
Ein Heizungsnotschalter ist in Gebäuden mit einer Heizung ab einer Nennleistung von über 50 Kilowatt Pflicht; das betrifft meist größere oder öffentliche Gebäude. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegt mit unter 20 Kilowatt darunter, sodass der Einbau hier freiwillig ist. Der Schalter sitzt meist direkt neben der Tür zum Heizungsraum und unterbricht bei Betätigung die Stromzufuhr zur Heizung. Wir erklären, wann der Heizungsnotschalter Pflicht ist, wie er funktioniert und welche Vorschriften gelten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Heizungsnotschalter unterbricht im Notfall die Stromzufuhr zur Heizung.
- Pflicht ist er ab einer Nennleistung von über 50 Kilowatt, in Einfamilienhäusern meist freiwillig.
- Er muss außerhalb des Heizungsraums, gut erreichbar und eindeutig gekennzeichnet montiert sein.
- Maßgeblich ist die Norm DIN VDE 0116. Die Feuerungsverordnungen der Länder können weitere Vorgaben machen.
Die Funktion des Notschalters besteht darin, im Ernstfall die Stromzufuhr zur Heizung sofort zu unterbrechen. Im Falle eines Brandes lässt sich so verhindern, dass unverbrauchter Brennstoff die Brandentwicklung beschleunigt. Auch bei austretendem Gas oder auslaufendem Heizöl ist es ratsam, den Schalter zu betätigen. Er sollte jedoch wirklich nur im Notfall genutzt werden und nicht etwa zum Abschalten der Heizung bei Wartungsarbeiten, da sich die Anlage nach dem Auslösen nicht ohne Weiteres wieder einschalten lässt.
Schaltplan und Funktionsweise
Der Schaltplan eines Heizungsnotschalters ist einfach aufgebaut. Der Schalter wird zweipolig als Unterbrecher in die Stromversorgungsleitung der Heizung eingefügt. Im Inneren bildet ein Doppelwippschalter die Leitungsbrücke für die beiden Anschlüsse. Beim Auslösen werden beide Kontakte gleichzeitig geöffnet. Als Bedienform kommen ein federnd gelagerter Kippschalter oder ein Pilzdrucktaster infrage. So wird die Heizung im Notfall zuverlässig und vollständig vom Strom getrennt.
Vorschriften
Als Heizungsnotschalter werden drei Bauarten verwendet, die alle von Hand schaltbar und eindeutig gekennzeichnet sein müssen:
- einfache Wippschalter,
- drehbare Schalter,
- Schlagschalter in Pilzform.
Sie dürfen nur die beiden Stellungen Ein und Aus haben. Kipp- und Wippschalter können eine Kontrollleuchte besitzen, die aufleuchtet, wenn die Heizung in Betrieb ist. Für Schalter und Kontrollleuchte ist die Signalfarbe Rot üblich und sinnvoll. Eine eindeutige Beschriftung muss Funktion und Schalterstellung angeben. Bei Pilzdrucktastern kann die Stellungsangabe entfallen, da sie selbsterklärend ist. Der Schalter muss außerhalb des Heizungsraums montiert werden und darf nicht durch Möbel verdeckt sein. Als Kontrast dient häufig eine gelbe Umgebung. Die Feuerungsverordnungen der Bundesländer können weitere Vorgaben zu Montage und Erscheinungsbild machen.
Montageort und Besonderheiten
Werden alle Vorgaben eingehalten, dürfen die Schalter auch unter Putz montiert werden. Leben Kinder im Haushalt, ist es sinnvoll, den Schalter etwas erhöht anzubringen, um versehentliches Auslösen zu vermeiden. In manchen Fällen kann es vorteilhaft sein, nur die Feuerungsanlage anzuschließen. Die Hersteller geben dazu Freigaberichtlinien in den Produktunterlagen an. Wichtig ist, dass das gewählte Produkt ausdrücklich für den Typ der zu schützenden Heizungsanlage freigegeben ist. Der Notschalter muss der Norm DIN VDE 0116 entsprechen.
Preise und Montage
Für die meisten Modelle liegt der Preis zwischen etwa 20 und 40 Euro. Beim Kauf sollte auf die CE- und VDE-Kennzeichnung geachtet werden. Da der Schalter in die Stromversorgung eingebunden wird, muss ihn bei fehlenden elektrotechnischen Kenntnissen ein Elektriker oder Heizungsbauer anschließen. Eine schriftliche Dokumentation der fachgerechten Installation ist für den Versicherungsschutz wichtig. So ist sichergestellt, dass der Heizungsnotschalter im Ernstfall zuverlässig funktioniert und den Vorschriften entspricht.
Warum der Notschalter wichtig ist
Auch wenn der Heizungsnotschalter in vielen Einfamilienhäusern nicht vorgeschrieben ist, kann er im Ernstfall Leben und Sachwerte schützen. Bei einem Brand im Heizungsraum ermöglicht er es, die Heizung von außen stromlos zu schalten, ohne den Raum betreten zu müssen. Das ist besonders wichtig, wenn Feuer, Rauch oder austretende Brennstoffe den Zugang gefährlich machen. Auch bei einem Gas- oder Ölaustritt trägt das schnelle Abschalten dazu bei, eine Entzündung zu verhindern. Angesichts der geringen Kosten und des einfachen Aufbaus ist der freiwillige Einbau daher auch in kleineren Gebäuden eine sinnvolle Sicherheitsmaßnahme, die im Notfall wertvolle Sekunden spart.
Heizungsnotschalter und weitere Sicherheitseinrichtungen
Der Heizungsnotschalter ist Teil eines ganzen Bündels an Sicherheitseinrichtungen rund um die Heizung. Während er die Anlage im Notfall stromlos schaltet, sorgen weitere Komponenten wie der Temperaturbegrenzer, das Sicherheitsventil und, bei Festbrennstoffkesseln, die thermische Ablaufsicherung für den Schutz vor Überhitzung und Überdruck. Bei Öl- und Gasheizungen kommen der Feuerungsautomat und, je nach Anlage, weitere Abschalteinrichtungen hinzu. Alle diese Bauteile greifen ineinander und sorgen dafür, dass die Heizung sicher betrieben werden kann. Der Heizungsnotschalter ergänzt sie um die Möglichkeit, die Anlage im Ernstfall von außen und ohne Betreten des Heizungsraums abzuschalten. Die regelmäßige Kontrolle aller Sicherheitseinrichtungen im Rahmen der Wartung stellt sicher, dass sie im Ernstfall zuverlässig funktionieren.
Fazit
Der Heizungsnotschalter trennt die Heizung im Notfall vollständig vom Strom und schützt so bei Bränden, Gas- oder Ölaustritt. Pflicht ist er ab einer Nennleistung von über 50 Kilowatt, in Einfamilienhäusern aber meist freiwillig und dennoch empfehlenswert. Er muss außerhalb des Heizungsraums, gut erreichbar, eindeutig gekennzeichnet und nach DIN VDE 0116 installiert sein. Mit Preisen zwischen 20 und 40 Euro ist er günstig. Der Anschluss gehört jedoch in Fachhand und sollte dokumentiert werden. So bietet der Notschalter im Ernstfall zuverlässigen Schutz.
