Erdgasförderung einfach erklärt & Energiegehalt von Erdgas | Kesselheld

Erdgasförderung einfach erklärt & Energiegehalt von Erdgas

Erdgasförderung
Erdgas ist ein weltweit natürlich vorkommendes Naturgas, dass unter anderem für den Betrieb Ihrer hauseigenen Erdgasheizung verwendet wird.

Mittels Erdgasförderung wird der kostbare Rohstoff aus den tiefen des Erdreichs an die Oberfläche befördert. Wir erklären den komplexen Prozess.

Herkunft und Vorkommen

In bestimmten Regionen der Welt existieren größere Vorkommen an Erdgas. Beispielsweise Russland, Nordamerika, China und Afrika zählen zu den Ländern mit den größten Erdgasvorkommen. Auch in Deutschland wird der Rohstoff gefördert. Einer Schätzung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Jahr 2016 zufolge verfügt Deutschland über 380 Milliarden Kubikmeter dieser Gasart allein im Schiefergestein.

Förderung von Erdgas

Grundsätzlich haben sich zwei verschiedene Verfahren für die Erdgasförderung etabliert. Das konventionelle Bohrverfahren und das in den USA weit verbreitete Frackingverfahren. Welches Erdgasfördergerät verwendet wird, ist vom Verfahren der Erdgasförderung abhängig. Während bei beiden Prozessen Bohrer und Erdfördermaschinen benötigt werden, ist beim Fracking ein Wasser-Sand-Chemikalien-Gemisch zusätzlich notwendig.

Vor der Erdgasförderung erfolgt jedoch die geologische Erkundung des Gebiets. Eine seismische Erkundung, indem Schallwellen in den Erdboden geleitet werden, zeigt die Untergrundstrukturen und offenbart potenzielle Erdgaslagerstätten. Ist eine solche Lagerstätte gefunden, folgen einige Erkundungsbohrungen des Untergrunds. Diese Bohrungen sollen Aufschluss über das Erdgasvorkommen im Boden geben.

Verfahren der Erdgasförderung

Ist das Ergebnis der geologischen und seismischen Erkundungen der Fund eines Erdgaslagers, beginnt der Prozess der eigentlichen Erdgasförderung.

1. Bohr-Verfahren

Bei dieser Vorgehensweise errichtet das Bohrunternehmen zunächst einen obertägigen Bohrplatz. Ein Steigrohr reicht bis zum tiefsten Punkt der Erdgaslagerstätte. Mit kleinen Sprengsätzen wird ein Teilstück des Rohres offen gelegt, damit das Gas einströmen kann. Ventile und Absperrvorrichtungen verhindern ein unkontrolliertes Ausströmen.

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Bevor das Gas an den Verbraucher gerät, befreit eine Trocknungsanlage es von Wasser, Wasserdampf und unerwünschten Feststoffen. An einem zentralen Übergabepunkt wird das gereinigte Erdgas in das Transportnetz eingespeist und an Energieversorger geliefert. Das Bohr-Verfahren erreicht Tiefen von 4.000 bis 6.000 Metern.

2. Fracking-Verfahren

Um tieferliegende Vorkommen zu erreichen, kommt das Fracking-Verfahren zum Einsatz. Ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien bricht Gesteinsschichten durch hohen Druck auf und setzt so wertvolles Erdgas frei. Experten warnen jedoch vor gesundheitsschädlichen Folgen des Fracking. Die eingesetzten Chemikalien sind krebserregend und können das Trinkwasser stark verunreinigen.

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Derzeit ist diese Form der Erdgasförderung bis zum Jahr 2021 verboten. Danach beschließt der Bundestag, ob diese Regelung bestehen bleibt.

Einsatz als Brennstoff in Ihrer Heizung

Der gasförmige Energielieferant ist im Haushalt vor allem für die Gewinnung von Wärmeenergie und Warmwasser zuständig. Das Gas besitzt einen Heizwert von 10,1 Kilowattstunden und ist damit effizienter als Öl, Pellets, Holz und Strom.

Die Übersicht zeigt, welche Menge von anderen Brennstoffen benötigt wird, um eine ähnliche Leistung wie bei der Verwendung von des Energieträgers Gas zu erzielen. Ein Kubikmeter Erdgas leisten demnach so viel wie:

Energieträger

Menge

Heizöl 1,03 Liter
Strom 10,1 Kilowattstunden
Holzpellets 2,1 Kilogramm
Brennholz 2,53 Kilogramm

Demnach werden rund 2,5 Kilogramm Scheitholz benötigt, um den gleich Heizwert wie ein Kubikmeter Erdgas zu erzielen.

Verbrauch

Ein durchschnittlicher Haushalt bestehend aus vier Personen verbraucht im Jahr 24.000 bis 45.000 Kilowattstunden abhängig von der Wohnsituation. Ist der Verbrauch in Kubikmeter angegeben, ist es zu empfehlen, diesen in Kilowattstunden umzurechnen. Dazu wird das Produkt aus dem Verbrauch und dem Heizwert des Gases bestimmt. Ist letzterer nicht angegeben, gilt der Richtwert von 10,3 als grobe Orientierung.