Inverter Wärmepumpe Vitocal 200-S

Eine Inverter Wärmepumpe passt ihre Leistung stufenlos an den tatsächlichen Wärmebedarf an, statt ständig zwischen voller Leistung und Stillstand zu wechseln. Das vermeidet häufiges Takten und hält die Jahresarbeitszahl hoch. Möglich wird das durch die Invertertechnik, die die Drehzahl des Verdichters über die Frequenz des Stroms regelt. Nicht jede Wärmepumpe ist mit dieser Technik ausgestattet, doch bei modernen Geräten ist sie inzwischen Standard. Dieser Ratgeber erklärt Funktionsweise, Vorteile und Kosten einer Inverter Wärmepumpe.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Inverter Wärmepumpe moduliert ihre Leistung stufenlos und läuft dadurch seltener unter Volllast. Das erhöht die Effizienz, verbessert die Jahresarbeitszahl und verlängert die Lebensdauer.
  • Die Technik regelt die Drehzahl des Verdichters über die Stromfrequenz, die je nach Bedarf zwischen etwa 30 und 90 Hertz variiert. Ein zusätzlicher elektrischer Heizstab wird meist überflüssig.
  • Die Kosten für ein Innengerät mit Invertertechnik beginnen bei einigen Tausend Euro. Für eine komplette Anlage inklusive Erschließung der Wärmequelle ist mehr einzuplanen. Als erneuerbare Heizung ist die Wärmepumpe förderfähig.

So funktioniert die Invertertechnik

Bei der Invertertechnik wird die normale Wechselstromfrequenz verändert, wodurch sich die Drehzahl des Verdichters beeinflussen lässt. Zunächst wird der Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt. Anschließend erzeugt ein Umformer einen neuen Wechselstrom, dessen Frequenz sich zwischen rund 30 und 90 Hertz einstellen lässt. Die Frequenz richtet sich nach dem Leistungsbedarf: Braucht das Haus wenig Wärme, läuft der Verdichter langsamer. Diese stufenlose Anpassung ist der zentrale Vorteil gegenüber Geräten, die nur ein- und ausschalten können. Die Idee ist nicht neu, sie wurde bereits in den 1980er-Jahren entwickelt, hat sich in der Heiztechnik aber erst mit modernen Komponenten durchgesetzt.

Die Vorteile einer Inverter Wärmepumpe

  • Die Wärmepumpe läuft nur selten unter Volllast und erreicht dadurch eine höhere Lebensdauer.
  • Die Anlaufkurve ist kürzer und es wird mit kleineren Anlaufströmen gearbeitet.
  • Es entsteht eine hohe Laufruhe, weil das ständige Takten entfällt.
  • Ein elektrischer Heizstab ist in der Regel nicht notwendig.
  • Die Jahresarbeitszahl verbessert sich, was die Betriebskosten senkt.

Drehzahlgeregelte Wärmepumpen in der Praxis

Luftwärmepumpen mit ungeregeltem Verdichter benötigen bei sehr niedrigen Außentemperaturen häufig eine zweite Wärmequelle. Mit drehzahlgeregelten Verdichtern lässt sich die Anlage besser auf die Normaußentemperatur auslegen, sodass moderne Luftwärmepumpen effizient arbeiten. Die Wärmepumpe passt sich der jeweils benötigten Heizleistung an. Auch das Kältemittel wurde verbessert und trägt zu einer effektiven Wärmeübertragung bei. Da der Strombedarf sinkt, fallen die Betriebskosten niedriger aus. Insgesamt überzeugt die Inverter Wärmepumpe durch überschaubare Anschaffungskosten und hohe Arbeitszahlen. Sie ist damit eine gute Alternative zu Erdwärmepumpen oder Wasserwärmepumpen, bei denen die Wärmequelle durch Bohrungen erschlossen werden muss und zusätzliche Kosten für Erdarbeiten entstehen.

Beispiel: Viessmann Vitocal 200-S

Ein bekanntes Modell mit Invertertechnik ist die Viessmann Vitocal 200-S. Sie ist für Heizung und Warmwasserbereitung ausgelegt und arbeitet dank der Technik schwingungs- und geräuscharm. Selbst bei einer Außentemperatur von minus 15 Grad Celsius erreicht sie noch eine Vorlauftemperatur von bis zu 55 Grad Celsius. Ein elektronisches Expansionsventil erhöht die Effizienz, der Verdampfer ist korrosionsbeständig. Die Kosten für das Gerät liegen bei rund 6.000 Euro, wobei der Gesamtpreis einer Anlage je nach Aufwand höher ausfällt. Zu den Eigenschaften gehören unter anderem eine digitale, witterungsgeführte Regelung, eine separate Steuerung für Trinkwassererwärmung, Heizkreise und Zirkulationspumpe, verschiedene Betriebsarten sowie Wartungsmeldungen über das grafische Display.

Laufruhe, Aufstellung und Wartung

Ein oft unterschätzter Vorteil der Invertertechnik ist die Laufruhe. Weil der Verdichter meist mit reduzierter Drehzahl läuft und seltener startet, arbeitet die Wärmepumpe leiser als ungeregelte Geräte. Das ist besonders bei Luftwärmepumpen wichtig, deren Außeneinheit möglichst mit Abstand zu Schlafräumen und zur Nachbarbebauung aufgestellt werden sollte. Trotz der leiseren Bauweise sollte der Fachbetrieb den Standort so wählen, dass die zulässigen Immissionsrichtwerte sicher eingehalten werden.

Bei der Wartung ist eine Inverter Wärmepumpe unkompliziert. Einmal jährlich empfiehlt sich eine Kontrolle durch den Fachbetrieb, bei der unter anderem die Funktion, der Kältemittelkreislauf und die Einstellungen geprüft werden. Weil das ständige Takten entfällt, ist der Verschleiß geringer, was der Lebensdauer zugutekommt. Für einen effizienten Betrieb sollten die Heizkurve niedrig eingestellt und ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden, damit die Vorlauftemperatur so niedrig wie möglich bleibt und die Jahresarbeitszahl hoch ausfällt.

Kosten und Förderung

Der genaue Preis einer Inverter Wärmepumpe hängt von der Bauart, der Leistung und der Erschließung der Wärmequelle ab. Als erneuerbares Heizsystem ist die Wärmepumpe über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent und lässt sich über Boni auf bis zu 70 Prozent (in der untersten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent) steigern, sofern die Voraussetzungen wie eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 und ein hydraulischer Abgleich erfüllt sind. Wichtig ist, den Förderantrag vor der Auftragsvergabe zu stellen. Insgesamt verbindet die Inverter Wärmepumpe damit eine hohe Jahresarbeitszahl mit geringem Wartungsaufwand und leisem Betrieb, was sie zu einer der beliebtesten Bauarten im Neubau und in der Sanierung macht. Für einen dauerhaft effizienten Betrieb sollten Sie die Anlage zudem von einem Fachbetrieb passend auslegen und einstellen lassen, damit die niedrige Vorlauftemperatur und die Invertertechnik ihr volles Sparpotenzial entfalten.

Der praktische Vorteil der Invertertechnik liegt im Vermeiden von Takten. Eine Wärmepumpe ohne Modulation läuft nur mit voller Leistung und schaltet ab, sobald der Bedarf gedeckt ist. In der Übergangszeit, wenn nur ein Bruchteil der Leistung nötig ist, führt das zu vielen kurzen Starts, die den Verdichter verschleißen und die Jahresarbeitszahl senken. Ein Inverter regelt die Drehzahl stattdessen stufenlos herunter und läuft durch. Besonders wirksam ist das bei Anlagen, die für die kältesten Tage ausgelegt sind und den Rest des Jahres im Teillastbereich arbeiten.

Häufige Fragen zur Inverter Wärmepumpe

Was macht die Invertertechnik?

Sie regelt die Drehzahl des Verdichters über die Stromfrequenz, die je nach Bedarf zwischen etwa 30 und 90 Hertz variiert. Dadurch moduliert die Anlage ihre Leistung stufenlos.

Welchen Vorteil bringt das?

Die Wärmepumpe läuft seltener unter Volllast und muss weniger häufig an- und ausschalten. Das verbessert die Jahresarbeitszahl und verlängert die Lebensdauer des Verdichters.

Wozu dient der elektrische Heizstab?

Er deckt Spitzenlasten an sehr kalten Tagen und die Legionellenschaltung ab. Läuft er häufig, ist die Anlage meist zu klein ausgelegt oder die Vorlauftemperatur zu hoch.

Ist sie förderfähig?

Als Wärmepumpe ja. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent und lässt sich über Boni steigern, sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt sind.