Hände mit Hackschnitzeln

Der Heizwert von Hackschnitzeln beschreibt die im Material nutzbar enthaltene Energie. Angegeben wird er in Kilowattstunden pro Gewichts- oder Volumeneinheit. Bei den Holzheizungen ordnet sich das Hackschnitzel im Mittelfeld ein: Es erreicht bessere Heizwerte als loses Scheitholz oder geschredderte Holzreste, liegt gegenüber Holzpellets aber im Schnitt rund 20 Prozent niedriger. Entscheidend für den Heizwert sind die Holzart und vor allem die Feuchtigkeit des Materials.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Heizwert von Hackschnitzeln hängt vor allem von Holzart, Feuchtigkeit und Aufbereitung ab.
  • Je trockener das Material, desto höher die Energieausbeute; frisches Holz enthält rund 50 Prozent Wasser.
  • Harte Laubhölzer wie Buche und Eiche liefern je Volumen mehr Energie als weiche Hölzer und Nadelholz.
  • Handelsübliche, luftgetrocknete Hackschnitzel haben etwa 20 Prozent Feuchtigkeit.

Heizwert nach Holzart und Feuchtigkeit

Um die Hölzer und den Einfluss der Feuchtigkeit vergleichen zu können, hilft der Heizwert je Kilogramm. Die folgende Übersicht stellt die häufig genutzten Holzarten bei verschiedenen Wassergehalten gegenüber:

Wassergehalt in Prozent Einheit 0 15 20 30 50
Buche kWh/kg 5,00 4,15 3,86 3,30 2,16
kWh/Srm HS 1116 1090 1077 1052 964
Pappel kWh/kg 5,00 4,15 3,86 3,30 2,16
kWh/Srm HS 706 689 681 666 610
Fichte kWh/kg 5,20 4,32 4,02 3,44 2,26
kWh/Srm HS 788 770 762 745 685
Kiefer kWh/kg 5,20 4,32 4,02 3,44 2,26
kWh/Srm HS 896 876 866 847 779
Eiche kWh/kg 5,00 4,15 3,86 3,30 2,16
kWh/Srm HS 1142 1115 1102 1077 987

kg = Kilogramm; Srm HS = Schüttraummeter Hackschnitzel. Quelle: Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF).

Auffällig ist, dass der Heizwert je Kilogramm bei allen Holzarten ähnlich ist, sich je Volumen aber deutlich unterscheidet. Der Grund ist die unterschiedliche Dichte: Ein Schüttraummeter Buche oder Eiche enthält mehr Masse und damit mehr Energie als das gleiche Volumen Fichte oder Pappel.

Arten und Zustand des Holzes

Gehölze unterscheiden sich in Brennverhalten und Branddauer. Neben der Holzart beeinflussen der Rindenanteil und die Restfeuchtigkeit den Heizwert. Schlechte Hackschnitzel können einen um mehr als die Hälfte niedrigeren Heizwert entwickeln als beste Ware. Beim Kauf lohnt es sich deshalb, nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Brennwertangaben zu achten. In der Rangfolge schlagen harte Laubhölzer die Nadelhölzer, die wiederum höhere Heizwerte als weiche Laubhölzer besitzen. Diese Relation bleibt über alle Feuchtigkeitsstufen erhalten, variiert aber im Abstand. Der tatsächliche Heizwert setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen:

  1. Holzart,
  2. Restfeuchtigkeit,
  3. Aufbereitung und Zerkleinerung,
  4. Anteil und Gewichtung der Bestandteile,
  5. Größe der einzelnen Schnitzel.

Um die Effizienz zu erhöhen, lohnt es sich, die Methoden der Holztrocknung zu kennen.

Feuchtigkeitsklassen und Beispielwerte

Als Verkaufseinheit werden oft Feuchtigkeitsklassen der jeweiligen Leithölzer angegeben. Als Leitholz gilt die Hauptfraktion mit mindestens 60 Prozent Anteil eines Holzes. Der theoretische Heizwert kann durch die übrigen Einflüsse um bis zu 20 Prozent schwanken. Frisch geschlagenes Holz hat einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 50 Prozent, handelsübliche luftgetrocknete Hackschnitzel liegen bei rund 20 Prozent. In Kilowattstunden je Kubikmeter ergeben sich beispielhaft:

kWh je Kubikmeter

Hackschnitzel

rund 1,9 bis 2,0 kWh bei 50 Prozent Feuchtigkeit aus waldfrischem Fichtenholz
über 5 kWh bei sehr niedriger Restfeuchte luftgetrocknete Hackschnitzel

Wirtschaftlichkeit und Förderung

Für die Wirtschaftlichkeit einer Hackschnitzelheizung zählt nicht nur der Heizwert, sondern auch der Preis je Kilowattstunde nutzbarer Wärme. Trockene Hackschnitzel sind zwar teurer, liefern aber deutlich mehr Energie, sodass sich der höhere Preis oft rechnet. Zu bedenken ist außerdem der Platzbedarf für die Lagerung, da Hackschnitzel ein größeres Volumen als Pellets einnehmen. Als Biomasseheizung ist die Hackschnitzelheizung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig, mit einer Grundförderung von 30 Prozent zuzüglich möglicher Boni. Für besonders emissionsarme Anlagen mit niedrigem Staubgrenzwert gibt es zusätzlich einen Zuschlag. Die aktuellen Konditionen sollten Sie vor der Planung prüfen.

Hackschnitzel im Vergleich zu anderen Brennstoffen

Im Vergleich der Holzbrennstoffe liegen Hackschnitzel zwischen Scheitholz und Pellets. Pellets sind stärker verdichtet und liefern je Volumen mehr Energie, sind aber teurer in der Herstellung. Hackschnitzel sind günstiger, benötigen dafür aber mehr Lagerraum und eine gleichmäßige Qualität, damit die Förder- und Feuerungstechnik störungsfrei arbeitet. Gegenüber Öl und Gas punkten Hackschnitzel mit einem nachwachsenden, weitgehend klimaneutralen Rohstoff und stabilen Preisen. Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb ist eine passend ausgelegte Hackschnitzelheizung mit ausreichend großem Lager und einer zuverlässigen Anlieferung.

Qualität erkennen und Lagerung

Gute Hackschnitzelqualität erkennen Sie an einer gleichmäßigen Größe, geringem Feinanteil und niedriger Restfeuchte. Zu grobe oder zu feuchte Ware kann die Förderschnecke verstopfen und die Verbrennung verschlechtern. Für die Lagerung ist ein trockener, gut belüfteter Raum wichtig, da feuchte Hackschnitzel nachtrocknen müssen und bei falscher Lagerung schimmeln können. Wer die Schnitzel gut abgelagert und trocken einsetzt, erreicht die in der Tabelle genannten höheren Heizwerte und senkt so den Verbrauch spürbar.

Fazit

Der Heizwert von Hackschnitzeln hängt maßgeblich von Holzart und Feuchtigkeit ab. Harte Laubhölzer wie Buche und Eiche liefern je Volumen die höchste Energieausbeute, während trockenes Material generell effizienter verbrennt als feuchtes. Wer beim Kauf auf niedrige Feuchtigkeit und gute Qualität achtet, holt aus seinen Hackschnitzeln den größten Nutzen. In Verbindung mit einer geförderten, emissionsarmen Heizung und ausreichend Lagerraum ist das Heizen mit Hackschnitzeln eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Option.