustimmen. Entscheidend sind unter anderem der Durchmesser, der zur Heizung passen muss, die erforderliche Höhe für einen ausreichenden Zug sowie die Frage, ob eine Innen- oder Außenmontage erfolgt. Auch die Art der Heizung spielt eine Rolle, denn Brennwertgeräte mit niedrigen Abgastemperaturen stellen andere Anforderungen an den Schornstein als ältere Heizkessel. Eine sorgfältige Planung stellt sicher, dass der Schornstein optimal dimensioniert ist, die Abgase sicher abführt und die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Insgesamt ist der Edelstahlschornstein eine langlebige und flexible Lösung, die sich sowohl für den Neubau als auch für die Sanierung bestehender Schächte eignet. Da er hohen Anforderungen an Korrosionsbeständigkeit und Zug genügen muss, sind Qualität und fachgerechte Montage entscheidend, weshalb die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Fachbetrieb und dem Schornsteinfeger von Anfang an ratsam ist.
Für die Auswahl ist die Werkstoffnummer entscheidend: Für Gas-Brennwertgeräte genügt meist 1.4404, für Öl und Festbrennstoffe mit aggressiverem Kondensat kommt 1.4571 zum Einsatz. Die Angabe steht auf dem Typenschild des Systems und muss zur Feuerstätte passen, weshalb der Schornsteinfeger sie bei der Abnahme prüft. Für die Montage an der Außenwand ist zudem der Abstand zu brennbaren Bauteilen einzuhalten, den der Hersteller in der Zulassung angibt. Er ist bei einwandigen Rohren deutlich größer als bei gedämmten Systemen.
