Erdwärmekörbe vor einem Einfamilienhaus

Quelle: noventec.de

Erdwärmekörbe bestehen aus einer zylindrisch gewickelten Rohrschlange, die im Erdreich gespeicherte Wärme nutzt und sie über ein zirkulierendes Solegemisch zu einer Erdwärmepumpe transportiert. Dieser Beitrag erklärt Funktion, Voraussetzungen und Kosten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Erdwärmekörbe entziehen dem Boden in ein bis zwei Metern Tiefe Wärme für eine Wärmepumpe.
  • Sie sind platzsparender als Flächenkollektoren und günstiger als eine Tiefenbohrung.
  • Für ein Einfamilienhaus sind meist fünf bis sieben Körbe und rund 50 bis 100 Quadratmeter Fläche nötig.
  • Die Kosten liegen im Einfamilienhaus bei etwa 3.000 bis 6.000 Euro.
  • Für den Einbau genügt eine Meldung. Bei geeigneter Auslegung ist eine Förderung möglich.

Die meist kegelförmige, zwei bis drei Meter hohe und ein bis zwei Meter breite Anlage wird in ein bis zwei Metern Tiefe eingebaut und mit Aushub sowie Wasser verfüllt. Bei geeignetem Boden liegt die Temperatur dort ganzjährig oft über fünf Grad Celsius, sodass die Wärmepumpe effizient arbeitet. Da die Heizkosten umso niedriger sind, je geringer die Temperaturdifferenz zwischen Quelle und Heizsystem ausfällt, eignen sich vor allem Flächenheizungen mit niedriger Vorlauftemperatur. Die Erdwärme dient nicht nur dem Heizen im Winter, sondern über eine geeignete Regelung, etwa von Herstellern wie Uponor, auch der passiven Kühlung im Sommer.

Voraussetzungen für den Einbau

Für den Einbau der Erdwärmekörbe ist keine aufwendige Genehmigung nötig, sondern lediglich eine Meldung, was den bürokratischen Aufwand gering hält. Beim Boden eignen sich besonders wasserspeichernde, steinfreie Böden. Sind zu große Steine vorhanden, lassen sich die Gruben mit geeignetem Material verfüllen. Leistung und Anzahl der Körbe hängen von der Bodenbeschaffenheit und -feuchte ab. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Heizlast von etwa zwölf Kilowatt sind ungefähr fünf bis sieben Körbe nötig. Da jeder Korb rund 10 bis 15 Quadratmeter benötigt, ergibt sich insgesamt eine Fläche von etwa 50 bis 100 Quadratmetern. In Regionen mit hohem Grundwasserstand arbeiten die Anlagen besonders effizient, da dort ganzjährig ein konstantes Temperaturniveau herrscht.

Vor- und Nachteile

Im Vergleich zu anderen Erdwärmesystemen wie Flachkollektoren sind die punktuell angeordneten Körbe besonders platzsparend. Anders als bei Tiefenbohrungen sind weder bauliche Genehmigungen noch wasserrechtliche Prüfungen nötig, und die Körbe lassen sich auch in Hanglagen einfach einbauen. Während sich eine Flächenverlegung nicht bepflanzen lässt, ist das über Erdwärmekörben möglich. Allerdings sollte das Erdreich nicht dauerhaft beschattet werden, da die Entzugsleistung auch von oberflächennaher Wärme abhängt. Eine Überbauung oder Versiegelung ist ausgeschlossen, während Wege oder Stellplätze mit Rasengittersteinen kein Problem sind.

Kosten und Förderung

Für die Installation im Einfamilienhaus sollten Sie mit Kosten von etwa 3.000 bis 6.000 Euro rechnen, was günstiger ist als Flachkollektoren oder Tiefenbohrungen. Da Erdwärmekörbe die Wärmequelle einer Wärmepumpe bilden, kommt für das Gesamtsystem die Bundesförderung für effiziente Gebäude infrage, die über die KfW abgewickelt wird und je nach Bonus Zuschüsse in einem Bereich von etwa 30 bis 70 Prozent (in der untersten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent) bietet. Voraussetzung sind unter anderem eine ausreichende Jahresarbeitszahl und ein fachgerechter hydraulischer Abgleich. Wichtig ist, den Antrag vor der Auftragsvergabe zu stellen. Da sich Förderbedingungen ändern können, sollten Sie den aktuellen Stand prüfen.

Erdwärmekorb und andere Erschließungen

Erschließung Platzbedarf Aufwand Besonderheit
Erdwärmekorb gering bis mittel kompakte Einbauelemente gut nachrüstbar
Erdsonde gering Tiefenbohrung, genehmigungspflichtig höchste Effizienz
Flächenkollektor hoch großflächiger Aushub viel Grundstück nötig

Erdwärmekörbe selbst installieren

Mit guter Planung können Sie den Einbau der Körbe selbst vornehmen. Beachten Sie die Einbauangaben der Hersteller zu Tiefe und Breite und fertigen Sie vorab einen genauen Lageplan der Körbe und Leitungen an. Zu Grundstücksgrenzen, Fundamenten, Kellern und Terrassen ist jeweils ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten, und bei der Tiefe sollten Sie eine Mindestüberdeckung von rund 1,2 Metern erreichen. Nach dem Ausheben der Gruben bringen Sie die Körbe ein und verfüllen schrittweise mit rundem, feinkörnigem Material, um die Rohre nicht zu beschädigen. Den Anschluss an den Verteiler sollte jedoch Fachpersonal unter Beachtung der Normen übernehmen.

Fazit

Erdwärmekörbe sind eine gute, langlebige Alternative zu Flächenkollektoren und Tiefenbohrungen. Sie sind platzsparend, vergleichsweise günstig und ohne aufwendige Genehmigung einzubauen. Besonders für Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie kleinere Gewerbeobjekte sind sie eine attraktive Lösung, um Räume kostengünstig zu heizen und im Sommer zu kühlen. In Verbindung mit einer förderfähigen Wärmepumpe und einer Flächenheizung lässt sich so ein effizientes, klimafreundliches Heizsystem realisieren, das über die Jahre niedrige Betriebskosten und eine gute Klimabilanz bietet. Vor der Umsetzung sollten Sie die Bodenverhältnisse prüfen und die Auslegung mit einem Fachbetrieb abstimmen.

Insgesamt verbinden Erdwärmekörbe die Vorteile verschiedener Erdwärmesysteme: Sie brauchen weniger Fläche als ein Flachkollektor, sind aber deutlich günstiger und unkomplizierter zu genehmigen als eine Tiefenbohrung. In Kombination mit einer effizienten Wärmepumpe bilden sie die Grundlage für eine klimafreundliche Wärmeversorgung mit niedrigen Betriebskosten, die sich über die Jahre auszahlt.

Wann sich Erdwärmekörbe lohnen

Erdwärmekörbe lohnen sich vor allem bei Neubauten und umfassenden Sanierungen, bei denen ohnehin Erdarbeiten anfallen und eine Flächenheizung mit niedriger Vorlauftemperatur vorgesehen ist. Voraussetzung ist ein ausreichend großes, geeignetes Grundstück, da für die Körbe eine gewisse Fläche benötigt wird. Sind diese Bedingungen erfüllt, bieten Erdwärmekörbe eine effiziente und langlebige Wärmequelle, die den Betrieb einer Wärmepumpe besonders wirtschaftlich macht. In Verbindung mit der Förderung und den niedrigen Betriebskosten amortisiert sich die Investition über die Jahre, während Sie zugleich klimafreundlich heizen und im Sommer kühlen können.