Fernwärme Anbieter

Fernwärme ist in vielen Kommunen eine beliebte Art zu heizen und oft mit erneuerbaren Energien kombiniert. Die Wärme wird über ein unterirdisches Leitungsnetz in die Haushalte eingespeist. Den Fernwärmeanbieter zu wechseln ist allerdings nicht einfach. Dieser Beitrag erklärt, was dabei zu beachten ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fernwärme wird über ein Leitungsnetz direkt in die Haushalte eingespeist.
  • Ein Anbieterwechsel ist in der Regel nicht möglich, da meist ein lokales Monopol besteht.
  • Verträge haben oft eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren.
  • In vielen Kommunen besteht ein Anschluss- und Benutzungszwang.
  • Alternativen sind nur mit einer zusätzlichen eigenen Wärmequelle möglich.

Anschluss über einen Wärmetauscher

Fernwärme wird in vielen Städten im Rahmen der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt und ist im Grunde die Abwärme, die in Kraftwerken bei der Stromerzeugung entsteht. Damit die Wärme in die Haushalte gelangt, besteht besonders in größeren Städten ein gut ausgebautes Fernwärmenetz. Angeschlossene Häuser sind mit einem Fernwärmetauscher ausgestattet, sodass sich die Wärme mit dem Aufdrehen des Heizkörperventils sofort beziehen lässt. Ein Vorteil ist, dass keine Brennstoffe im Haus gelagert werden müssen und die Anschaffungskosten im Vergleich zu einer eigenen Heizanlage gering sind.

Vor- und Nachteile der Fernwärme

Neben den geringen Anschaffungskosten und dem Wegfall der Brennstofflagerung hängt die CO2-Bilanz der Fernwärme vom Erzeugungsmix ab, zumal der Anteil erneuerbarer Energien und industrieller Abwärme in vielen Netzen steigt. Ein wesentlicher Nachteil ist jedoch, dass ein Wechsel zu einem anderen Anbieter in den meisten Kommunen nicht ohne Weiteres möglich ist. Häufig besteht sogar ein Anschluss- und Benutzungszwang, der in den kommunalen Satzungen geregelt ist und dem Gemeinwohl dienen soll. Auch als Mieter kann man nicht einfach den Anbieter wechseln. Die Verträge haben oft eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren, und ein Wechsel ist während dieser Zeit ausgeschlossen.

Warum ein Anbieterwechsel schwierig ist

Werden die Verträge zu spät gekündigt, verlängern sie sich in vielen Kommunen um weitere Jahre. Steht in einem Wohngebiet mit Anschlusszwang kein weiterer Anbieter zur Verfügung, besteht ohnehin keine Möglichkeit zu wechseln. Durch dieses lokale Monopol können die Anbieter den Preis für ihre Leistungen weitgehend selbst bestimmen, was das Heizen mit Fernwärme in manchen Fällen teurer macht. Ein klassischer Anbieterwechsel wie bei Strom oder Gas ist bei der Fernwärme daher in aller Regel nicht vorgesehen, da die Wärme leitungsgebunden ist und meist nur ein Netzbetreiber vor Ort tätig ist.

Alternativen und Ergänzungen

Die Monopolstellung lässt sich nur umgehen, indem Hausbesitzer eine zusätzliche Möglichkeit zum Heizen schaffen. Dazu zählen zum Beispiel der Einbau eines Holzofens, eines Kaminofens oder einer zusätzlichen Solaranlage auf dem Dach. Ob solche zusätzlichen Heizungen möglich sind, hängt von den baulichen Gegebenheiten ab und muss vom Schornsteinfeger oder einem Fachmann beurteilt und abgenommen werden. Eine Solarthermieanlage kann beispielsweise einen Teil des Warmwasserbedarfs decken und so den Fernwärmebezug reduzieren, während ein Kaminofen zusätzliche Wärme liefert. Auf diese Weise lässt sich die Abhängigkeit vom Fernwärmeanbieter zumindest teilweise verringern.

Fernwärme und kommunale Wärmeplanung

Die Fernwärme dürfte in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen, da sie im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung eine wichtige Rolle spielt. Große Städte müssen bis zum 30. Juni 2026 eine Wärmeplanung vorlegen, kleinere Kommunen bis Mitte 2028. Dabei wird unter anderem festgelegt, wo künftig Wärmenetze ausgebaut werden. Ein Anschluss an ein Wärmenetz gilt als eine der Möglichkeiten, die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an den Anteil erneuerbarer Energien zu erfüllen. Wer vor der Entscheidung für oder gegen einen Fernwärmeanschluss steht, sollte daher die örtliche Wärmeplanung im Blick behalten und die langfristigen Kosten sowie die Vertragsbedingungen sorgfältig prüfen. Da ein späterer Wechsel kaum möglich ist, lohnt es sich, vor dem Anschluss die Konditionen genau zu vergleichen und sich beraten zu lassen.

Wer bereits an ein Fernwärmenetz angeschlossen ist und mit den Kosten unzufrieden ist, hat also nur begrenzte Möglichkeiten. Ein sinnvoller erster Schritt ist, die eigene Abrechnung und den Vertrag genau zu prüfen und mit dem Anbieter über die Preisgestaltung zu sprechen. Fernwärmepreise setzen sich in der Regel aus einem Grundpreis und einem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis zusammen, und eine Anpassung des eigenen Verbrauchs, etwa durch besseres Dämmen oder ein angepasstes Heizverhalten, kann die Kosten senken. Da die Preisbildung bei der Fernwärme in der Vergangenheit immer wieder kritisiert wurde, lohnt es sich zudem, die Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Auge zu behalten, da hier über mehr Transparenz und Verbraucherschutz diskutiert wird.

Zusammengefasst ist die Fernwärme eine komfortable Art zu heizen, deren CO2-Bilanz vom Erzeugungsmix des Netzes abhängt, die jedoch mit einer starken Bindung an den örtlichen Anbieter einhergeht. Ein Anbieterwechsel ist in aller Regel nicht möglich, und häufig besteht ein Anschluss- und Benutzungszwang. Wer vor der Entscheidung für einen Fernwärmeanschluss steht, sollte daher die Vertragsbedingungen und die langfristigen Kosten sorgfältig prüfen und die örtliche Wärmeplanung berücksichtigen. Für bestehende Anschlüsse bleibt vor allem die Möglichkeit, den eigenen Verbrauch zu senken und mit einer zusätzlichen Wärmequelle die Abhängigkeit etwas zu verringern.

Der entscheidende Punkt ist rechtlicher Natur: Ein Wärmenetz ist ein natürliches Monopol, ein Anbieterwechsel im laufenden Netz also technisch ausgeschlossen. Die Preisänderungsklauseln nach der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme binden den Preis an Indizes statt an den Wettbewerb, weshalb ein Vergleich mit anderen Versorgern nur bei einem ohnehin anstehenden Systemwechsel weiterhilft.