
Renommierte Hersteller bauen Gasthermen für lange Lebenszeiten. Durch Umzüge, Sanierungen oder veränderte Lebensumstände gelangen daher immer wieder gebrauchte Geräte auf den Markt. Der Kauf einer gebrauchten Gastherme kann verlockend günstig wirken, birgt aber erhebliche Risiken. Dieser Ratgeber erklärt, wann sich ein Gebrauchtkauf überhaupt lohnt, worauf Sie achten müssen und warum Einbau und Abnahme in jedem Fall in Fachhand gehören.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Vom Kauf einer gebrauchten Gastherme ist grundsätzlich abzuraten, da sich versteckte Mängel selbst für Fachleute schwer einschätzen lassen und ein Neukauf am Ende oft günstiger ist.
- Der Einbau durch Laien ist verboten. Anschluss und Inbetriebnahme müssen durch einen zugelassenen Fachbetrieb erfolgen, die Abnahme übernimmt der Schornsteinfeger.
- Wer dennoch gebraucht kauft, sollte Leistung, Maße, Alter, Betriebsstunden, Gasart und vorhandene Unterlagen genau prüfen und die Montagekosten gegen den Preis eines Neugeräts rechnen.
Warum Vorsicht geboten ist
Ob eine gebrauchte Gastherme mängelfrei ist, lässt sich wegen der Komplexität moderner Geräte nur schwer beurteilen. Nicht selten entpuppt sich das vermeintliche Schnäppchen als Kostenfalle, bei der nach und nach weitere Mängel auftreten und ein Neukauf am Ende günstiger gewesen wäre. Das Risiko steht damit oft in keinem Verhältnis zur möglichen Ersparnis. Hinzu kommt: Bei einem brennbaren Stoff wie Gas reicht Laienwissen für eine verantwortliche Kaufentscheidung und einen sicheren Anschluss nicht aus. Neben dem persönlichen Risiko drohen der Verlust des Versicherungsschutzes und die Missachtung gesetzlicher Vorschriften.
Checkliste vor dem Kauf
Wer sich dennoch für eine gebrauchte Gasheizung entscheidet, sollte vor der Suche einige Eckdaten klären:
- Welche Nennleistung muss das Gerät erbringen?
- Wie groß darf das Gehäuse sein (Höhe, Breite, Tiefe)?
- Passt das Gerät zur vorhandenen Abgasanlage, also Heizwert- oder Brennwerttechnik?
- Arbeitet die Therme raumluftabhängig oder raumluftunabhängig?
- Sind Kaufunterlagen und Bedienungsanleitung vorhanden?
- Wie alt ist das Gerät und wie viele Betriebsstunden hat es hinter sich?
- Gibt es eine Gewährleistung oder handelt es sich um einen Privatverkauf?
Einbau durch Laien ist verboten
Der Gesetzgeber schützt Verbraucher durch ein generelles Verbot des Selbsteinbaus von Gasgeräten. Anschluss und Inbetriebnahme müssen durch einen zugelassenen Heizungsinstallateur erfolgen, und der zuständige Schornsteinfeger nimmt die Anlage ab. Idealerweise sprechen Sie schon vor dem Kauf mit dem späteren Montagebetrieb und dem Schornsteinfeger. Handelt es sich um ein bekanntes Markenprodukt, kennen Fachleute die technischen Spezifikationen und typische Schwachstellen älterer Geräte und können wertvolle Hinweise geben.
Wann ein Gebrauchtkauf überhaupt sinnvoll sein kann
Es gibt wenige Konstellationen, in denen der Kauf einer gebrauchten Gastherme vertretbar ist. Dazu zählt etwa ein sehr junges Gerät aus einem gut dokumentierten Vorbesitz, das nachweislich gewartet wurde und für das noch eine Gewährleistung besteht. Auch ein baugleiches Ersatzgerät als Übergangslösung kann in Einzelfällen sinnvoll sein. In all diesen Fällen sollten die Herkunft, das Alter, die Betriebsstunden und der Wartungsverlauf lückenlos nachvollziehbar sein. Fehlen diese Angaben oder stammt das Gerät aus einem Privatverkauf ohne Gewährleistung, überwiegt das Risiko klar.
Wichtig ist zudem, dass ein gebrauchtes Gerät zur vorhandenen Gasart und zur Abgasanlage passt. Ein Brennwertgerät benötigt eine andere Abgasführung als ein altes Heizwertgerät, und die Umrüstung kann aufwendig und teuer werden. Lassen Sie die Eignung daher vor dem Kauf von einem Fachbetrieb prüfen.
Umstellung auf Erd- oder Flüssiggas
Soll die Gasversorgung neu aufgebaut oder umgestellt werden, ist die Versorgungslage zu klären. Wichtige Fragen sind:
- Wie weit ist der nächste Erdgasanschluss entfernt?
- Welche Gasart liefert der Versorger?
- Muss das Gerät bei Flüssiggas umgerüstet werden?
- Welche Standorte kommen platz- und sicherheitsrelevant infrage?
- Welcher Aufwand entsteht für die Abgasführung?
- Soll nur Heizwasser oder auch Warmwasser bereitet werden?
Montageaufwand realistisch rechnen
Die Kosten für den fachgerechten Anschluss lassen sich nicht umgehen. Für eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung sollten Sie dem Anschaffungspreis den Montageaufwand gegenüberstellen. In vielen Fällen erhöhen Anpassungen und Nachrüstungen die Handwerkskosten so stark, dass der Preisvorteil des Gebrauchtgeräts aufgezehrt wird. Vergleichen Sie daher die Gesamtkosten mit denen eines Neugeräts. Fällt die Differenz gering aus, sprechen Garantie, Effizienz und Rechtssicherheit klar für ein neues Gerät. Zu bedenken ist außerdem, dass eine reine Gasheizung als fossiles System dem steigenden CO2-Preis unterliegt und nicht mehr über die staatliche Heizungsförderung bezuschusst wird. Bei einer ohnehin anstehenden Erneuerung lohnt sich daher der Vergleich mit einer geförderten Wärmepumpe. Über Kesselheld erhalten Sie dazu eine unabhängige Beratung und ein Angebot. Bevor Sie sich für ein gebrauchtes Gerät entscheiden, sollten Sie außerdem die langfristige Perspektive bedenken. Da eine reine Gasheizung fossil betrieben wird, unterliegt sie dem steigenden CO2-Preis und ist nicht mehr über die staatliche Heizungsförderung förderfähig. Ein günstiges Gebrauchtgerät kann sich dadurch über die Nutzungsdauer als teurer erweisen als eine geförderte, effiziente Alternative. Über Kesselheld erhalten Sie eine unabhängige Einschätzung, welche Lösung für Ihr Gebäude wirtschaftlich sinnvoll ist. Lassen Sie sich vor dem Kauf immer ein schriftliches Angebot für den fachgerechten Einbau geben, damit Sie die Gesamtkosten realistisch mit denen eines Neugeräts vergleichen können. Nur so lässt sich beurteilen, ob der vermeintliche Preisvorteil eines Gebrauchtgeräts tatsächlich bestehen bleibt oder durch den Montageaufwand aufgezehrt wird. Eine sorgfältige Abwägung schützt Sie vor bösen Überraschungen und teuren Nachbesserungen nach dem Kauf.
