Gasthermen zählen zu den beliebtesten Heizgeräten, denn etwa die Hälfte der Haushalte in Deutschland heizt mit Gas. Die auch als Etagenheizung bekannten Geräte verbinden meist Heiz- und Warmwasserversorgung. Dieser Beitrag erklärt häufige Ursachen, Fehlercodes und Lösungen bei einer defekten Gastherme.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Springt die Gastherme nicht an, prüfen Sie zuerst Gaszufuhr, Luftversorgung und Zündfunke.
  • Das Gehäuse sollten Sie nicht selbst öffnen, da Gas hochentzündlich ist und bei unvollständiger Verbrennung giftiges Kohlenmonoxid entsteht.
  • Fehlercodes im Display zeigen an, ob ein Fachmann nötig ist.
  • Oft hilft schon eine Reinigung oder ein kurzes Trennen vom Strom.
  • In Mietwohnungen sind Wartung und Erhaltung seit 2015 klar geregelt.

Der Gasbrenner erhitzt das Heizwasser und gibt über den Wärmetauscher zugleich Wärme an das Trinkwasser ab, ähnlich einem integrierten Durchlauferhitzer. Ist die Gastherme defekt, zeigt sich das meist dadurch, dass sie nicht mehr anspringt. Prüfen Sie bei einer Zündstörung zuerst drei Punkte: Ist die Gaszufuhr geöffnet? Kommt genügend Luft an? Und blitzt der Zündfunke auf? Drücken Sie anschließend die Entstörtaste und starten Sie erneut. Bleibt das Gerät aus, rufen Sie einen Fachmann und öffnen Sie das Gehäuse nicht selbst, da Erdgas hochentzündlich ist.

Viele Bauteile können den Defekt auslösen

Auch wenn eine Gastherme kompakt wirkt, ähnelt ihr Kreislauf dem einer Zentralheizung, sodass viele der gleichen Bauteile als Ursache infrage kommen: das Ausdehnungsgefäß, die Elektroden, das Gebläse, die Regelung und Steuerung, die Umwälzpumpe, der Wärmetauscher und die Zündung. Ist die Pumpe defekt, wird keine Wärme mehr transportiert. Ein leeres Ausdehnungsgefäß lässt den Druck fallen, und ein Defekt an Elektronik oder Wärmetauscher erfordert einen fachgerechten Austausch.

Fehlercodes richtig deuten

Moderne Gasthermen zeigen einen Fehlercode im Display an. Bei fehlender Anzeige lässt sich oft die Reset-Taste drücken. Die Codeliste im Handbuch weist aus, welche Fehler nur ein Fachmann beheben darf. Immer wenn die inneren Bauteile wie Wärmetauscher oder Pumpe betroffen sind, gehört die Reparatur in Fachhände, da schon das Rütteln an Gasleitungen gefährlich ist. In vielen Fällen lässt sich der Defekt aber schon durch eine gründliche Reinigung beheben, denn Düsen und Zündelektroden reagieren empfindlich auf Staub. Auch ein leichtes Verstellen des Brenners ist möglich und lässt sich nachjustieren. Einen Versuch wert ist zudem, die Therme kurz von der Stromversorgung zu trennen und wieder anzuschließen, am sichersten über die Sicherung.

Sicherheit geht vor

Bei allen Arbeiten an einer Gastherme steht die Sicherheit an erster Stelle. Riecht es nach Gas, sollten Sie die Gaszufuhr absperren, gut lüften, keine elektrischen Schalter oder offenen Flammen betätigen und den Notdienst oder die Feuerwehr rufen. Ein Kohlenmonoxidmelder erhöht die Sicherheit, da das bei unvollständiger Verbrennung entstehende Kohlenmonoxid geruchlos und giftig ist. Alle Eingriffe, die über einfache Prüfungen hinausgehen, gehören in die Hand eines qualifizierten Fachbetriebs.

Wartung und Erhaltung in Mietverhältnissen

In Mietsachen gab es lange Unklarheiten, wer welche Kosten trägt. Seit 2015 unterscheidet die Rechtsprechung klar zwischen der Wartung und der Erhaltung der Gastherme. Bei gemeinsam mit dem Wohnraum vermieteten Geräten gilt die Wartung als Mietersache, während die Erhaltung, also Reparaturen und ein eventueller Austausch, in die Verantwortung des Vermieters fällt. Der Wartungsintervall steht im Handbuch und liegt je nach Alter meist bei einem bis zwei Jahren. Idealerweise beauftragen Mieter und Vermieter denselben Fachbetrieb. Fällt bei einem Wartungstermin ein Schaden auf, sollte er über einen gesonderten Auftrag behoben werden, damit sich Wartungskosten von rund 100 Euro und Reparaturkosten klar trennen lassen. Ist das Gerät Ihr Eigentum, tragen Sie sowohl die Wartungs- als auch die Erhaltungsverantwortung.

Regelmäßige Wartung beugt Defekten vor

Viele Defekte an Gasthermen lassen sich durch regelmäßige Wartung vermeiden. Dabei reinigt der Fachbetrieb Brenner, Düsen und Wärmetauscher, prüft die Elektroden und den Anlagendruck und stellt die Verbrennung korrekt ein. So werden Verschmutzungen und Verschleiß frühzeitig erkannt, bevor sie zu einer Störung führen. Gerade weil die Gastherme oft Heizung und Warmwasser zugleich versorgt, ist ihr zuverlässiger Betrieb wichtig, und die jährliche oder zweijährliche Wartung ist hier eine lohnende Investition.

Ein Wartungsvertrag stellt sicher, dass der Termin regelmäßig wahrgenommen wird, und nimmt Ihnen die Organisation ab. Zugleich erfüllen Sie damit oft die Voraussetzung für Garantieansprüche des Herstellers.

Fazit

Bei einer defekten Gastherme können Sie einige einfache Punkte selbst prüfen, etwa Gaszufuhr, Zündung und Anlagendruck oder einen Reset. Sobald es jedoch um die gasführenden oder inneren Bauteile geht, ist ausschließlich ein Fachmann zuständig, da hier Explosions- und Vergiftungsgefahr besteht. Mit regelmäßiger Wartung, aufmerksamer Beobachtung und dem richtigen Verhalten im Störungsfall bleibt die Gastherme zuverlässig in Betrieb und versorgt Sie sicher mit Wärme und warmem Wasser.

So bleibt Ihre Gastherme über viele Jahre ein zuverlässiges Heizgerät, das Wärme und warmes Wasser sicher bereitstellt.

Damit Sie im Ernstfall richtig reagieren, lohnt es sich, die Grundlagen zu kennen: Wo sitzt der Gashahn, wo die Entstörtaste, und wie lässt sich die Anlage über die Sicherung stromlos schalten? Mit diesem Wissen können Sie im Störungsfall die einfachen Prüfungen sicher durchführen und wissen genau, wann Sie den Fachmann rufen müssen. So bleiben Sie handlungsfähig, ohne sich oder andere zu gefährden.