Fußbodenheizung Steuerung

Sowohl Bauherren als auch Altbau-Besitzer setzen häufig auf die Fußbodenheizung, die unsichtbar im Boden installiert wird und zu den Flächenheizungen zählt. Dieser Beitrag informiert über die Systeme, das Nachrüsten und die Kosten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Es gibt wasserführende Fußbodenheizungen als Nass- oder Trockensystem und elektrische Systeme.
  • Wasserführende Systeme arbeiten mit niedriger Vorlauftemperatur und passen gut zur Wärmepumpe.
  • Elektrische Systeme sind einfach nachzurüsten, aber teurer im Betrieb.
  • Die Steuerung erfolgt über Raumfühler und Thermostate.
  • Die Verlegung kostet grob 38 bis 45 Euro pro Quadratmeter.

Warmwasser-Systeme (Nass und Trocken)

Bei dieser Flächenheizung verlegen die Monteure die Heizungsrohre entweder im oder unter dem Estrich, weshalb man vom Nass- oder Trockensystem spricht. Von Vorteil ist der Betrieb mit niedriger Vorlauftemperatur von etwa 35 Grad Celsius, wodurch sich interessante Kombinationen mit Wärmepumpen oder Solaranlagen ergeben. Geht es um ein schnelles Aufheizen kühler Räume, zeigt die im Estrich verlegte Warmwasserheizung allerdings eine typische Schwäche, denn ihre Regelfähigkeit ist im Vergleich zur elektrischen Fußbodenheizung deutlich träger.

Elektrische Fußbodenheizung

Dieser Typ funktioniert mit Stromanschluss, teils auch über Funk. Die Heizmodule bestehen aus einem Netz oder einer Matte mit Heizkabeln, die trittfest unter dem Bodenbelag verlegt werden. Zu den Vorteilen für Neubau und Nachrüstung zählen der unkomplizierte Einbau und die geringe Aufbauhöhe. In der Praxis ergeben sich jedoch höhere Betriebskosten, da vor allem bei dauerhafter Beheizung großer Flächen die Stromkosten deutlich ins Gewicht fallen. Die elektrische Variante eignet sich daher vor allem für kleinere Flächen oder für die gelegentliche Beheizung, etwa im Bad.

Steuerung nach DIN EN 1264

Ältere Fußbodenheizungen wurden oft in zu hohen Temperaturbereichen betrieben. Moderne Systeme verfügen über eine Steuerung zur präzisen Einhaltung der Oberflächentemperaturen, deren Vorgaben in der Norm DIN EN 1264 festgelegt sind. Über die Steuerung mit Thermostaten lässt sich die Fußbodenheizung für einzelne Wohn- und Arbeitsbereiche bedarfsgerecht temperieren, etwa mit unterschiedlichen Temperaturen für Küche, Bad, Kinderzimmer und Schlafzimmer. Als Orientierung gelten im Schlafzimmer rund 16 bis 18 Grad, im Kinderzimmer 20 bis 22 Grad, in der Küche 18 bis 20 Grad und im Bad etwa 23 Grad. Hersteller justieren ihre Thermostate meist so, dass die mittlere Stufe rund 20 Grad Raumtemperatur ergibt.

Steuerung der elektrischen Variante

Die Steuerung der Flächenheizung erfolgt über einen oder mehrere Raumfühler, ergänzt durch Regler und eine Schaltlogik für die Ansteuerung der Stellantriebe. In der Praxis messen Temperaturfühler die aktuelle Raumtemperatur, die ein Regler mit dem von Ihnen vorgegebenen Sollwert abgleicht und die Heizung entsprechend ansteuert. Moderne Systeme lassen sich zudem in ein Smart Home einbinden und per App steuern, sodass sich die Heizzeiten flexibel an den Tagesablauf anpassen lassen. Das erhöht den Komfort und hilft, unnötiges Heizen zu vermeiden.

Kosten der Fußbodenheizung

Die Kosten variieren je nach System. Als grobe Richtwerte für die Verlegung pro Quadratmeter gelten unter Fachleuten bis zu etwa 39 Euro für die wasserführende Fußbodenheizung im Nasssystem, bis zu rund 44 Euro im Trockensystem und grob 38 bis 45 Euro für die elektrische Variante inklusive Stromzuleitung, Steuerung und Heizmatte. Hinzu kommen je nach Anlage weitere Kosten, etwa für die Anbindung an den Wärmeerzeuger. Da die wasserführende Fußbodenheizung mit niedriger Vorlauftemperatur arbeitet, ist sie langfristig meist wirtschaftlicher, insbesondere in Verbindung mit einer Wärmepumpe.

Mögliche Defekte

Ein Klassiker unter den Defekten ist die undichte Rohrleitung: Die Anlage verliert Wasser, und der Druck am Manometer sinkt. Sind Leitungen über die Jahre undicht geworden, empfehlen Fachleute eine Innensanierung. Alternativ lassen sich defekte Teile heraustrennen. Auch das Entfernen von Ablagerungen durch Hochdruck-Spülen ist eine mögliche Maßnahme, um die Effizienz wiederherzustellen. Treten Probleme wie ungleichmäßige Wärme oder sinkender Druck auf, sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen, der die Ursache prüft und die passende Reparatur durchführt. So bleibt die Fußbodenheizung langfristig zuverlässig und effizient.

Zusammengefasst ist die Fußbodenheizung eine komfortable Flächenheizung, die für angenehme, gleichmäßige Wärme sorgt und sich sowohl im Neubau als auch nachträglich einbauen lässt. Wasserführende Systeme arbeiten mit niedriger Vorlauftemperatur und passen ideal zu einer Wärmepumpe, während elektrische Systeme vor allem für kleinere Flächen und die einfache Nachrüstung geeignet sind. Eine moderne Steuerung über Raumfühler und Thermostate sorgt für eine bedarfsgerechte Temperierung und hilft, Energie zu sparen. Für Auslegung, Einbau und Reparatur ist ein Fachbetrieb der richtige Ansprechpartner.

Wer den nachträglichen Einbau einer Fußbodenheizung plant, sollte die verschiedenen Systeme sorgfältig abwägen und sich beraten lassen, welche Variante zum Gebäude, zur vorhandenen Aufbauhöhe und zum Wärmeerzeuger passt. Gerade in Kombination mit einer Wärmepumpe entfaltet die wasserführende Fußbodenheizung ihre Stärken, da beide mit niedrigen Vorlauftemperaturen besonders effizient arbeiten.

Achten Sie bei der Nachrüstung außerdem auf die verfügbare Aufbauhöhe, da wasserführende Systeme im Nassbau mehr Höhe benötigen als elektrische Matten oder Dünnschichtsysteme. In Altbauten mit begrenzter Höhe kann daher ein Trockensystem oder eine elektrische Variante die praktikablere Lösung sein. Ein Fachbetrieb kann die Gegebenheiten vor Ort prüfen und das passende System empfehlen.

Mit der passenden Systemwahl, einer modernen Steuerung und regelmäßiger Kontrolle bleibt die Fußbodenheizung über viele Jahre ein komfortables und effizientes Heizsystem, das sich besonders gut mit erneuerbaren Wärmeerzeugern kombinieren lässt.