
Eine Fernwärmeleitung verbindet ein Heizkraftwerk mit den Haushalten oder Gewerbeobjekten, die mit Heizwärme und Warmwasser versorgt werden. Dieser Beitrag erklärt den Preis pro Meter, die Verlegung und was dabei zu beachten ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Fernwärmeleitungen sind gut isolierte Rohre, die unter der Erde verlegt werden.
- Am häufigsten werden die Größen DN 25 und DN 32 nachgefragt.
- Der Preis liegt grob zwischen 20 und 200 Euro pro Meter.
- Die Verlegung erfolgt meist in 60 bis 120 Zentimetern Tiefe.
- Für den Anschluss ans Haus ist in der Regel eine Kernbohrung nötig.
Grundsätzlich unterscheidet man Fern- und Nahwärme. Fernwärme stammt in der Regel von großen, zentral gelegenen Wärmeerzeugern, während Nahwärme von lokalen Erzeugern wie Biogasanlagen oder Blockheizkraftwerken geliefert wird.
Wärmetransport mit der Fernwärmeleitung
Fernwärmeleitungen sind Kunststoff-, Stahl- oder Winkelfalzrohre, die unter der Erde verlegt werden. Da eine gute Wärmeisolierung wichtig ist, besitzen sie einen Isoliermantel und einen Schutzmantel. Am häufigsten werden Rohre mit einem Außendurchmesser von rund 32 oder 40 Millimetern nachgefragt, die die Bezeichnung DN 25 beziehungsweise DN 32 tragen. Die Kosten fallen sehr unterschiedlich aus und richten sich nach dem Preis pro Meter und der zu verlegenden Strecke: Einfache Fernwärmeleitungen sind bereits ab etwa 20 Euro pro Meter erhältlich, andere kosten grob 40 bis 60 Euro, und bei besonders hochwertigen Materialien sind auch 150 bis 200 Euro pro Meter möglich. Auf Basis des Meterpreises lässt sich der Preis für die gesamte Strecke berechnen.
Fernwärmeleitung verlegen
Die Leitungen transportieren Warmwasser, Trinkwasser und Heizungswasser, wobei es auch Kombirohre gibt. Wichtig ist, dass Brauch- und Heizwasser zu keinem Zeitpunkt in Berührung kommen, was bei allen handelsüblichen Leitungen berücksichtigt ist. Die Verlegung kann durch Ausgraben oder grabenlos erfolgen, etwa durch den Vortrieb von Rohren. Es ist empfehlenswert, die Verlegung einem Fachmann zu überlassen. Nur mit detaillierten Kenntnissen lässt sich die Leitung zum eigenen Haus selbst verlegen. In diesem Fall sind die Herstellervorgaben zu beachten, insbesondere zur Verlegetiefe, die in der Regel bei 60 bis 120 Zentimetern liegt. Zudem muss die Leitung in ein Sandbett von mindestens 10 Zentimetern eingebettet werden.
Fernwärme für private Haushalte
Mehrfamilienhäuser werden häufig vom örtlichen Heizkraftwerk mit Fernwärme versorgt. Auch für ein Einfamilienhaus ist ein Anschluss möglich; erkundigen Sie sich beim örtlichen Grundversorger nach den Voraussetzungen und Bedingungen. In vielen Fällen lassen sich durch Fernwärme Kosten sparen, vor allem bei den Betriebskosten, da keine eigene Heizanlage und keine Brennstofflagerung nötig sind. Damit die Fernwärme ins Haus gelangt, muss ein sicherer Übergang geschaffen werden, wofür in der Regel eine Kernbohrung erforderlich ist. Um die passende Lösung zu finden, sollten Sie mehrere Angebote einholen und vergleichen.
Fernwärme und kommunale Wärmeplanung
Die Fernwärme dürfte in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen, da sie im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung eine wichtige Rolle spielt. Große Städte müssen bis zum 30. Juni 2026 eine Wärmeplanung vorlegen, kleinere Kommunen bis Mitte 2028. Dabei wird unter anderem festgelegt, wo künftig Wärmenetze ausgebaut werden. Ein Anschluss an ein Wärmenetz gilt als eine der Möglichkeiten, die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an den Anteil erneuerbarer Energien zu erfüllen. Wer den Neubau oder die Erweiterung eines Wärmenetzes plant oder einen Anschluss in Betracht zieht, sollte daher die örtliche Wärmeplanung im Blick behalten, da sich hier in vielen Kommunen in den nächsten Jahren einiges bewegen wird.
Kosten realistisch einschätzen
Bei der Planung einer Fernwärmeleitung sollten Sie neben dem reinen Materialpreis pro Meter auch die Kosten für die Verlegung, den Hausanschluss und die Übergabestation berücksichtigen, die je nach Aufwand erheblich ins Gewicht fallen können. Gerade die Erdarbeiten und die Kernbohrung verursachen zusätzliche Kosten, die von der Länge der Strecke und den örtlichen Gegebenheiten abhängen. Holen Sie daher mehrere Angebote ein und lassen Sie sich die Gesamtkosten transparent aufschlüsseln. So können Sie die Wirtschaftlichkeit eines Fernwärmeanschlusses realistisch einschätzen und mit den Kosten einer eigenen Heizungsanlage vergleichen.
Zusammengefasst hängt der Preis einer Fernwärmeleitung von der gewählten Rohrgröße, dem Material und vor allem der zu verlegenden Strecke ab. Zu den reinen Materialkosten pro Meter kommen die Kosten für Erdarbeiten, Verlegung und Hausanschluss hinzu. Ein Fernwärmeanschluss kann sich vor allem durch niedrige Betriebskosten und den Wegfall einer eigenen Heizanlage lohnen, sollte aber im Einzelfall genau kalkuliert werden. Da die Fernwärme im Zuge der kommunalen Wärmeplanung an Bedeutung gewinnt, lohnt es sich, die örtliche Entwicklung im Blick zu behalten und mehrere Angebote einzuholen.
Wer den Anschluss an ein Wärmenetz erwägt, sollte sich frühzeitig beim örtlichen Versorger über die Voraussetzungen, die Anschlusskosten und die laufenden Preise informieren. Da ein späterer Wechsel des Anbieters bei der Fernwärme meist nicht möglich ist, lohnt es sich, die Vertragsbedingungen genau zu prüfen und die Gesamtkosten mit denen einer eigenen Heizlösung zu vergleichen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
So finden Sie heraus, ob sich ein Fernwärmeanschluss für Ihr Gebäude lohnt und wie er sich im Vergleich zu anderen Heizlösungen wirtschaftlich einordnet.
Mit einer sorgfältigen Planung und dem Vergleich mehrerer Angebote treffen Sie eine fundierte Entscheidung, die sowohl die Anschaffungs- als auch die langfristigen Betriebskosten berücksichtigt.
