Wenn die Heizung pfeift, kann das nicht nur stören, sondern auch beunruhigen. Gefahr besteht in der Regel nicht, doch das Pfeifen ist ein Hinweis auf ein Problem in der Anlage. Manche Ursachen können Sie selbst beheben, für andere ist ein Fachmann nötig. Dieser Beitrag erklärt die Ursachen und was hilft.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Pfeifen ist meist ungefährlich, weist aber auf eine Störung hin.
- Luft im System ist eine häufige Ursache und lässt sich durch Entlüften beheben.
- Eine zu hoch eingestellte Umwälzpumpe pfeift oft nur zu bestimmten Zeiten, etwa bei Nachtabsenkung.
- Eine zu hohe Pumpendrehzahl verschlechtert zudem die Effizienz und erhöht die Heizkosten.
- Bei starken Geräuschen kann als Mieter eine Mietminderung infrage kommen.
Für die Ursachensuche ist es hilfreich, das Pfeifen genau zu beobachten: Pfeift es auch, wenn die Heizung aus ist? Pfeift es permanent oder nur beim Aufheizen? Kommt das Geräusch scheinbar vom Thermostat? Tritt es nur nachts bei Nachtabsenkung auf? Diese Beobachtungen helfen, die Ursache einzugrenzen, und sind auch für den Fachmann aufschlussreich.
Luft als Ursache
Das Heizungssystem ist ein geschlossener Kreislauf, durch den bei den meisten Anlagen kontinuierlich Wasser strömt. In Mehrfamilienhäusern sind die Heizkörper der einzelnen Wohnungen meist verbunden, sodass sich Schallwellen über die Rohre übertragen und ein Geräusch auch aus einer Nachbarwohnung stammen kann. Luft im System wirkt sich unterschiedlich aus: Typisch ist ein Blubbern oder Gluckern, aber auch ein Rauschen oder Pfeifen ist möglich. Das Geräusch kann dabei in den Heizkörpern, den Rohren oder am Ventil entstehen.
Entlüften Sie die Heizung
Wenn die Heizung pfeift, sollten Sie zunächst die Heizkörper in Ihrem Wohnraum entlüften. Das können Sie problemlos selbst erledigen. Hilft das nicht, muss eventuell die gesamte Anlage entlüftet werden, wofür die Umwälzpumpe abgestellt wird. Im Eigenheim ist das selbst möglich. Bei größeren Anlagen in Mehrfamilienhäusern übernimmt es in der Regel ein Fachmann.
Wenn das Entlüften nicht hilft
Bringt das Entlüften nichts, liegt ein anderes Problem vor. Möglicherweise ist die Umwälzpumpe zu hoch eingestellt. Dann pfeift die Heizung häufig nur zu bestimmten Zeiten, etwa beim Aufheizen, bei Nachtabsenkung oder bei der Warmwassernutzung. Die Einstellung der Pumpe sollte im Zweifel ein Installateur vornehmen. Gut zu wissen: Eine zu hohe Drehzahl verursacht nicht nur Geräusche, sondern verschlechtert auch die Effizienz. Bei niedrigerer Drehzahl arbeitet die Anlage sparsamer, und Sie sparen Heizkosten.
Weitere Fehlerquellen
Für ein lautes Pfeifen kommen weitere Ursachen infrage. So kann der Innendruck des Systems nicht stimmen: Ein zu niedriger Wasserdruck verursacht Geräusche. Pfeift die Heizung nur bei Nachtabsenkung, stimmen oft die Einstellungen nicht oder es liegt ein Defekt vor. Ein Heizungsmonteur kann die gesamte Anlage überprüfen, um die Ursache des Pfeifens zu finden und gezielt zu beheben.
Mietminderung bei Heizungsgeräuschen
Ein Pfeifen kann sehr laut werden und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Als Mieter sollten Sie wissen, dass der Vermieter grundsätzlich verpflichtet ist, bei lauten Heizungsgeräuschen zu reagieren. Geschieht das nicht, kann unter Umständen eine Mietminderung infrage kommen. Nach der einschlägigen DIN-Norm gilt häufig ein Richtwert von rund 30 Dezibel, der nicht überschritten werden sollte. Messen Sie die Lautstärke am besten selbst, etwa mit einer Smartphone-App, und dokumentieren Sie die Zeitpunkte, um eine Grundlage für Ihr Anliegen zu haben.
So gehen Sie vor
Beginnen Sie bei einem Pfeifen immer mit dem Entlüften der Heizkörper, da Luft die häufigste und am einfachsten zu behebende Ursache ist. Bleibt das Geräusch bestehen, achten Sie darauf, wann genau es auftritt, denn ein Pfeifen bei Nachtabsenkung oder beim Aufheizen deutet auf die Umwälzpumpe hin. Prüfen Sie außerdem den Wasserdruck. Lässt sich das Pfeifen so nicht beseitigen, sollte ein Fachbetrieb die Anlage kontrollieren und die Einstellungen von Pumpe und Druck anpassen. So verschwindet das Geräusch, und Ihre Heizung arbeitet wieder ruhig und zugleich sparsam.
Zusammengefasst ist ein Pfeifen zwar unangenehm, aber in der Regel ungefährlich und gut zu beheben. Der erste Schritt ist das Entlüften der Heizkörper. Bleibt das Geräusch bestehen, achten Sie darauf, wann es auftritt, und prüfen Sie Wasserdruck und Pumpeneinstellung. Da eine zu hoch eingestellte Pumpe nicht nur pfeift, sondern auch die Heizkosten erhöht, lohnt sich die richtige Einstellung doppelt. Für die fachgerechte Anpassung ist im Zweifel ein Installateur der richtige Ansprechpartner.
Wann der Fachmann nötig ist
Das Entlüften der Heizkörper ist eine Aufgabe, die Sie selbst übernehmen können. Sobald es jedoch um die Einstellung der Umwälzpumpe, den Wasserdruck oder einen möglichen Defekt geht, ist ein Installateur die richtige Wahl, da diese Arbeiten Erfahrung erfordern. Bleibt das Pfeifen bestehen oder tritt es nur zu bestimmten Zeiten wie bei Nachtabsenkung auf, kann der Fachmann die Anlage systematisch prüfen und die Ursache gezielt beheben. In Mietwohnungen wenden Sie sich an den Vermieter, der für die Beseitigung solcher Mängel verantwortlich ist.
Mit dem richtigen Vorgehen und regelmäßiger Wartung lässt sich ein Pfeifen zuverlässig beseitigen, sodass Ihre Heizung wieder ruhig und zugleich sparsam arbeitet.
Reagieren Sie frühzeitig auf ein anhaltendes Pfeifen, denn so lassen sich die Ursachen meist einfach beheben, bevor daraus ein größeres Problem entsteht.
