Ein Energiezaun dient einer Wärmepumpenheizung als Wärmequelle. Ähnlich wie Erdkollektoren bei der Geothermie liefert er Umweltwärme, gewinnt diese aber nicht aus dem Boden, sondern oberirdisch aus Luft, Wind, Sonnenstrahlung und Niederschlag. Der Energiezaun absorbiert diese Wärme und transportiert sie zur Wärmepumpe, die sie auf ein nutzbares Temperaturniveau anhebt.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Energiezaun ist eine oberirdische Wärmequelle für Wärmepumpen. Er gewinnt Umweltwärme aus Luft, Wind, Sonne und Niederschlag statt aus dem Erdreich.
- Er besteht aus schwarzen Kunststoffrohren mit einer Sole-Flüssigkeit und lässt sich einfach wie ein Zaun aufstellen, ohne aufwendige Erdarbeiten oder Genehmigungen.
- Die Kosten liegen bei rund 200 Euro pro Meter, wobei jeder Meter etwa ein Kilowatt Heizleistung liefert. Ein zusätzlicher Erdkollektor kann den Ertrag steigern.
Aufbau und Funktionsweise
Ein Energiezaun besteht aus einem geflochtenen Rohrwerk aus Kunststoff, in dem eine Wasser-Sole-Flüssigkeit zirkuliert und als Wärmeträger dient. Diese Flüssigkeit entzieht den vorbeiziehenden Umwelteinflüssen Wärme. Die schwarze Farbe der Rohre absorbiert dabei die Sonnenstrahlung besonders gut. Grundsätzlich gilt: Je stärker die Umwelt- und Witterungseinflüsse, desto mehr Leistung liefert der Energiezaun. Anders als ein Erdkollektor, der dem Boden Wärme entzieht, nutzt der Energiezaun die ständig nachströmende Energie aus der Umgebungsluft.
Einsatzorte und Aufstellung
Ein Energiezaun lässt sich überall dort aufstellen, wo auch ein herkömmlicher Zaun mit Pfosten möglich ist. Ideal sind freie, windintensive Standorte, da sie die verschiedenen Formen der Umweltwärme besonders gut nutzbar machen. Die Hersteller bieten Ausführungen an, die zugleich als vollwertige Einfriedung dienen, wobei Anschlüsse und Zirkulationssystem verdeckt sind. Die Stabilität entspricht der eines Flechtzauns und lässt sich bei Bedarf durch Metallverstärkungen erhöhen. Soll der Ertrag zusätzlich gesteigert werden, kann auf etwa einem Drittel der Zaunhöhe ein unterirdischer Grabenkollektor ergänzt werden, der Wärme aus dem Erdreich einsammelt. Dafür ist allerdings ein grabungsfähiger Untergrund erforderlich.
Die Vorteile
Wie bei jeder Wärmequelle bestimmt die Jahresarbeitszahl die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems. Ein Vorteil des Energiezauns ist die ständig wechselnde und sich erneuernde Umweltaktivität: Während Erdkollektoren ihre Umgebung mit der Zeit auskühlen können, erneuert sich die Energiequelle beim Energiezaun fortlaufend. Hinzu kommen die Genehmigungsfreiheit und die geringe Störungsanfälligkeit. Auch die einfache und kostengünstige Montage spricht für diese Kollektorart, da keine aufwendigen Erdarbeiten nötig sind.
Die Nachteile
Ein Nachteil ist die spezielle Optik. Je unverkleideter der Zaun betrieben wird, desto besser ist die Wärmeausbeute, weshalb ein Bepflanzen oder Verkleiden nur eingeschränkt möglich ist. Technisch steht der Energiezaun den Erdwärmekollektoren jedoch nicht nach. Im Winter bilden sich bei tiefen Außentemperaturen sehr kalte Rohroberflächen. Die Wärmegewinnung ist dann zwar weiter möglich, doch besteht die Gefahr des Festfrierens, was für Personen, insbesondere Kinder, sowie für Tiere ein Risiko darstellt. Auch Luftfeuchtigkeit und Niederschlag können festfrieren und die Funktion vorübergehend beeinträchtigen.
Aufwand und Kosten
Die Montagekosten sind gering, da im Prinzip jeder, der einen Zaunpfosten setzen kann, den Aufbau selbst übernehmen kann. Die Anschlusstechnik ist einfach. Soll der Kollektor bis ins Erdreich reichen, sind entsprechende Aushub- und Verfüllarbeiten nötig. Der Preis für einen Energiezaun liegt im Mittel bei etwa 200 Euro pro Meter für die oberirdische Montage. Jeder laufende Meter liefert eine Heizleistung von etwa einem Kilowatt, und ein zusätzlicher unterirdischer Kollektor kann den Ertrag um rund 20 bis 50 Prozent steigern.
Fazit
Zusammengefasst ist der Energiezaun eine interessante Alternative zu klassischen Wärmequellen für Wärmepumpen, vor allem wenn aufwendige Erdarbeiten vermieden werden sollen. Er ist genehmigungsfrei, einfach zu montieren und nutzt eine sich ständig erneuernde Energiequelle. Dem stehen die auffällige Optik und die Gefahr des Festfrierens im Winter gegenüber. Ob sich ein Energiezaun für Ihr Grundstück eignet, hängt von den örtlichen Gegebenheiten und dem Wärmebedarf ab. Eine fachkundige Planung stellt sicher, dass die Wärmequelle richtig dimensioniert ist und die Wärmepumpe effizient arbeitet.
Im Vergleich zu Erdsonden, die eine Bohrung und eine Genehmigung erfordern, ist der Energiezaun deutlich einfacher zu realisieren. Er eignet sich vor allem für Grundstücke mit ausreichend Platz und guter Luftbewegung. Damit die Wärmepumpe wirtschaftlich arbeitet, sollte die Fläche des Energiezauns zum Wärmebedarf des Gebäudes passen. Ist der Zaun zu klein dimensioniert, sinkt die Jahresarbeitszahl und der Stromverbrauch der Wärmepumpe steigt. Eine sorgfältige Auslegung ist deshalb ebenso wichtig wie bei jeder anderen Wärmequelle, auch wenn die Montage selbst unkompliziert ist.
Zusammengefasst ist der Energiezaun eine interessante, kostengünstige Wärmequelle für Wärmepumpen, die ohne aufwendige Erdarbeiten und Genehmigungen auskommt. Er nutzt die sich ständig erneuernde Umweltwärme und lässt sich einfach aufstellen. Die auffällige Optik und das mögliche Festfrieren im Winter sind die wesentlichen Nachteile. Ob sich diese Lösung für Ihr Grundstück eignet, hängt von Platz, Standort und Wärmebedarf ab. Eine fachkundige Auslegung sorgt dafür, dass die Wärmepumpe effizient und wirtschaftlich arbeitet.
Prüfen Sie vor der Entscheidung, ob auf Ihrem Grundstück genügend freier, gut belüfteter Platz für einen ausreichend langen Energiezaun vorhanden ist. Wägen Sie außerdem die optischen Aspekte gegen die Vorteile der einfachen, genehmigungsfreien Montage ab, damit die Lösung sowohl technisch als auch gestalterisch zu Ihrem Grundstück passt.
Insgesamt ist der Energiezaun eine praktische Wärmequelle für alle, die eine Wärmepumpe ohne Bohrung oder großflächige Erdarbeiten betreiben möchten. Mit der richtigen Dimensionierung und einem geeigneten Standort arbeitet die Wärmepumpe effizient und liefert zuverlässig Wärme für Heizung und Warmwasser.
