Feuerschutztür einbauen: Worauf ist zu achten?

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In öffentlichen und privaten Gebäuden verpflichtet das Baurecht der Länder, das Ausbreiten von Flammen im Brandfall zu verzögern. Brandwände widerstehen Feuer für ein definiertes Zeitfenster. Für Durchgänge und Raumverbindungen ist es verpflichtend, eine Feuerschutztür einzubauen. Die präzise Bezeichnung im Baurecht und dem Bauwesen fasst alle Brandschutzbauteile als Feuerschutzabschlüsse zusammen.

Feuerschutztür einbauen: Wichtige Regelungen

In welchem Fall es nötig ist, eine Feuerschutztür einbauen zu müssen, regeln die Landesbauordnungen und gegebenenfalls weitere Sondervorschriften. Gängig ist die Montage von Feuerschutztüren in Brandmauern. Klassische Beispiele im privaten Haus- und Wohnungsbau sind Durchgänge und Verbindungen zu Garagen, Heizungskellern und Treppenhäusern. Bauliche Bedingung nach der maßgeblichen Norm DIN 4102 beziehungsweise EN 13501 stellt das selbsttätige Schließen der Tür dar. Dabei garantieren Feder- und Obertürschließer das automatische Zufallen.

Türtypen und Feuerwiderstandsklassen

Brandschutztüren müssen vom Deutschen Institut für Bautechnik zugelassen sein. Die Türblätter bestehen aus doppelwandigen, meist verzinkten, Stahl. In der Tür ist eine feuerhemmende Dämmung mit Mineralwolle verfüllt. Umlaufende Brandschutzleisten und Sicherungsbolzen stabilisieren die Verbindung zur Zarge. Für das selbsttätige Schließen ist ein Feder- oder Obertürschließer montiert.

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Wenn Sie eine Feuerschutztür einbauen, empfiehlt es sich auf deren Feuerwiderstandsklasse zu achten. Die Typbezeichnung benennt den Zeitraum, dem die Tür bei vollem Erhalt ihrer Funktion, Flammen trotzt. Wer eine Feuerschutztür T30 einbauen lässt, schafft eine Brandbarriere für mindestens 30 Minuten. Steigende Widerstandszeiten liefern die Klassen T60, T90, T120 und T180. Türen mit Fenster und Verglasung müssen der gleichen Widerstandsklasse wie die umgebende Tür angehören und werden äquivalent in die Klassen F30, F60, etc. eingeteilt.

Jedes Baudetail der Gesamtkonstruktion beachten

Generell darf jede Person eine Feuerschutztür einbauen, solange sie nach Anleitung vorgeht. Hersteller zugelassener Türen sind verpflichtet, eine einfach verständliche Einbauanleitung mitzuliefern. Es ist jedoch ratsam bei Unsicherheit einen Fachmann zu beauftragen.

Zuerst ist das Mauerwerk rund um den Türdurchbruch aus Eignung zu prüfen. Informationen enthalten die Bedienungsanleitung und die Zulassungsbescheinigung. Sofern Sie eine Brandschutztür mittels Anleitung einbauen, muss das komplette Gewerk beachtet werden. Dazu gehören das Türblatt, die Zarge und alle Einzelbauteile.

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Wenn Sie keine Dichtung einbauen oder von einem Fachmann anbringen lassen, erfüllt die Brandschutztür nicht ihre Aufgabe und die Zulassung erlischt. Die Zarge muss fest ans Mauerwerk verschraubt werden. Hohlräume zum Mauerwerk dürfen nicht ausgeschäumt werden. Nur die Verfüllung mit Mörtel sichert den Halt und Feuerwiderstand der Türumrandung.

Perfekte Öffnungs- und Schließfunktion garantieren

Um beim Einbauen der Feuerschutztür den Brandschutz vorschriftsgemäß und für die eigene Sicherheit perfekt umzusetzen, sind lediglich zugelassene Originalbauteile des Herstellers erlaubt. Das betrifft Dübel, Schrauben und Schließvorrichtungen genauso wie Türklinke beziehungsweise Drücker mit oder ohne Panikfunktion. An der Tür und der Zarge dürfen keine Bohrungen oder andere mechanische Eingriffe erfolgen. Ein Zulassungsschild in Form eines Aufklebers muss die Funktion der Feuerschutztür sichtbar anzeigen. Nach dem Einbau muss sich letztere leichtgängig schließen und öffnen lassen. Die exakte Justierung erfolgt durch Nachrichten der Scharniere und dem Einstellen des Federbands.

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Nicht zulässig sind hingegen mechanische Bearbeitungen der Bauteile oder beispielsweise das Unterlegen von Scheiben zur Erhöhung. Schlimmstenfalls ist eine verdrehte oder verzogene Zarge neu zu setzen.

Preise und Ausstattung

Um eine zugelassene Feuerschutztür einbauen zu können, muss mit einem Stückpreis von 350 bis 500 Euro für eine Einzelblatttür kalkuliert werden. In den Kosten enthalten sind alle erforderlichen Bauteile und Befestigungshilfen außer dem Mörtel. Brandschutztüren sind in vielen Dekors erhältlich. Türen mit Verglasungen vom Bullauge bis zur großflächigen Glasscheibe lassen sich zu Stückpreisen ab etwa 1.000 Euro erwerben. Die zusätzliche Ausstattung als Rauchschutztür erhöht den Kaufpreis um 10 bis 20 Prozent.