Heizung bleibt kalt

Meistens passiert es an besonders frostigen Tagen: Die Heizung bleibt kalt und es wird langsam ungemütlich in den Wohnräumen. Rufen Sie in einem solchen Fall nicht sofort den Heizungsmonteur, denn häufig lässt sich die Ursache selbst finden und beheben. Dieser Beitrag zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen, wenn Ihre Heizung nicht warm wird.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Prüfen Sie zuerst die Anlage auf Fehlermeldungen und kontrollieren Sie, ob eine Nachtabsenkung oder eine falsch gestellte Uhr die Ursache ist.
  • Gluckernde, oben warme und unten kalte Heizkörper deuten auf Luft im System hin und lassen sich durch Entlüften beheben.
  • Ein zu niedriger Wasserdruck im Heizkreis, meist sollte er zwischen 1,2 und 1,8 bar liegen, ist eine häufige Ursache.
  • Ein festsitzender Thermostatstift lässt sich oft mit wenigen Handgriffen selbst lösen.
  • Bleibt die Heizung trotz aller Maßnahmen kalt, während Warmwasser läuft, kann ein defektes Umschaltventil dahinterstecken und ein Fachbetrieb ist gefragt.

Kontrollieren Sie die Anlage auf Fehlermeldungen

Bevor Sie eine Maßnahme ergreifen, lohnt ein Blick auf mögliche Fehlermeldungen. Moderne Öl- und Gasbrenner zeigen bei einer Störung in der Regel einen Fehlercode an. Die zugehörige Bedienungsanleitung erklärt, was der jeweilige Code bedeutet.

Kontrollieren Sie außerdem, ob die Anlage nur zu bestimmten Zeiten heizt. Häufig ist tagsüber noch die Nachtabsenkung aktiv, sodass die Heizung kalt bleibt. Manchmal steckt lediglich eine falsch eingestellte Uhrzeit dahinter. Ein weiterer verbreiteter Grund für eine nicht richtig funktionierende Heizung ist eine überfällige Heizkörperentlüftung.

Heizkörper entlüften

Bleibt der Heizkörper unten kalt und Sie hören ein Gluckern? Dann befindet sich sehr wahrscheinlich Luft im Heizkörper, die das heiße Wasser verdrängt. In diesem Fall hilft das Entlüften. Gehen Sie so vor:

  • Stellen Sie zunächst die Umwälzpumpe ab, damit die Luft nicht im System herumgewirbelt wird, und warten Sie etwa eine Stunde, bis sich die Luft in den Heizkörpern sammelt.
  • Stellen Sie den Heizkörper auf die höchste Stufe.
  • Halten Sie ein Gefäß unter das Entlüftungsventil, das dem Thermostat gegenüberliegt, und drehen Sie es mit dem Entlüftungsschlüssel etwa eine halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn.
  • Sobald statt Luft Wasser austritt, schließen Sie das Ventil wieder.

Auch in einer Fußbodenheizung kann sich Luft sammeln, erkennbar an einzelnen kalten Stellen. Hier schließen Sie zunächst die Kugelhähne für Vor- und Rücklauf sowie alle Heizkreise. Am Vorlaufverteiler schließen Sie einen Schlauch mit Zapfventil an, am Rücklaufverteiler einen zweiten Schlauch, den Sie zu einem Abfluss führen. Anschließend öffnen Sie den Heizkreis und spülen ihn, bis nur noch Wasser und keine Luft mehr austritt.

Die Heizung bleibt kalt trotz Entlüften?

Ist der Heizkörper entlüftet und bleibt dennoch kalt, prüfen Sie den Wasserdruck im Heizkreislauf. Er sollte in der Regel zwischen 1,2 und 1,8 bar liegen. Ist der Druck zu niedrig, füllen Sie frisches Wasser nach. Dass der Druck über die Saison etwas nachlässt, ist normal, weshalb sich ein gelegentliches Nachfüllen empfiehlt.

Bleibt die Heizung weiterhin kalt, klemmt häufig der Thermostatstift. Diesen können Sie selbst lösen:

  • Schrauben Sie den Thermostatkopf ab und ziehen Sie ihn nach vorne ab.
  • Aus dem Ventil ragt ein kleiner Stift, der beweglich sein muss. Drücken Sie ihn hinein. Federt er von selbst zurück, ist er nicht die Ursache.
  • Kehrt der Stift nicht in seine Ausgangsstellung zurück, bewegen Sie ihn mit einer Kombizange vorsichtig mehrmals hin und her, bis er wieder frei läuft.

Die Heizung bleibt kalt, aber Warmwasser läuft?

Läuft warmes Wasser, während die Heizkörper kalt bleiben, kann die Stopfbuchse des Wasserschalters verkalkt sein. Ein erster Hinweis sind Verkrustungen an den Trinkwasserleitungen. In diesem Fall arbeitet das Vorrangumschaltventil nicht mehr richtig, und die Heizung wird nicht versorgt. Hier hilft nur, das Umschaltventil zu prüfen und gegebenenfalls durch einen Fachbetrieb austauschen zu lassen.

Wann ein Fachbetrieb ran sollte

Viele Ursachen lassen sich mit etwas Geduld selbst beheben. Grenzen sind erreicht, wenn der Brenner auf Störung geht und sich nicht dauerhaft entstören lässt, wenn wiederkehrende Fehlercodes auftreten oder wenn Bauteile wie Pumpe, Umschaltventil oder Regelung defekt sind. Auch wenn mehrere Heizkörper trotz korrektem Druck und Entlüftung kalt bleiben, spricht das für ein tiefer liegendes Problem. Ein Fachbetrieb findet die Ursache zuverlässig und verhindert, dass aus einer Kleinigkeit ein größerer Schaden mitten in der Heizsaison wird. Wer die Anlage regelmäßig warten lässt, beugt vielen dieser Ausfälle von vornherein vor.

Regelmäßige Wartung beugt vor

Viele der genannten Probleme lassen sich vermeiden, wenn die Heizung regelmäßig gepflegt wird. Ein jährlicher Blick auf den Wasserdruck, das Entlüften der Heizkörper zu Beginn der Heizsaison und eine fachgerechte Wartung sorgen dafür, dass die Anlage zuverlässig warm wird. Wird die Heizung von einem Fachbetrieb geprüft, fallen Verschleißteile wie eine schwächelnde Umwälzpumpe, ein defektes Ausdehnungsgefäß oder ein verschlissenes Umschaltventil rechtzeitig auf. So lassen sich Ausfälle mitten im Winter, wenn Handwerker besonders gefragt sind, meist von vornherein verhindern. Auch der hydraulische Abgleich hilft: Er sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die richtige Wassermenge erhält und einzelne Räume nicht kalt bleiben, während andere überheizt sind.

Bleibt unklar, warum die Heizung nicht warm wird, hilft ein systematisches Vorgehen: erst die Regelung und die Zeitprogramme prüfen, dann Druck und Entlüftung, zuletzt die einzelnen Bauteile. Wer diese Reihenfolge einhält, findet die Ursache in den meisten Fällen schnell.