
Heizungsgeräusche sind vor allem bei älteren Anlagen nicht ungewöhnlich, doch wenn die Heizung quietscht, kann das gerade nachts unangenehm sein. Ein Quietschen kann harmlos sein oder auf einen Defekt hindeuten. Dieser Beitrag erklärt die Ursachen und Lösungen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der erste Schritt ist immer das Entlüften der Heizkörper.
- Dehnungsgeräusche der Rohre können ein Quietschen oder Knacken in der Wand verursachen.
- Ein defektes Thermostatventil oder reibende Heizkörperhalterungen kommen als Ursache infrage.
- Auch zu niedriger Wasserdruck oder eine zu hohe Pumpendrehzahl führen zu Geräuschen.
- Bei starken Geräuschen kann als Mieter eine Mietminderung infrage kommen.
Erster Schritt: Entlüften
Normalerweise verursacht Luft im System eher ein Gluckern oder Blubbern, mitunter kann es aber auch wie ein Quietschen oder Knacken klingen. Was Sie selbst tun können, ist das Entlüften der Heizkörper in Ihrer Wohnung. Ist das Geräusch danach verschwunden, war Luft die Ursache. Quietscht es nur etwas leiser, haben Sie die Ursache wahrscheinlich nicht behoben, sondern die Luft hat das Geräusch nur verstärkt. Versuchen Sie in diesem Fall, das Geräusch zu lokalisieren, denn in einem Heizungssystem übertragen sich Schallwellen über größere Distanzen. Möglicherweise stammt der Ursprung aus der Umwälzpumpe, der Ölpumpe oder den Heizkörpern einer anderen Wohnung. Auch Thermostatventil und Rohre können quietschen.
Weitere mögliche Ursachen
Dehnungsgeräusche der Rohre können ein Quietschen oder Knacken in der Wand verursachen. Wurden die Fassungen der Rohre beim Einbau zu eng gewählt, entsteht ein Geräusch, sobald sich die Rohre durch das heiße Wasser ausdehnen. Tritt das Quietschen erst nach einer Baumaßnahme oder bei einer neuen Heizung direkt nach der Inbetriebnahme auf, sollte ein Fachmann auch die Rohre prüfen. Entsteht das Quietschen am Thermostatventil, könnte dieses defekt sein; der Austausch gehört in die Hand eines Fachmanns. Auch die Halterungen der Heizkörper können quietschen, wenn sich die Heizkörper beim Einschalten ausdehnen und Reibung entsteht. Prüfen Sie die Halterungen und lockern Sie testweise die Befestigungsschellen.
Druck und Pumpe prüfen
Lässt sich das Geräusch nicht lokalisieren und hilft das Entlüften nicht, sollten Sie einen Installateur mit der Prüfung beauftragen. Folgende Probleme kommen infrage:
- Ein zu niedriger Wasserdruck. In diesem Fall muss Wasser nachgefüllt werden.
- Eine zu hohe Drehzahl der Umwälzpumpe; hier hilft das Herabsetzen der Drehzahl.
- Ein Defekt an einem Bauteil wie der Öl- oder Umwälzpumpe.
Diese Ursachen sollten fachgerecht geprüft und behoben werden, damit das Quietschen dauerhaft verschwindet.
Mietminderung bei Heizungsgeräuschen
Laute Heizungsgeräusche müssen Sie als Mieter nicht hinnehmen, denn Ihr Vermieter ist verpflichtet, die Störung abzustellen. Als Richtwert wird häufig eine Grenze von rund 30 Dezibel nach der einschlägigen DIN-Norm genannt. Reagiert der Vermieter nach mehrmaliger Aufforderung nicht, kann unter Umständen eine Mietminderung infrage kommen. Wichtig ist, dass Sie die Geräuschbelästigung nachweisen. Haben Sie kein Messgerät, können Sie die Lautstärke auch mit einer Smartphone-App messen und die Zeitpunkte dokumentieren.
So gehen Sie vor
Beginnen Sie bei einem Quietschen immer mit dem Entlüften der Heizkörper, da das die einfachste und häufig wirksame Maßnahme ist. Bleibt das Geräusch bestehen, versuchen Sie es zu lokalisieren und prüfen Sie einfache Ursachen wie reibende Halterungen. Lässt sich das Quietschen so nicht beheben, sollte ein Fachbetrieb die Anlage kontrollieren und Druck, Pumpe, Ventile und Rohrbefestigung prüfen. Ein leises Betriebsgeräusch ist bei älteren Heizungen normal, ein lautes oder dauerhaftes Quietschen dagegen ein Signal, dem Sie nachgehen sollten, damit wieder Ruhe einkehrt und die Heizung zuverlässig arbeitet.
Mit regelmäßigem Entlüften und einer gepflegten Anlage beugen Sie vielen Geräuschen vor. Bei anhaltendem Quietschen ist der Fachbetrieb die richtige Wahl, der die Ursache gezielt findet und behebt.
Geräusche richtig einordnen
Um ein Quietschen gezielt anzugehen, hilft es, genau hinzuhören und zu beobachten, wann es auftritt. Quietscht die Heizung nur beim Aufheizen, deutet das eher auf Dehnungsgeräusche der Rohre oder reibende Halterungen hin. Tritt das Geräusch dagegen im laufenden Betrieb oder sogar bei ausgeschalteter Heizung auf, sind eher die Pumpe, der Druck oder ein Bauteildefekt die Ursache. Achten Sie auch darauf, ob das Geräusch aus einem einzelnen Heizkörper, aus der Wand oder eher diffus aus der ganzen Anlage kommt. Diese Beobachtungen grenzen die möglichen Ursachen ein und erleichtern sowohl Ihnen als auch dem Fachmann die Suche. Ein leises Quietschen mag harmlos sein, ein lautes oder zunehmendes Geräusch sollten Sie dagegen nicht ignorieren, da es auf einen behebbaren Fehler hinweisen kann.
Mit systematischem Vorgehen und regelmäßiger Pflege lässt sich ein Quietschen in den meisten Fällen dauerhaft beseitigen, sodass Ihre Heizung wieder ruhig und zuverlässig arbeitet.
Denken Sie außerdem daran, dass regelmäßiges Entlüften und eine jährliche Wartung vielen Geräuschen von vornherein vorbeugen. Wird die Anlage gut gepflegt und sind Druck und Pumpe richtig eingestellt, treten störende Geräusche wie ein Quietschen deutlich seltener auf, und die Heizung arbeitet zugleich effizienter.
So sorgen Sie dafür, dass ein Quietschen nicht zum Dauerärgernis wird, sondern schnell und gezielt behoben werden kann.
Ein leises Betriebsgeräusch ist bei älteren Anlagen normal, bei einem lauten oder zunehmenden Quietschen sollten Sie dagegen frühzeitig handeln, um die Ursache dauerhaft zu beseitigen.
