Warmes Brauchwasser wird in Küche, Bad und Gäste-WC benötigt. Für die Warmwasserbereitung gibt es zentrale und dezentrale Lösungen, die sich in Komfort, Effizienz und Kosten unterscheiden. Welche passt, hängt vom Heizsystem, den Platzverhältnissen und dem Verbrauchsverhalten ab.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei der zentralen Warmwasserbereitung erwärmt der Wärmeerzeuger das Brauchwasser, das ein Speicher vorhält. Bei der dezentralen Variante erzeugen einzelne Geräte wie Durchlauferhitzer das Warmwasser direkt an der Zapfstelle.
  • Besonders effizient und förderfähig sind die solarthermische Warmwasserbereitung und die Warmwasser-Wärmepumpe, die Umweltwärme nutzt. Elektrische Einzelgeräte sind im Betrieb am teuersten.
  • Speicher werden auf 55 bis 60 Grad Celsius gehalten, auch aus hygienischen Gründen zum Schutz vor Legionellen. Einzelpreise für Thermen oder Durchlauferhitzer beginnen bei rund 100 Euro, gängige Geräte liegen zwischen 300 und 600 Euro plus Installation.

Warmwasserbereitung

Die meist zwei bis fünf Zapfstellen im Haushalt werden entweder über eine zentrale Warmwasseraufbereitung oder über einzelne Warmwasserbereiter versorgt. Bei der zentralen Lösung erwärmt der Wärmeerzeuger einen vom Heizkreislauf getrennten Brauchwasserkreislauf. Meist ist ein Pufferspeicher nötig, um Effizienz und Verfügbarkeit sicherzustellen. Bei der dezentralen Variante stehen mehrere Gerätetypen zur Wahl, gängig sind Durchlauferhitzer, Heizthermen und Warmwasserboiler. Als Energiequelle dienen üblicherweise Gas oder Strom.

Warmwasserbereitung mit Solarthermie und Wärmepumpe

Eine besonders effiziente Form der Brauchwassererwärmung ist die Solarthermie. Auf dem Dach erhitzen Kollektoren eine Trägerflüssigkeit, deren Wärme über einen Wärmetauscher an das Brauchwasser im Speicher abgegeben wird. Selbst im wechselhaften mitteleuropäischen Klima reicht die Sonnenkraft in Kombination mit einem geeigneten Speicher aus, um einen großen Teil des Warmwasserbedarfs eines Einfamilienhauses zu decken, in der warmen Jahreszeit oft vollständig. Als Einzelmaßnahme ist die solare Warmwasserbereitung über die Bundesförderung förderfähig.

Ebenfalls sehr effizient ist die Warmwasser-Wärmepumpe. Sie entzieht der Umgebungsluft, etwa im Keller, Wärme und überträgt sie auf das Brauchwasser. Da sie den größten Teil der Energie aus der Umwelt gewinnt, arbeitet sie deutlich sparsamer als ein elektrischer Durchlauferhitzer. In Häusern mit Wärmepumpenheizung übernimmt ohnehin die Heizungswärmepumpe auch die Warmwasserbereitung.

Zentrale Versorgung

Fungiert der Wärmeerzeuger als zentraler Warmwasserbereiter, sollte die Versorgung möglichst unabhängig von den Zapfzeiten sein. Ein Speicher hält stets genug Warmwasser bereit und vermeidet, dass der Heizkessel nachts für kleine Mengen anspringt. Als Richtwert sollten je erwachsener Person rund achtzig Liter Reserve eingeplant werden. Moderne Warmwasserspeicher werden auf 55 bis 60 Grad Celsius ausgelegt. Ein Thermostat überwacht die Temperatur und löst bei Bedarf eine Nacherwärmung aus. Automatische Systeme zum Schutz vor Legionellen erhitzen das Wasser in regelmäßigen Abständen ausreichend hoch.

Dezentrale Versorgung

Bei Einzelgeräten, die erst im Bedarfsfall erwärmen, lässt sich zwischen Gas und Strom wählen. Ist ein Gasanschluss vorhanden, ist ein gasbetriebener Warmwasserbereiter an der Zapfstelle oft die wirtschaftlichste Lösung mit nahezu verzögerungsfreier Erwärmung. Elektrische Geräte sind die Alternative, wenn Gas keine Option ist. Durch bedarfsorientierten Einsatz lassen sich die hohen Stromkosten begrenzen, ein Wannenbad oder langes Duschen verursacht aber spürbare Kosten. Reine Warmwasserboiler gelten heute als technisch überholt, bieten keine energetischen Vorteile und bergen ein höheres hygienisches Risiko.

Preise und Installation

Für gas- oder strombetriebene Thermen und Durchlauferhitzer ist je nach Komfort und Leistung mit Einzelpreisen ab rund 100 Euro zu rechnen, eine große Auswahl liegt zwischen 300 und 600 Euro. Hinzu kommt der Installationsaufwand, der auch bei zentralen Systemen anfällt. Solarthermie und Warmwasser-Wärmepumpe sind in der Anschaffung teurer, senken dafür die laufenden Kosten deutlich und werden gefördert. Welche Lösung sich rechnet, hängt vom Verbrauch und vom vorhandenen Heizsystem ab: Wird die Heizung ohnehin erneuert, ist es meist am sinnvollsten, die Warmwasserbereitung gleich mit einzubeziehen und über den zentralen Wärmeerzeuger oder eine kombinierte Wärmepumpe mit abzudecken. So vermeiden Sie doppelte Anschaffungen und profitieren von einem aufeinander abgestimmten, effizienten Gesamtsystem.

Beim Warmwasser sparen

Unabhängig vom System lässt sich beim Warmwasser Energie sparen. Gut gedämmte Leitungen und Speicher verringern die Wärmeverluste, besonders bei langen Wegen zwischen Erzeuger und Zapfstelle. Eine bedarfsgerecht eingestellte Zirkulationspumpe, die nicht rund um die Uhr läuft, senkt den Verbrauch spürbar. Sparbrausen und Durchflussbegrenzer reduzieren die entnommene Warmwassermenge, ohne den Komfort merklich zu schmälern. Wer die Speichertemperatur nicht unnötig hoch einstellt, aber die hygienisch notwendigen 55 bis 60 Grad einhält, findet einen guten Kompromiss aus Sparsamkeit und Sicherheit. In Kombination mit Solarthermie oder einer Warmwasser-Wärmepumpe lässt sich der Anteil teurer Energie zusätzlich deutlich senken.

Häufige Fragen zur Warmwasserbereitung

Zentral oder dezentral: Was ist besser?

Das hängt vom Gebäude ab. Zentrale Systeme sind bei mehreren Zapfstellen und vorhandener Heizung sinnvoll, dezentrale Geräte bei einzelnen, weit entfernten Entnahmestellen. Lange, ungedämmte Leitungen sprechen eher für eine dezentrale Lösung.

Welche Warmwasserbereitung ist am sparsamsten?

Solarthermie und Warmwasser-Wärmepumpe, weil sie kostenlose Umwelt- beziehungsweise Sonnenenergie nutzen. Elektrische Durchlauferhitzer sind im Betrieb am teuersten.

Welche Temperatur sollte der Warmwasserspeicher haben?

55 bis 60 Grad Celsius. Diese Temperatur sichert den Komfort und beugt der Bildung von Legionellen vor. Niedrigere Dauertemperaturen sind aus hygienischen Gründen nicht zu empfehlen.

Kann die Wärmepumpe das Warmwasser mitmachen?

Ja. Eine Heizungswärmepumpe bereitet in der Regel auch das Warmwasser auf. Alternativ gibt es die separate Warmwasser-Wärmepumpe, die der Umgebungsluft Wärme entzieht und dadurch deutlich sparsamer arbeitet als ein elektrischer Durchlauferhitzer.