
Holz als Bau- und Brennstoff hat oft die Form runder Stangen. Werden Baumstämme aufgeschichtet, entstehen wegen der Rundform Hohlräume, sodass ein Stapel nicht einem Kubikmeter massiver Holzmasse entspricht. Das Maß für einen Kubikmeter reine Holzmasse ist der Festmeter (FM). Dieser Beitrag erklärt die Umrechnung in Raummeter und die Berechnung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter massiver Holzmasse ohne Zwischenräume.
- Der Raummeter (RM) misst gestapeltes Scheitholz inklusive der Luftzwischenräume.
- Der Schüttraummeter erfasst lose geschüttetes Holz und enthält noch mehr Hohlraum.
- Zur Umrechnung dienen feste Faktoren, etwa 1 FM entspricht rund 1,4 Raummetern Scheitholz.
- Beim Kauf ist entscheidend, auf welche Maßeinheit sich der Preis bezieht.
Im kleineren Maßstab, etwa beim Stapeln von Holzscheiten als Brennholz, wird der Raummeter (RM) genutzt. Wird Holz lose in ein Behältnis geschüttet, entsteht durch das kreuz und quer liegende Holz der Schüttraummeter mit noch mehr Hohlraum.
Was ist ein Festmeter?
Der Festmeter ist das Raummaß für einen Kubikmeter massive Holzmasse. Beim Raummeter verringert sich die tatsächliche Holzmasse um den Anteil der Luftzwischenräume, sofern platzsparend gestapelt wird. In der Praxis nutzt man feste Umrechnungsfaktoren. Diese sind zwar mathematisch nicht exakt, da Durchmesser und Verjüngung der Rundhölzer für Abweichungen sorgen, für Kauf und Abrechnung von Baumaterial und Brennholz aber gut brauchbar:
| Maßeinheit | entspricht |
| Ein FM | rund 1,4 Raummetern mit Holzscheiten |
| Ein FM | rund 2 Schüttraummetern |
| Ein RM | rund 0,7 Festmetern |
| Ein RM | rund 0,8 Raummetern mit Holzstücken |
| Ein Schüttraummeter | rund 0,5 Festmetern |
Holzscheite sind dabei meist einen Meter lang und rund oder längs gespalten, während Holzstücke auf Brennkammerlänge von 25, 33 oder 50 Zentimetern gekürzt sind.
Untergruppen des Festmeters
Je nach Zustand des Holzes gibt es weitere Varianten. Wird ein Baumbestand im Wald auf sein Volumen kalkuliert, findet der Vorratsfestmeter Anwendung. Eine weitere Größe ist die Rinde: Während Festmeter und Raummeter auf entrindetes Holz bezogen werden, erfasst der Erntefestmeter auch den Rindenanteil an ungeschältem Holz. Beim Umrechnen vom Vorrats- auf den Erntewert kommen je nach Baumart spezifische Rindendicken zur Anwendung.
Festmeter berechnen
Mathematisch genau lässt sich ein Festmeter über die Kreisformel mit dem Wert Pi berechnen. Das Volumen ergibt sich aus einem Viertel von Pi, multipliziert mit dem Quadrat des Durchmessers und der Länge. Die Formel lautet: Volumen = ein Viertel mal Pi mal Durchmesser zum Quadrat mal Länge. Wer den Festmeter selbst berechnen möchte, etwa in einer Tabellenkalkulation, setzt für Durchmesser und Länge die entsprechenden Werte ein. Bei Durchmessern über 19 Zentimetern werden zwei Messungen im rechten Winkel zueinander vorgenommen und der Mittelwert verwendet.
Preis ermitteln und Holz kaufen
Viele Anbieter im Holzhandel, vom Forstamt bis zum Sägewerk, stellen Umrechnungstabellen und Volumenrechner bereit. Für Sie als Käufer ist entscheidend, auf welche Maßeinheit sich der Preis bezieht. Bietet ein Händler Raummeter an, dürfen Sie diese nicht mit Festmetern oder Schüttmetern verwechseln, da sich sonst die Mengen und damit die Preise deutlich unterscheiden. Vergleichen können Sie auch, welchen Aufpreis ein Händler für ordentlich gestapeltes statt geschüttetes Holz verlangt. Der Faktor zwischen Schütten und Stapeln sollte bei etwa 1,5 liegen. Liegt er höher, verlangt der Händler zusätzliche Arbeitskosten.
Klafter und Ster
In manchen Regionen und traditionellen Betrieben kommen weitere Bezeichnungen vor. Der Ster ist eine andere Bezeichnung für den Raummeter mit denselben Umrechnungsfaktoren. Vor allem im Süden Deutschlands und im Alpenraum wird zudem der Begriff Klafter verwendet, der drei Ster entspricht. Wer diese Begriffe und Umrechnungen kennt, kann Angebote besser vergleichen und zahlt beim Brennholzkauf nur für die tatsächlich gelieferte Holzmenge.
Warum die Umrechnung wichtig ist
Die Unterscheidung der Maßeinheiten ist beim Brennholzkauf bares Geld wert. Da ein Festmeter deutlich mehr tatsächliche Holzmasse enthält als ein Raum- oder Schüttraummeter, führt eine Verwechslung schnell zu Fehleinschätzungen beim Preis. Wer die Umrechnungsfaktoren kennt, kann Angebote verschiedener Händler auf eine gemeinsame Basis bringen und so vergleichen, welches Angebot tatsächlich günstiger ist. Das ist besonders dann hilfreich, wenn ein Anbieter in Festmetern und ein anderer in Schüttraummetern kalkuliert.
Auch der Feuchtegehalt des Holzes spielt eine Rolle: Frisch geschlagenes Holz wiegt mehr und enthält weniger nutzbare Energie als gut abgelagertes Brennholz. Für den Heizwert ist letztlich die trockene Holzmasse entscheidend, nicht allein das Volumen.
Praktische Tipps für den Einkauf
Beim Kauf lohnt es sich, nicht nur auf den Preis je Maßeinheit zu achten, sondern auch auf Holzart, Trocknungsgrad und die Art der Lieferung. Harthölzer wie Buche oder Eiche liefern pro Raummeter mehr Energie als Weichhölzer. Achten Sie zudem darauf, ob das Holz gestapelt oder lose geschüttet geliefert wird, da dies das Volumen und damit den Preis beeinflusst. Ein gut belüfteter Lagerplatz sorgt dafür, dass frisches Holz ausreichend trocknet, bevor es verheizt wird. So stellen Sie sicher, dass Sie für Ihr Geld die tatsächlich benötigte Menge an gut brennbarem Holz erhalten.
Wer diese Zusammenhänge versteht, kann Brennholz gezielt und kostenbewusst einkaufen und vermeidet teure Fehlkäufe durch verwechselte Maßeinheiten.
So zahlen Sie am Ende nur für die Holzmenge, die Sie tatsächlich erhalten, und können den Heizwert Ihres Brennholzvorrats realistisch einschätzen.
