Fernwärmeübergabestation & wie sie funktioniert

In Fernwärmenetzen wird die in Kraftwerken erzeugte Wärme in die teilnehmenden Haushalte geliefert. In den neuen Bundesländern wird etwa ein Drittel aller Haushalte mit angelieferter „Fertigwärme“ versorgt.  In den alten Bundesländern beläuft sich der Anteil auf etwa ein Zehntel.

fernwärmeübergabestation

Zweck und Aufgabe

Die Versorgungsnetze finden sich verstärkt in Städten und Ballungsgebieten. Für jeden anschlussfähigen Haushalt lohnt es sich über eine Fernwärmeübergabestation nachzudenken. Denn sie erledigt mehrere Aufgaben:

  • Regulierung der Abnahmetemperatur
  • Regulierung der Abnahmemenge
  • Ventilgesteuerte Druck- und Mengenbegrenzung
  • Wärmetausch ins lokale Heizsystem
  • Notfallsperrung
  • Fühlergesteuerte Temperaturanpassung
  • Organisation des Rücklaufs für kaltes Wasser

Die in einheitlicher Temperatur und Menge transportierte Fernwärme wird durch die Fernwärmeübergabestation individualisiert. Sie wird für das Heizen oder mit der Warmwasserversorgung kombiniert verwendet.

Wie funktioniert eine Fernwärmeübergabestation?

Fernwärme lässt sich in Kraftwerken in unterschiedlicher Art produzieren. In Deutschland üblich ist das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung durch Feststoffverbrennungsanlagen, Müllverbrennungsanlagen und Blockheizkraftwerke. Das Heizwasser für die Auslieferung wird auf Temperaturen zwischen 80 und 130 Grad Celsius erhitzt. Temperaturen und Betriebsdruck hängen von der Größe des Fernwärmenetzes und den daraus resultierenden Transportdistanzen ab.

Jede angeschlossene Fernwärmestation zapft das heiße in den Vorlauf einfließende Wasser an. Der Wärmetauscher übernimmt dabei entweder die Wärme aus dem vorbeifließenden Wasser zum direkten Folgegebrauch oder erhitzt einen eigenen Wasserspeichervorrat zum späteren Gebrauch.

Anwendungsgebiete in der Praxis

In der Praxis werden meist kombinierte Systeme eingesetzt. Die geringeren „Lademengen“ durch Speicherergänzung erlauben eine kleinere Dimensionierung der Fernwärmeübergabestation. Die Transportdistanz der Fernwärme vom Herstellungskraftwerk zum Abnehmer ist auf etwa zwanzig Kilometer begrenzt. Der Wärme- und Druckverlust auf längeren Transportwegen ist zu hoch.

Wirtschaftlichkeit: Wann lohnt sich eine Fernwärmestation?

Die Installation der Verteilungstechnik auf Wärmeausgabegeräte und/oder Warmwasserkreisläufe findet hinter der Fernwärmestation statt. Die Fernwärmeübergabestation „interessiert“ sich nur für die gesamte Wärmeabnahmemenge und den Rückfluss. Je größer die Abnahmemenge ist, desto preiswerter liegt die umgelegte Wärmepreiseinheit. Viele Fernwärmeanbieter verlangen Mindestabnahmen beziehungsweise berechnen einen Grundbetrag. Insbesondere für moderne und sehr energieeffiziente Häuser lohnt sich eine Fernwärmestation weniger.

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Größere Abnahmemengen wie in Mehrfamilienhäusern, ältere Bestandbauten und Gewerbegebäuden machen die Fernwärmeübergabestation anstelle einer Heizung oft zur günstigeren Alternative. Neben dem Aufstellplatz der Fernwärmeübergabestation und zwei Wanddurchbrüche für Vorlauf- und Rücklaufleitungen sind keine baulichen Maßnahmen notwendig.

Was kostet eine Fernwärmeübergabestation in der Anschaffung?

Eine Fernwärmeübergabestation für private Wohnhäuser ist auf Leistungen zwischen fünf und zwanzig Kilowatt ausgelegt. Abgesehen von der Leistung beeinflusst die Regeltechnik den Anschaffungspreis entscheidend.

Die Mehrzahl der Geräte ist zwischen 3.500 und 7.000 Euro erhältlich. Zubehörteile wie Regler, elektrische Thermostate und Verrohrungen kosten zwischen 200 und 500 Euro. Eine Fernwärme Kompaktstation ohne Zubehörbedarf ist mit etwa 5.000 Euro zu veranschlagen.

Die meisten Fernwärmeanbieter stellen die Übergabestationen zur Verfügung und lassen sie sich durch die umgelegte Integration in den Sockelbetrag ratenweise bezahlen. Diese dem Telekommunikationswesen ähnliche Vertragsausgestaltung sollte immer einem „freien“ Kauf gegenübergestellt werden.

Laufende Kosten im Überblick

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Beim Fernwärmebezug lassen sich regionale Preisunterschiede beobachten. Üblicherweise teilen sich die Kosten in den Grundpreis oder Sockelbetrag und den Arbeits- und den Dienstleistungspreis auf. Nicht alle Anbieter weisen ihre Dienstleistung gesondert aus.

Der Bezugspreis für Fernwärme ist im Arbeitspreis abgegolten. Er erzeugt unterschiedliche Kosten im Vergleich zu anderen Energieversorgungsarten und Heizsystemen.

Erfahrungsgemäß liegen bei durchschnittlichem Wärmebedarf eines Einfamilienhauses die laufenden Verbrauchskosten zwischen dem Gas- und Ölpreis. Zu berücksichtigen ist, dass Wartungs- und Instandhaltungskosten gegen null tendieren.

Für die Wirtschaftlichkeit erzeugt diese permanente Ersparnis einen Gegenrechnungsfaktor für die in Rechnung gestellten Verbrauchskosten. Die übliche und verbreitete Vertragsdauer beträgt fünf Jahre und nicht alle Anbieter haben genug „Power“, um die zusätzliche Warmwasserversorgung anzubieten.