Lässt sich ein Kamin ohne Schornstein betreiben?

Kamin ohne Schornstein
Nahezu alle Arten von Einzelfeuerstätten benötigen mindestens eine Luftzuführung, um die Verbrennung zu ermöglichen.

Lediglich ein elektrisch betriebenes Kaminimitat und ein Bioethanolkamin lassen sich ohne Rauchabzug und gesonderter Luftzufuhr betreiben. Denn Bioethanol bezieht beim Verbrennen kleine Mengen des benötigten Sauerstoffs aus der Raumluft.

Was gilt für den Gaskamin?

Wenn Sie Ihren Kamin ohne Schornstein nachrüsten, ist für den Gaskamin ein unabhängiges Abluft- und Frischluftsystem erforderlich. Die geringe Abgasentwicklung erlaubt es dabei, den Kamin ohne Schornstein zu betreiben. Eine klein dimensionierte Abluftleitung reicht aus. Hierbei kann es sich beispielsweise um ein Kunststoffrohr handeln. Das gilt sowohl für den Betrieb mit Erdgas als auch für den Propangaskamin ohne Schornstein.

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Findet eine Verbrennung von Festbrennstoff statt, ist ein Abgasrohr immer Pflicht. Ein Pelletkamin lässt sich als Kamin ohne Schornstein betreiben, wenn ein Ofenrohr den Abzug gewährleistet.

Lösungen ohne Abgasentwicklung

Die Definition zwischen Abgasrohr und Schornstein ist fließend.

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Einen Kamin in eine Wohnung ohne Luftschacht zu montieren, ist genehmigungsfrei und ohne zusätzlichen Bauaufwand nur mit Elektro- und Ethanolgeräten möglich. Für das brand- und explosionsgefährdete Ethanol existieren seit 2018 neue EU-Normen. Sie definieren Belüftungsvorgaben wie die Position und die Raumgröße.

Beide Techniken dienen nicht als Wärmelieferanten. Ihre Funktion ist die optische Wirkung. Manche Elektromodelle besitzen eine zuschaltbare Heizfunktion wie Infrarotstrahlung. Letztere benötigt keine Abgasführung. Ethanol verbraucht geringfügige und gesundheitlich unerhebliche Sauerstoffmengen aus der Raumluft. Strom ist am Zapfpunkt abgasfrei und fordert keinen Sauerstoff für einen effizienten Verbrennungsvorgang.

Kamin ohne Schornstein bei leichter Abgasentwicklung

Gas als Brennstoff für den Kaminofen kann aus Flaschen oder dem öffentlichen Versorgungsanschluss stammen. Anders als bei festen Brennstoffen entsteht ein geringer Bedarf an Sauerstoffzufuhr und einer Abgasableitung. Beim Einbauen und Anschließen ist ein Belüftungssystem nach außen zu montieren.

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Gaskamine unterliegen der Einzelfeuerstättenverordnung. Sie sind daher immer durch einen Schornsteinfeger zu prüfen und abzunehmen.

Der Brennraum besteht aus mehreren Gasleitungen, die für ein dem Holz nachempfundenes Brennbild sorgen. Viele Modelle sind mit schmückenden Dekorholzscheiten aus Keramik versehen. Der Wirkungsgrad beträgt je nach Ausführung zwischen 15 bis zu 70 Prozent. Die leistungsfähigsten geschlossenen Geräte unterstützen eine Hauptheizung und kommen mit einem Lüftungssystem ohne Abgasschlot aus. Mit Pufferspeicher und Wassertasche lässt sich die erzeugte Wärmeenergie ins Heizsystem einspeisen und auch in andere Räume transportieren. Eingebaut und angeschlossen werden darf ein Gaskamin nur von einem Gasinstallateur oder einem Fachmann mit Erlaubnisschein.

Feststoffverbrennung

Beim Verbrennen von Pellets entstehen Abgase, die eine Abgasabführung verlangen. Ein gemauerte Schornsteinvariante ist nicht zwangsläufig vorgeschrieben. In der Praxis wird das Gerät als Kamin ohne Schornstein mit einem an der Außenwand montierten Ofenrohr verbunden. Der Schadstoffausstoß ist vergleichsweise gering. Hohe Wirkungsgrade erlauben eine effektive und wahrnehmbare Heizunterstützung. Das Brennbild in der geschlossenen Brennkammer ähnelt dem eines Holzkamins am stärksten. Es lässt sich durch feuerfeste Holzimitate unterstützten. Brandgefahr und Kohlenmonoxidbelastung sind die Hauptursachen für die verpflichtende Genehmigung von Wärmeerzeugern mit Pelletverbrennung.

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Ein Kamin ohne Schornstein ist nur mit einer kleineren, aber zwingend erforderlichen, Belüftungsanlage umsetzbar. Abgasfreie Kamine dienen ausschließlich der optischen Aufwertung des Wohnraums. Für Gas- und Pelletkamine reicht meist ein klein dimensioniertes Belüftungssystem aus, das eine kombinierte Ab- und Zuleitung der Abgase und Frischluft in einem Rohr ermöglicht. Brikett- und Holzöfen erfordern einen Schornstein.