
Bei der Heizung sind zwei Kontrolltermine zu unterscheiden: Die Heizungswartung führt der Installateur durch, um die Überprüfung des Abgassystems kümmert sich der Schornsteinfeger. Dieser Beitrag erklärt Pflicht, Intervalle und Kosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Heizungswartung und Schornsteinfegerkontrolle sind zwei getrennte Termine.
- Die Kontrolle durch den Schornsteinfeger ist gesetzlich vorgeschrieben.
- Die Häufigkeit hängt vom Brennstoff ab.
- Die Kosten liegen grob zwischen 20 und 75 Euro.
- Sie zählen als Handwerkerleistung anteilig zu den absetzbaren Kosten.
Der Schornsteinfeger besitzt die nötige Qualifikation, um Schäden am Abgassystem zu erkennen und zu bewerten. Eine gut funktionierende Heizung sorgt für eine warme Wohnung, schont den Geldbeutel und setzt den Betreiber keinen Gefahren aus. Damit das dauerhaft gewährleistet ist, benötigt die Feststoff-, Öl- oder Gasheizung eine regelmäßige Inspektion.
Warum die Kontrolle wichtig ist
Heizungen, die Abgase produzieren, neigen zum Verkoken: Unverbrannter Kohlenstoff setzt sich als Ruß in den Düsen fest und schlägt sich an der Innenseite des Schornsteins nieder. Wird er nicht entfernt, können sich die Ablagerungen entzünden und einen gefährlichen Kaminbrand auslösen. Um das zu verhindern, schreibt der Gesetzgeber eine regelmäßige Inspektion der Heizungsanlage vor. Wie oft der Schornsteinfeger kommt, hängt vom verwendeten Brennstoff ab.
Prüfintervalle nach Brennstoff
Die Intervalle richten sich nach der Art der Feuerung. Gasthermen und Gas-Brennwertkessel sowie Öl- und Ölbrennwertkessel werden in der Regel einmal pro Jahr kontrolliert. Kamine und Kachelöfen werden häufiger geprüft, meist mehrmals im Jahr, und Pelletöfen etwa zweimal jährlich, da Festbrennstoffe besonders viel Ruß erzeugen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Sonderformen mit eigenen Intervallen. Es ist daher wichtig, dass der Schornsteinfeger stets über die Art der eingebauten Heizung informiert ist, damit er genau protokollieren kann, dass Sie der gesetzlichen Inspektionspflicht nachkommen. Die Kosten bewegen sich grob zwischen 20 und 75 Euro und zählen als Handwerkerleistung anteilig zu den steuerlich absetzbaren Kosten.
Weitere Prüfpunkte
Die Gastherme oder der Ölbrenner erzeugen die Wärme, die über die Heizungspumpe zu den Heizkörpern gelangt. Ein Schornsteinfeger mit passender Zusatzqualifikation oder ein Heizungsfachbetrieb kann weitere Bereiche kontrollieren, darunter den hydraulischen Abgleich der Heizkörper, die Entlüftung der Heizkörper, den Zustand der Heizkörper und der Thermostate, den Zustand des Schornsteins und die Dämmung des Heizsystems. Ein hydraulischer Abgleich wird nur einmal durchgeführt und sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit warmem Wasser versorgt werden.
Entlüftung, Heizkörper und Schornstein
Die Entlüftung beseitigt nicht nur störende Geräusche, sondern sorgt vor allem dafür, dass die Heizkörper vollständig mit warmem Wasser gefüllt sind und optimal Wärme abgeben. Heizkörper müssen intakt, sauber und korrekt montiert sein, und Thermostate oder Ventile können klemmen oder undicht werden, was ein Fachbetrieb behebt. Ist der Schornstein baulich defekt und wird vom Schornsteinfeger gesperrt, müssen Sie schnell für Abhilfe sorgen, wobei ein Baufachbetrieb hilft. Da viele Schornsteinfeger auch als Energieberater tätig sind, gehen ihre Leistungen oft über die reine Kontrolle hinaus, etwa mit einer Prüfung der Rohrdämmung, die Energieverluste auf dem Weg zum Heizkörper vermeidet.
Wer darf welche Heizung prüfen?
Die Wartung und Inspektion brennerbasierter Heizanlagen ist qualifizierten Fachleuten vorbehalten, zu denen die Schornsteinfeger gehören. Die Wartung einer Elektroheizung übernimmt dagegen am besten eine qualifizierte Elektrofachkraft. Festbrennstoffanlagen wie Holz- oder Pelletöfen müssen häufiger kontrolliert werden als Gasheizungen, da sie deutlich mehr Ruß erzeugen, der im Kamin schnell zu Ablagerungen führt und einen Kaminbrand begünstigen kann. Um doppelte Anfahrtskosten zu sparen, können Sie den Schornsteinfeger fragen, ob er über die nötige Zusatzqualifikation für weitere Arbeiten verfügt. So verbinden Sie die gesetzlich vorgeschriebene Kontrolle mit einer sinnvollen Prüfung Ihrer gesamten Heizungsanlage.
Wartung und Kontrolle im Zusammenspiel
Für einen sicheren und effizienten Betrieb Ihrer Heizung ist das Zusammenspiel von Wartung und Kontrolle entscheidend. Die Wartung durch den Heizungsfachbetrieb kümmert sich um die Reinigung, Einstellung und Instandhaltung der Anlage, während die Kontrolle durch den Schornsteinfeger die Sicherheit des Abgassystems und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben gewährleistet. Beide Termine ergänzen sich und sollten sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Idealerweise lassen Sie die Wartung vor Beginn der Heizperiode durchführen, damit die Anlage in einem optimalen Zustand ist, wenn der Schornsteinfeger seine Kontrolle vornimmt. So vermeiden Sie Beanstandungen und stellen sicher, dass Ihre Heizung sicher, sauber und sparsam arbeitet.
Zusammengefasst sind die Heizungswartung durch den Fachbetrieb und die Kontrolle durch den Schornsteinfeger zwei getrennte, aber sich ergänzende Aufgaben. Die Kontrolle durch den Schornsteinfeger ist gesetzlich vorgeschrieben, und ihre Häufigkeit richtet sich nach dem Brennstoff. Die Kosten sind überschaubar und als Handwerkerleistung anteilig steuerlich absetzbar. Wer beide Termine aufeinander abstimmt und die Wartung vor der Heizperiode durchführen lässt, sorgt für einen sicheren und sparsamen Betrieb seiner Heizung.
Informieren Sie den Schornsteinfeger stets korrekt über die Art Ihrer Heizung, damit die richtigen Intervalle angesetzt werden, und heben Sie die Nachweise über die Kontrollen auf. So kommen Sie Ihrer gesetzlichen Pflicht nach und sorgen zugleich für einen sicheren Betrieb.
Wer die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen ernst nimmt und mit der freiwilligen, aber sinnvollen Wartung kombiniert, schützt nicht nur die eigene Sicherheit, sondern spart durch einen effizienten Betrieb auch bares Geld.
