Fußbodenheizung nachrüsten

Fußbodenheizungen sind wegen der gleichmäßigen Wärme beliebt, und viele rüsten sie beim Wechsel auf eine Wärmepumpe nach. Dieser Beitrag erklärt die verschiedenen Systeme, die Kosten und den Betrieb.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zur Wahl stehen Nasssysteme, Trockensysteme und elektrische Fußbodenheizungen.
  • Nasssysteme sind effizient, aber aufwendig; Trockensysteme sind im Altbau einfacher.
  • Elektrische Systeme sind günstig in der Anschaffung, aber teuer im Betrieb.
  • Die Installationskosten liegen grob zwischen 20 und 100 Euro pro Quadratmeter.
  • Wassergeführte Systeme mit Wärmepumpe sind im Betrieb am günstigsten.

Welche Optionen es gibt

Bei der Nachrüstung stehen mehrere grundlegend verschiedene Optionen offen. Zunächst wird zwischen Nass- und Trockensystemen unterschieden, die beide Warmwasser von einer zentralen Heizungsanlage nutzen. Daneben gibt es elektrische Fußbodenheizungen, die ohne Warmwasserkreislauf arbeiten. Die Entscheidung hängt von Ihren Voraussetzungen und Zielen ab: Steht im Altbau eine Heizungssanierung an, wählen die meisten eine wassergeführte Fußbodenheizung, die die vorhandenen Heizkörper ersetzt. Elektrische Systeme sind dagegen meist eine Ergänzung zur bestehenden Heizung und dienen dem Komfort. Neben den Installationskosten sollten Sie stets auch die Betriebskosten berücksichtigen, denn hier gibt es große Unterschiede.

Nasssysteme

Wassergeführte Fußbodenheizungen sind in der Altbausanierung beliebt, da sie den Komfort erhöhen und gut zur Wärmepumpe passen. Problematisch im Altbau ist die Aufbauhöhe, die bei normalen Systemen zwischen 6,5 und 9,5 Zentimetern liegt. Abhilfe schaffen Dünnschichtsysteme mit einer Aufbauhöhe von nur 2 bis 4 Zentimetern, bei denen spezielle Noppenplatten direkt auf den vorhandenen Estrich kommen. Die dünneren Rohrleitungen reduzieren jedoch die Heizleistung. Nasssysteme sind besonders kostenintensiv, da die Installation nicht ohne Estrich möglich ist, weshalb es sich um eine umfangreiche Sanierung handelt. Der Preis liegt grob zwischen 40 und 80 Euro pro Quadratmeter, zuzüglich Kosten für die Integration in Ihre Heizung. Vorteile sind die niedrigen Betriebskosten, die vielseitige Einsetzbarkeit, die Eignung zur Raumkühlung und die hohe Effizienz.

Trockensysteme

Bei der Altbausanierung sind Trockensysteme eine interessante Alternative. Der Unterschied liegt in der Verlegung, denn hier wird kein Estrich neu gegossen. Möglich ist das Einfräsen des Heizkreislaufs in den vorhandenen Estrich oder die Installation auf dem alten Estrich mit speziellen Trockenestrichplatten. Die Installationskosten liegen grob zwischen 40 und 100 Euro pro Quadratmeter, wobei die Kosten für das Fräsen bereits enthalten sind und Komplettlösungen mit Trockenestrichplatten eher hochpreisig ausfallen. Vorteile sind die meist unkomplizierte Nachrüstung im Altbau, die geringe Aufbauhöhe beim Fräsen und die Eignung zur Raumkühlung. Nachteilig sind der höhere Preis und die Tatsache, dass nicht jede Situation eine Trockenverlegung erlaubt.

Nachrüstsysteme im Kostenvergleich (100 m² Altbau)

System Sanierungskosten Aufbauhöhe Eignung
Nasssystem ca. 5.000 bis 9.000 € ca. 7 bis 10 cm bei ohnehin neuem Boden
Trockensystem ca. 8.200 bis 11.200 € ca. 2 bis 5 cm geringe Aufbauhöhe im Bestand
Elektrisch ca. 2.000 bis 5.000 € sehr gering einzelne Räume, hohe Betriebskosten

Elektrische Fußbodenheizungen

Elektro-Fußbodenheizungen sind besonders flach, oft nur wenige Millimeter hoch, und stellen keine besonderen Anforderungen an den Untergrund. Als Heizmatten oder Heizfolien werden sie direkt unter dem Bodenbelag verlegt, was sich gut für die Sanierung eignet, da sich der Boden kaum hebt. Mit grob 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter sind sie die preiswerteste Lösung in der Anschaffung. Vorteile sind die einfache, schnelle und saubere Installation, die kurze Vorlaufzeit und der wartungsfreie Betrieb. Nachteilig sind die hohen Betriebskosten, die fehlende Wärmespeicherung und die geringere Effizienz im Vergleich zu Nasssystemen.

Kosten und Betriebskosten im Überblick

Für einen Altbau mit 100 Quadratmetern Wohnfläche liegen die Sanierungskosten grob bei 5.000 bis 9.000 Euro für ein Nasssystem, 8.200 bis 11.200 Euro für ein Trockensystem und 2.000 bis 5.000 Euro für eine Elektro-Fußbodenheizung. Entscheidend sind zudem die Betriebskosten, die vom Energieträger abhängen. Strom ist mit grob 25 bis 40 Cent je Kilowattstunde deutlich teurer als eine Kilowattstunde Wärme in wassergeführten Systemen, die grob zwischen 6 und 12 Cent liegt. Bei einem angenommenen Wärmebedarf von 18.000 Kilowattstunden im Jahr kostet der Betrieb einer wassergeführten Fußbodenheizung mit Öl oder Gas grob 2.000 bis 2.200 Euro, mit einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe nur grob 1.440 Euro, während eine Elektro-Fußbodenheizung mit grob 5.700 Euro deutlich am teuersten ist.

Fußbodenheizung und Förderung

Wird die Fußbodenheizung im Zuge einer Heizungssanierung mit dem Einbau einer Wärmepumpe kombiniert, kann die Wärmepumpe über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst werden. Die Fußbodenheizung selbst kann als Maßnahme zur Verbesserung des Wärmeverteilsystems je nach Ausgestaltung ebenfalls förderfähig sein. Da sich die Förderbedingungen ändern können, sollten Sie den aktuellen Stand prüfen und die Fördermöglichkeiten vor der Auftragsvergabe mit einem Fachbetrieb klären.

Fazit

Welches System sich lohnt, hängt von Ihren Zielen und den baulichen Gegebenheiten ab. Wassergeführte Nass- und Trockensysteme sind im Betrieb günstig und passen ideal zur Wärmepumpe, während elektrische Systeme vor allem als komfortable Ergänzung in einzelnen Räumen sinnvoll sind. Der begrenzende Faktor ist fast immer die Aufbauhöhe: Ein klassischer Nassaufbau braucht rund 7 bis 9 Zentimeter, Dünnschichtsysteme kommen mit 15 bis 30 Millimetern aus. Entscheidend ist, ob Türen, Treppenantritte und Fensteranschlüsse diese Höhe hergeben, denn ein Türblatt lässt sich kürzen, eine Treppenstufe nicht.

Ein wichtiger Punkt bei der Nachrüstung im Altbau ist die Aufbauhöhe, denn ein zu hoher Bodenaufbau kann Probleme mit Türen, Übergängen und Anschlusshöhen verursachen. Hier spielen Dünnschicht- und Trockensysteme ihre Stärke aus, da sie mit geringer Aufbauhöhe auskommen. Zudem sollten Sie bedenken, dass eine Fußbodenheizung ihre volle Wirkung nur mit einem gut wärmeleitenden Bodenbelag entfaltet; dicke Teppiche oder stark dämmende Beläge bremsen die Wärmeabgabe. Planen Sie die Nachrüstung daher immer im Zusammenhang mit dem Bodenbelag und der geplanten Wärmeerzeugung, damit das System später effizient arbeitet.

Da die Nachrüstung einer Fußbodenheizung je nach System und Gebäude sehr unterschiedlich ausfällt, ist eine fachkundige Planung unerlässlich. Ein Fachbetrieb prüft die baulichen Voraussetzungen, empfiehlt das passende System und stimmt es auf die Wärmeerzeugung ab, insbesondere wenn zugleich eine Wärmepumpe eingebaut wird. So stellen Sie sicher, dass die Fußbodenheizung effizient arbeitet und den gewünschten Komfort bietet.