Getrocknete Hackschnitzel

Hackschnitzel, auch Hackgut oder Holzschnitzel genannt, sind mit schneidenden Werkzeugen zerkleinertes Holz. Darin liegt der Unterschied zu Schredderholz, das mit stumpfen Werkzeugen zertrümmert wird. Haupteinsatzgebiet ist die Verbrennung in Heizungssystemen. Wer Hackschnitzel nutzen möchte, kann sie kaufen oder selbst herstellen. Für eine gute Verbrennung ist die Hackschnitzeltrocknung entscheidend. Wir erklären, warum die Trocknung so wichtig ist und stellen die Methoden Container, Schrägboden und Solar vor.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Wassergehalt der Hackschnitzel bestimmt maßgeblich den Brennwert.
  • Vor der Lagerung sollte der Wasseranteil unter 30 Prozent, idealerweise bei etwa 15 Prozent liegen.
  • Zu feuchte Hackschnitzel verlieren an Heizwert und neigen zu mikrobiellem Abbau.
  • Zur Trocknung eignen sich Schrägboden, Container und die kostengünstige solare Trocknung.

Warum die Trocknung entscheidend ist

Die Eigenproduktion ist gerade angesichts steigender Energiepreise interessant. Der Preis für Hackschnitzel hängt unter anderem vom Wassergehalt, der Qualität und der Liefermenge ab. Je Kilowattstunde zählen sie zu den günstigeren Brennstoffen. Der Wasseranteil wird zunächst durch die Baumart bestimmt und ist entscheidend für den Brennwert, weshalb der Auswahl des Holzes und der Trocknung große Bedeutung zukommt. Ein weiteres Problem ist der mögliche mikrobielle Abbau bei zu hohem Wassergehalt. Deshalb sollte der Wasseranteil vor der Lagerung unter 30 Prozent, im Idealfall bei etwa 15 Prozent liegen.

  • Direkt nach dem Einschlag hat das Holz einen Wassergehalt von etwa 50 bis 60 Prozent.
  • Nadelholz erreicht in diesem Zustand einen Brennwert von rund 2 Kilowattstunden pro Kilogramm.
  • Sinkt der Wasseranteil auf etwa 20 Prozent, steigt der Brennwert auf rund 4 Kilowattstunden pro Kilogramm.

Die Trocknung verdoppelt den nutzbaren Brennwert also nahezu, was ihre große Bedeutung unterstreicht. Trockene Hackschnitzel verbrennen zudem sauberer und mit weniger Emissionen.

Schrägbodentrocknung

Der Schrägboden sollte einen Winkel von etwa 40 bis 45 Grad haben und aus luftdurchlässigen Metallblechen bestehen. Die Warmluft strömt von unten durch die Luftschlitze in die Bleche, sodass das Holz von der warmen Luft durchströmt und getrocknet wird. Entsprechende Bleche sind im Fachhandel erhältlich, sodass der Eigenbau unkompliziert ist. Ein Tipp: Verteilen Sie die Hackschnitzel möglichst gleichmäßig auf dem Blech. Ist ein Teil bereits getrocknet, ist eine Umschichtung sinnvoll, und die trockenen Hackschnitzel können in den Vorratsbunker gebracht werden.

Trocknung im Container

Die Containertrocknung ist vorteilhaft, wenn größere Mengen getrocknet werden sollen, denn das Holz kann als mobile Trocknung nach dem Trocknen direkt weitertransportiert werden. Dazu wird in den Container ein doppelter Boden mit luftdurchlässigen Metallblechen eingebaut. Die Warmluftzufuhr wird unterhalb der Lüftungsbleche angeschlossen, sodass die warme Luft von unten durch die Bleche in das Holz strömt. Diese Methode eignet sich gut für Betriebe, die regelmäßig größere Mengen Hackschnitzel verarbeiten.

Solare Trocknung

Die Kosten der Trocknung lassen sich durch die Nutzung der Sonnenenergie senken. Dabei wird ein Solarluftkollektor auf das Dach eines Hackschnitzel-Unterstandes montiert, der die Luft direkt erwärmt, sodass kein Wärmetauscher nötig ist. Die Ausgaben für die solare Trocknung sind gering und belaufen sich je nach System auf nur etwa einen Euro je Schüttmeter. Die solare Trocknung ist damit die kostengünstigste Methode, benötigt allerdings ausreichend Zeit und geeignetes Wetter.

Die richtige Methode wählen

Welche Trocknungsmethode die richtige ist, hängt von der Menge, dem verfügbaren Platz und dem Budget ab. Für kleinere Mengen und den Eigenbedarf eignet sich die einfache und günstige Schrägbodentrocknung, während die Containertrocknung ihre Stärken bei größeren Mengen und beim Transport ausspielt. Die solare Trocknung ist besonders kostengünstig, erfordert aber ausreichend Zeit und Sonnenschein. In vielen Fällen lassen sich die Methoden auch kombinieren, etwa indem die Sonnenenergie die Warmluft liefert. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Hackschnitzel ausreichend trocken werden, bevor sie gelagert werden, um Brennwertverluste und mikrobiellen Abbau zu vermeiden. So sichern Sie sich einen hochwertigen, energiereichen Brennstoff.

Lagerung nach der Trocknung

Nach der Trocknung ist die richtige Lagerung entscheidend, damit die Hackschnitzel ihre Qualität behalten. Der Lagerort muss trocken und gut belüftet sein, denn nehmen die Hackschnitzel erneut Feuchtigkeit auf, sinkt der Brennwert wieder und es droht mikrobieller Abbau. Eine ausreichende Belüftung verhindert zudem Schimmelbildung und die Entstehung von Wärme im Lager. Wichtig ist auch, dass das Lager sauber gehalten wird und keine Fremdstoffe hineingelangen, die die Verbrennung stören könnten. Wer Hackschnitzel selbst herstellt und trocknet, sollte ausreichend Lagerkapazität einplanen, um einen Vorrat für die gesamte Heizsaison anzulegen. So steht dauerhaft ein trockener, energiereicher und vollständig verbrennender Brennstoff zur Verfügung, der die Investition in die Trocknung voll zur Geltung bringt.

Fazit

Die Hackschnitzeltrocknung ist entscheidend für einen hohen Brennwert und eine gute Lagerfähigkeit, denn der Wassergehalt bestimmt maßgeblich, wie viel Energie das Holz liefert. Vor der Lagerung sollte der Wasseranteil unter 30 Prozent, idealerweise bei etwa 15 Prozent liegen, da zu feuchtes Material an Heizwert verliert und zu mikrobiellem Abbau neigt. Zur Trocknung eignen sich die einfache Schrägbodentrocknung, die Containertrocknung für große Mengen und die besonders günstige solare Trocknung. Welche Methode passt, hängt von Menge, Platz und Budget ab. Gut getrocknete Hackschnitzel sind ein hochwertiger Brennstoff mit hohem Heizwert und geringeren Emissionen als feuchtes Material.