
Alternativ zu einem offenen Kamin oder einem Kaminofen steht der Einbaukamin als Feuerstelle und Zusatzheizung zur Auswahl. Die kastenförmigen Einsätze lassen sich im Mauerwerk oder in einer vorhandenen Feuerstelle platzieren. Dieser Beitrag stellt die Varianten von Elektro über Ethanol bis wasserführend vor.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Einbaukamine gibt es als optische Elektro- und Ethanolvarianten sowie als heizende Holz- und Pelletmodelle.
- Elektro- und Ethanolkamine benötigen keinen Abzug, liefern aber kaum nennenswerte Wärme.
- Heizende Einbaukamine mit Holz oder Pellets brauchen einen Rauchgasabzug und die Abnahme durch den Schornsteinfeger.
- Bei höherer Leistung lässt sich der Kamin wasserführend planen und zur Heizungsunterstützung nutzen.
- Für Kaminöfen ist in Europa ein Wirkungsgrad von mindestens 75 Prozent vorgeschrieben.
Je nach Anspruch unterscheidet man optische Flammenimitate und heizfähige Brennstoffkamine. Elektro- und Ethanoleinbaukamine lassen sich nahezu überall platzieren, während ein heizender Einbaukamin mit Holz- oder Pelletverbrennung einen Abzug benötigt. Bei höherer Heizleistung lässt sich der Kamin wasserführend planen, sodass die Feuerwärme abgeschöpft und etwa in einen Wasserspeicher oder eine Fußbodenheizung geleitet wird.
Optisches Feuerimitat ohne Heizleistung

Wenn nur die optische Wirkung zählt, kommen ein Elektro- oder ein Ethanoleinbaukamin infrage. Elektrokamine benötigen lediglich eine Steckdose. Das Flammenbild entsteht aus Glas, Licht, Acrylformen und Spiegeln. Ein Ethanol- oder Bioethanolkamin verbrennt Alkohol und erzeugt ein realistisches Flammenbild ohne Rauchabzug. Wichtig sind hier eine ausreichende Lüftung und ein Luftaustausch, da der Brennvorgang Sauerstoff verbraucht. Beide Varianten liefern keine nennenswerte Wärmeleistung. Das leicht entzündliche Ethanol muss sicher gelagert werden. Als Norm für Feuerstellen mit flüssigen Brennstoffen gilt die aktuelle DIN EN 16647; fragen Sie beim Kauf nach deren Einhaltung.
Geschlossener Kamineinsatz mit Heizleistung
Ein heizender Einbaukamin ist eine geschlossene Feuerstelle in einem Korpus aus Gusseisen oder Stahl mit mindestens einer feuerfesten Glasscheibe, oft mit Schamottesteinen. Er braucht einen Anschluss zur Rauchabführung und Zuluft, die aus dem Raum oder über einen Frischluftanschluss von außen kommt. Verbrennen lassen sich Holz, Kohle oder Pellets. Die Heizleistung liegt meist zwischen drei und zehn Kilowatt. Anschluss, Betrieb und Einbau müssen vom Schornsteinfeger genehmigt werden.
Kamineinsatz zur Heizungsunterstützung
Bei ausreichend Platz sind Einsätze mit Heizleistungen bis etwa 15 Kilowatt möglich. Die Wärme lässt sich über Wassertaschen abzapfen und durch ein Rohrsystem an andere Verbraucher leiten. Als Faustregel gilt etwa ein Kilowatt Heizleistung je zehn Quadratmeter Grundfläche. Eine Überdimensionierung heizt den Raum zu stark auf. Das Auffangen und Weiterleiten der überschüssigen Wärme kann die Hauptheizung entlasten und Kosten sparen.
Kosten und Preise
Elektrisch betriebene Kamineinsätze kosten meist zwischen hundert und 300 Euro bei geringem Stromverbrauch. Ethanolmodelle liegen zwischen etwa 200 und 800 Euro; ein Liter Ethanol brennt rund drei bis vier Stunden. Einsätze für Festbrennstoffe wie Holz, Kohle oder Pellets kosten in der Anschaffung etwa 1.000 bis 2.500 Euro, hinzu kommt der Montageaufwand für Ab- und Zuluft. Für einen Kamin mit lokaler Heizleistung sollten Sie überschlägig weitere rund 2.000 Euro einplanen, für wasserführende Modelle mit Installation bis zu 3.000 Euro. Welche Variante die richtige ist, hängt davon ab, ob Optik oder Heizleistung im Vordergrund steht, und sollte mit dem Schornsteinfeger und einem Fachbetrieb abgestimmt werden.
Sicherheit und Genehmigung
Bei heizenden Einbaukaminen mit Holz oder Pellets ist die Zusammenarbeit mit dem Schornsteinfeger unverzichtbar. Er prüft, ob der Anschluss an den Schornstein fachgerecht ausgeführt ist, ob die Abgasführung passt und ob die geltenden Vorschriften eingehalten werden. Erst nach seiner Abnahme darf der Kamin in Betrieb gehen. Auch die Anforderungen der ersten Bundes-Immissionsschutzverordnung an Feinstaub- und Abgaswerte sind einzuhalten, weshalb moderne Geräte mit vollständiger Verbrennung wichtig sind. Bei Ethanolkaminen ist auf sichere Handhabung und Lagerung des Brennstoffs zu achten, da Alkohol leicht entzündlich ist.
Für alle Varianten gilt: Ein Kohlenmonoxidmelder und funktionierende Rauchmelder erhöhen die Sicherheit und warnen frühzeitig vor Gefahren.
Die passende Variante wählen
Welcher Einbaukamin der richtige ist, hängt vom Ziel ab. Geht es nur um eine dekorative Flammenoptik ohne baulichen Aufwand, sind Elektro- oder Ethanolmodelle die einfachste Lösung. Soll der Kamin dagegen tatsächlich heizen, führt an einem geschlossenen Einsatz mit Holz oder Pellets und einem Rauchgasabzug kein Weg vorbei. Wer zusätzlich die Zentralheizung entlasten möchte, wählt ein wasserführendes Modell, das die Wärme in den Heizkreislauf einspeist. Angesichts der unterschiedlichen Anforderungen an Abzug, Genehmigung und Installation ist eine frühzeitige Abstimmung mit dem Schornsteinfeger und einem Fachbetrieb in jedem Fall empfehlenswert, damit der Einbaukamin sicher, effizient und normgerecht betrieben werden kann.
So finden Sie unter den vielen Varianten des Einbaukamins die Lösung, die optisch und funktional am besten zu Ihrem Zuhause passt.
Mit der richtigen Planung wird der Einbaukamin so zu einem sicheren und stimmungsvollen Mittelpunkt des Raums, der je nach Modell auch spürbar zur Beheizung beiträgt und die Hauptheizung entlasten kann.
Einbaukamin und Raumklima
Neben der reinen Heizfunktion beeinflusst ein Einbaukamin auch das Raumklima und die Wohnatmosphäre. Ein knisterndes Holzfeuer hinter Glas schafft Behaglichkeit, erfordert aber Beschickung, Reinigung und eine geeignete Brennstofflagerung. Elektro- und Ethanolvarianten sind pflegeleichter, liefern dafür aber keine echte Heizwärme. Wer regelmäßig heizt, sollte auf trockenes Brennholz und eine vollständige Verbrennung achten, um Ruß und Feinstaub zu minimieren und die Scheibe klar zu halten. Eine ausreichende Frischluftzufuhr ist bei allen Varianten wichtig, damit die Verbrennung vollständig abläuft und die Raumluft nicht belastet wird.
