Ob Hackschnitzel, Pellets oder Scheitholz: Bei jedem Festbrennstoffkessel stellt sich die Frage nach der passenden Lagerung. Der typische Lagerort ist der Keller in der Nähe der Heizung. Dagegen sprechen für viele der Raumverlust und der Aufwand beim Befüllen. Mit einem Erdtank im Garten oder auf dem Grundstück lässt sich der Brennstoff auslagern. Wir erklären, welche Voraussetzungen ein Erdtank für Pellets erfüllen muss und welche Vor- und Nachteile er hat.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Erdtank lagert Pellets außerhalb des Gebäudes und spart so Platz im Keller.
- Der Transport zum Kessel erfolgt meist pneumatisch über Saug- und Blassysteme.
- Der Tank muss luft- und wasserdicht, entleerbar und gegen Auftrieb gesichert sein.
- Die Lebensdauer des Tankkörpers liegt bei mehreren Jahrzehnten. Fördertechnik ist Verschleißteil.
Pelletlagerung im Erdreich
Ein Erdtank kommt nicht nur für die Pelletlagerung zum Einsatz. Bei einer Gasheizung ohne Netzanschluss ist ein unterirdischer Tank oft sogar vorgeschrieben, da Tanks im Gebäude ein hohes Gefährdungspotenzial haben. Ein Heizöltank im Erdreich schafft Raum und mindert die Geruchsentwicklung. Auch ein Pelletlager als Erdtank spart Platz und hält Staub aus dem Keller fern. Gerade in Gebäuden mit knappem Kellerraum ist die Auslagerung des Brennstoffs eine sinnvolle Lösung.
Vom Tank in den Kessel
Die größte technische Herausforderung ist der Transport der Pellets vom Erdtank in den Pelletkessel. Das geringe Gewicht der Pellets macht, wie schon beim Befüllen, Druckluft zum idealen Transportmittel. Pneumatische Blas- und Saugsysteme verbinden den Tank mit dem Kessel. Damit sich die stäbchenförmigen Pellets gut fördern lassen, sind meist mechanische Vorrichtungen integriert, die rührend, rüttelnd oder schüttelnd auf sie einwirken. Voraussetzung für den pneumatischen Transport ist eine luftdichte Anlage samt Verrohrung. Die beim Befüllen eingedrungene Luft muss abgesaugt werden können. Bei kurzen Distanzen und passenden baulichen Voraussetzungen können auch rein mechanische Systeme wie Förderschnecken die Beschickung übernehmen.
Formen und Ausführungen
Ein Erdtank zur Pelletlagerung kann aus Kunststoff oder Beton bestehen. Erhältlich sind kugelförmige, elliptische, rechteckige und konische Modelle. Die Verrohrung kann oben oder unten am Tank ansetzen. Die Wahl der Bauform hängt von den Platzverhältnissen, der Distanz zum Kessel und den baulichen Gegebenheiten ab. Ein Fachbetrieb kann beraten, welcher Tanktyp und welches Fördersystem für das jeweilige Grundstück am besten geeignet sind.
Planung und Voraussetzungen
Bei der Planung sind grundsätzlich vier Bedingungen zu erfüllen:
- Tank und Verrohrung müssen luft- und wasserdicht sein.
- Schwankende Luftfeuchtigkeit muss verhindert werden, da Pellets feuchtigkeitsempfindlich sind.
- Bei hohem Grundwasserspiegel oder in Hochwassergebieten ist eine Auftriebssicherung nötig.
- Der Tank muss vollständig entleerbar und begehbar sein.
Hinzu kommen äußere Faktoren wie die Erreichbarkeit für das Lieferfahrzeug, die Begeh- oder Befahrbarkeit der Fläche über dem Tank, die Länge der Verrohrung, die Tiefe der Lagerung, Anstiege und Gefälle zwischen Tank und Gebäude, Bepflanzung und Wurzelbildung sowie andere Versorgungsleitungen. Eine sorgfältige Planung ist entscheidend, damit der Erdtank zuverlässig funktioniert und die Pellets trocken bleiben.
Haltbarkeit
Da sich Pelletheizungen erst später flächendeckend verbreitet haben als die zu erwartende Lebensdauer eines unterirdischen Tanks, sind belastbare Langzeitaussagen noch schwierig. Abgeleitet aus im Boden versenkten Tanks aller Art und unter Berücksichtigung der Brennstoffeigenschaften sind für den Tankkörper Lebensdauern von mindestens 30, eher 50 oder mehr Jahren realistisch. Da mechanische und pneumatische Systeme jedoch stets Verschleißteile enthalten, sollte etwa im Fünfjahresrhythmus mit Reparaturen und Teileaustausch gerechnet werden. Der Tankkörper selbst ist damit sehr langlebig, während die Fördertechnik regelmäßige Wartung benötigt.
Vor- und Nachteile im Überblick
Der größte Vorteil eines Erdtanks für Pellets ist die Platzersparnis im Gebäude: Der Keller bleibt frei, und Staub sowie Geruch bleiben draußen. Zudem lässt sich oft ein größeres Lagervolumen unterbringen, sodass seltener nachgefüllt werden muss. Dem stehen die höheren Kosten für Tank, Erdarbeiten und Fördertechnik gegenüber sowie der Planungsaufwand, etwa bei hohem Grundwasserstand. Auch die regelmäßige Wartung der Fördertechnik ist einzukalkulieren. Ob sich ein Erdtank lohnt, hängt daher vom verfügbaren Kellerraum, den Grundstücksbedingungen und dem Brennstoffbedarf ab. Wer wenig Platz im Haus hat, aber ein geeignetes Grundstück, findet im Erdtank eine komfortable und langlebige Lösung.
Kosten und Genehmigung
Ein Erdtank für Pellets ist mit höheren Anfangskosten verbunden als ein einfaches Kellerlager, da neben dem Tank auch Erdarbeiten, die Verrohrung und die Fördertechnik zu bezahlen sind. Je nach Größe, Bauform und Grundstücksbedingungen kann die Investition deutlich variieren. Vor der Installation sollte zudem geklärt werden, ob und welche baurechtlichen Vorgaben oder Genehmigungen zu beachten sind, etwa bei Lage, Abständen und Grundwasserschutz. Ein Fachbetrieb kennt die örtlichen Anforderungen und plant den Tank entsprechend. Über die lange Lebensdauer des Tankkörpers und den gewonnenen Platz im Gebäude kann sich die Investition dennoch lohnen, insbesondere wenn im Haus kein geeigneter Lagerraum zur Verfügung steht.
Fazit
Ein Erdtank für Pellets lagert den Brennstoff außerhalb des Gebäudes und spart so wertvollen Kellerraum, während Staub und Geruch draußen bleiben. Der Transport zum Kessel erfolgt meist pneumatisch, unterstützt durch mechanische Rührvorrichtungen. Voraussetzung sind ein luft- und wasserdichter, entleerbarer Tank sowie eine Auftriebssicherung bei hohem Grundwasser. Der Tankkörper hält mehrere Jahrzehnte, die Fördertechnik benötigt regelmäßige Wartung. Den höheren Anschaffungs- und Planungskosten steht ein deutlicher Platzgewinn gegenüber, weshalb sich ein Erdtank vor allem bei knappem Kellerraum und geeignetem Grundstück lohnt.
