Gaspreisentwicklung: Diagramme, Tabellen & Prognosen

Während die Gaspreise seit 2014 kontinuierlich gefallen sind, lässt sich zuletzt ein leichter Anstieg verzeichnen. Insgesamt ist die Gaspreisentwicklung in den letzten Jahren vergleichsweise stabil. Über die letzten 10 Jahre lässt sich ein Anstieg von insgesamt 6 Prozent verzeichnen. Experten gehen davon aus, dass die Preise für Erdgas auch in Zukunft weiter steigen werden.

Gaspreisentwicklung im Vergleich zu Heizöl und Pellets

Im Vergleich zu der Entwicklung der Pellets- und Heizölpreise ist die Gaspreisentwicklung konstant, wie das Diagramm zeigt:

gaspreisentwicklung diagramm

Die folgende Tabelle zeigt die Gaspreisentwicklung der letzten zehn Jahre. Es handelt sich um bereinigte Preise ohne Steuern inklusive Abgaben:

Jahr

Durchschnittspreis

2003 3,8
2004 5
2005 6,5
2006 7,5
2007 5,93
2008 5,92
2009 6,06
2010 6,2
2011 6,52
2012 6,57
2013 6,8
2014 6,68
2015 6,48
2016 6,09
2017 5,8

Prognosen

Künftig ist mit einem weiteren Anstieg der Gaspreise zu rechnen. Das liegt daran, dass immer mehr Industrien wie beispielsweise die Automobilindustrie Erdgas als Alternative zu Erdöl entdecken. Zwar handelt es sich sowohl bei Erdöl als auch bei Gas um fossile Brennstoffe, jedoch werden die Erdölvorkommen voraussichtlich schneller aufgebraucht sein als die Erdgasressourcen. Je knapper das Erdöl wird, desto mehr steigen die Gaspreise. Da mit einer steigenden Gaspreisentwicklung zu rechnen ist, empfiehlt es sich bei der Auswahl eines Gasanbieters auf einen Vertrag mit einer möglichst langen Preisbindung zu achten.

Ein Wechsel von einer Öl- auf eine Gasheizung ist aus Kostengründen durchaus ratsam. Zumal die Anschaffungskosten für eine Ölheizung deutlich über den Kosten einer Gasheizung liegen. Die kurzfristige Einsparung durch die aktuell niedrigen Heizölpreise verfliegt durch die höheren Investitionskosten einer Ölheizung.

Sie besitzen eine Flüssiggasheizung? Hier erhalten Sie weitere Informationen zu den aktuellen Flüssiggaspreisen.

Warum schwankt der Gaspreis?

Schwankungen in der Gaspreisentwicklung sind üblich und darauf zurückzuführen, dass die Preise für Gas vielen verschiedenen Faktoren unterliegen. Zunächst einmal handelt es sich bei Gas um ein Spekulationsobjekt. Als Handelsgut bestimmt sich sein Wert aus Angebot und Nachfrage. Insofern sind Preisschwankungen völlig normal. Hinzu kommen weitere Faktoren, aus denen sich der aktuelle Gaspreis zusammensetzt:

• Nutzungsgebühren für das Gasnetz
• Mehrwertsteuer
• Erdgassteuer
• Kosten für Marketing und Vertrieb des Gasanbieters
• Förderungs- und Konzessionsabgaben

Während einiger Kostenfaktoren wie die Erdgassteuer bei jedem Anbieter gleich sind, gibt es durchaus Spielraum bei der Preisgestaltung. Durch einen strategisch günstigen Einkauf oder einen besseren Betrieb können es sich einige Gasanbieter erlauben, günstigere Preise anzubieten als andere. Ein Gasvergleich lohnt sich somit immer. Hier erweisen sich verschiedene Verbraucherportale wie Check24, Verivox und Co. als hilfreich. Viele Verbraucher bleiben bei ihrem Grundversorger und verschenken damit Sparpotenzial.

Ölpreisbindung

Diese bestand bis vor einigen Jahren. Dadurch sollten Schwankungen in der Gaspreisentwicklung vermieden werden. Die Ölpreisbindung sah eine Kopplung des Gaspreises an die Heizölpreise vor. Dieses Modell geriet jedoch zunehmend in die Kritik bis es dann endgültig abgeschafft wurde. Dennoch ist es nicht unüblich, dass Entwicklung der Ölpreise mit der Gaspreisentwicklung korreliert. Im Winter beispielsweise, wenn mehr geheizt wird, steigen Gas- und Ölpreis gleichzeitig.