Wann ein Heizungsnotschalter Pflicht ist & Vorschriften

Heizungsnotschalter
Ein Heizungsnotschalter ist in Gebäuden mit einer Heizung ab einer Nennleistung von über 50 Kilowatt Pflicht. Dabei handelt es sich in der Regel um öffentliche Gebäude. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus verfügt über eine Heizung von unter 20 Kilowatt Leistung. Die Montage eines Notschalters ist hier freiwillig. Der Heizungsnotschalter befindet sich meist direkt neben der Tür zum Heizungsraum oder -keller. Die Funktion des Notschalters besteht darin bei Betätigung den Stromzufluss zur Heizung zu unterbrechen. Im Falle eines Brandes lässt sich so verhindern, dass die unverbrauchten Brennstoffe in der Heizung die Brandentwicklung beschleunigen.
Auch bei austretenden Gas oder auslaufenden Heizöl ist es dringend ratsam, den Schalter zu betätigen. Dabei sollte der Schalter wirklich nur im Notfall betätigt werden und nicht beispielsweise zum Abschalten der Heizung bei Wartungsarbeiten. So lässt sich die Heizung nach Betätigung des Schalters nicht ohne weiteres wieder einschalten.

Schaltplan und Funktionsweise

Der Schaltplan für einen Heizungsnotschalter ist einfach aufgebaut. Er wird in der Stromversorgungsleitung der Heizung als Unterbrecher zweipolig zwischengeschaltet In seinem Inneren bildet einen Doppelwippschalter die Leitungsbrücke für die beiden eingehenden Leitungsanschlüsse. Beim Auslösen beziehungsweise Ausschalten werden die parallel gelagerten Wippschalter geöffnet. Als Bedienungsform kommt ein federnd gelagerter Kippschalter oder ein Pilzdrucktaster infrage.

Vorschriften

Als Heizungsnotschalter werden drei Modelle verwendet, die alle mit der Hand schaltbar und eindeutig gekennzeichnet sein müssen.

  1. Einfache Wippschalter
  2. Drehbare Schalter
  3. Schlagschalter in Pilzform

Sie dürfen nur über die zwei möglichen Schaltungsstellungen „Ein“ und „Aus“ verfügen. Kipp- beziehungsweise Wippschalter können, müssen aber nicht, über eine Kontrollleuchte verfügen. Sie leuchtet auf, wenn die Heizung in Betrieb ist und entsprechend Strom fließt. Die Signalfarbe rot ist für die Schalter oder Kontrollleuchten vorgeschrieben, aber gängig und sinnvoll. Eine eindeutige Beschriftung muss sowohl die Funktion des Schalters als auch die Schalterstellung angeben. Bei Pilzdrucktastern darf die Stellungsangabe entfallen, da die Schalterstellung selbst erklärend ist.

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Der Heizungsnotschalter muss außerhalb des Heizungsraums montiert werden und darf nicht durch Einrichtungsgegenstände verdeckt werden. Als Kontrastfarbe zum Schaltelement dient eine gelbe Umgebung. Die Feuerverordnungen der Bundesländer regeln gegebenenfalls weitere Vorgaben zu Montage und optischer Erscheinung. 

Sofern alle gültigen Vorgaben eingehalten werden, dürfen die Schalter auch Unterputz montiert werden. Idealerweise wird der Schalter etwas erhöht gesetzt, wenn Kinder im Haushalt leben. In manchen Fällen kann es vorteilhafter sein, nur die Feuerungsanlage anzuschließen. Die Hersteller von Heizungsanlagen geben Freigaberichtlinien in ihren Produktbegleitpapieren an.

Preise und Montage

Für die Mehrzahl der Modelle liegt der Preis für einen Heizungsnotschalter zwischen 20 und 40 Euro. Auf die CE- und VDE-Kennzeichnung sollte unbedingt geachtet werden. Wenn keine fortgeschrittenen elektrotechnischen Kenntnisse vorliegen, muss ein Elektriker oder Heizungsbauer den Schalter anschließen. Die schriftliche Dokumentation ist für den Versicherungsschutz unverzichtbar. Das erworbene Produkt sollte ausdrücklich für den Typ Heizungsanlage freigegeben sein, das es beschützen soll. Der Schalter muss der allgemeinen Norm DIN VDE 0116 genügen.