
Moderne Brennwertthermen mit Gas- oder Ölbefeuerung haben sich gegenüber herkömmlichen Heizkesseln durchgesetzt. Ihren hohen Wirkungsgrad erreichen sie, indem sie die im Abgas gespeicherte Energie nutzen und die Rauchgase über einen Wärmetauscher bis unter den Taupunkt abkühlen. Dabei entsteht flüssiges Kondensat, das abgeleitet werden muss. Fehlt das nötige Gefälle zur Abwasserleitung, kommt die Kondensatpumpe zum Einsatz. Dieser Ratgeber erklärt Funktion, Auswahl und Kosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Kondensatpumpe befördert das bei der Brennwertnutzung anfallende Kondensat zuverlässig in die Abwasserleitung, wenn kein ausreichendes Gefälle vorhanden ist.
- Sie ist ein optionales Bauteil, das meist separat angeschafft wird, besonders häufig im Altbau.
- Die Pumpe muss zum Brennstoff passen, da Heizöl-Kondensat aggressiver ist als das von Erd- oder Flüssiggas.
- Die Preise liegen bei etwa 60 bis 100 Euro ohne Montage.
Optionales Bauteil zur Ableitung des Kondensats
Eine Kondensatpumpe für Öl- und Gas-Brennwertkessel gehört bei den meisten Heizkesseln nicht zum Lieferumfang und wird daher separat angeschafft. Der Grund: Nicht jede Anlage benötigt sie zwingend. Ist zwischen Kessel und Abwasserleitung ein ausreichendes Gefälle vorhanden, läuft das im Kondensatbehälter gesammelte Wasser von allein ab. Fehlt dieses Gefälle aus baulichen Gründen, ist die Pumpe unerlässlich. Das ist häufig im Altbau der Fall, wenn Niedertemperaturkessel durch ein Brennwertgerät ersetzt werden, da die alten Kessel kein Kondensat ableiten mussten.
Kurz gefasst sorgt die Kondensathebepumpe dafür, dass ein festgelegter Höchststand im Kondensatbehälter nicht überschritten wird, und pumpt das Kondensat auch über größere Höhen zuverlässig in die vorgesehene Abwasserleitung. So lässt sich ein Überlaufen des Behälters sicher vermeiden.
Die richtige Kondensatpumpe auswählen
Achten Sie darauf, dass die Pumpe aus Materialien besteht, die dem säurehaltigen Kondensat dauerhaft standhalten. Ausführungen mit säurebeständigen Kunststoffen oder Edelstahlkomponenten sind hier gut geeignet. Markenprodukte, etwa von Wilo, schneiden in unabhängigen Tests regelmäßig gut ab.
Wichtig ist außerdem, dass die Pumpe zum verwendeten Brennstoff passt. Während sich die Kondensate von Erd- und Flüssiggas kaum unterscheiden, ist Heizöl-Kondensat aufgrund des höheren Schwefelgehalts deutlich aggressiver. Je nachdem, ob Sie eine Öl- oder Gasheizung betreiben, kommen daher unterschiedliche Modelle infrage. Der Preis für eine solche Pumpe liegt bei etwa 60 bis 100 Euro ohne Montage.
Produktbeispiele
| Modell | Eigenschaften | Preis (ca.) |
SaniCondens Pro |
Geräuscharmer, zuverlässiger Betrieb; Größe rund 26 mal 14 mal 17 cm | rund 75 Euro |
![]() TROTEC extern |
220 Volt Spannung, rund 5,2 m Förderhöhe. Größe rund 28 mal 12,5 mal 14 cm | rund 60 Euro |
Einbau und Anschluss
Die Kondensatpumpe wird zwischen dem Kondensatablauf des Kessels und der Abwasserleitung montiert. Der Kessel führt das anfallende Kondensat zunächst in einen kleinen Auffangbehälter der Pumpe. Ein Schwimmerschalter erkennt den Füllstand und startet die Pumpe, sobald ein bestimmter Pegel erreicht ist. Über einen dünnen Druckschlauch befördert sie das Wasser dann nach oben und zur nächsten Abwasserleitung. Achten Sie beim Einbau auf einen stetig steigenden Schlauchverlauf ohne Gegengefälle und auf eine sichere elektrische Anbindung. Da Fehler zu Wasserschäden führen können, sollte die Installation im Zweifel der Fachbetrieb übernehmen, der die Pumpe ohnehin meist im Zuge des Kesseltauschs mitmontiert.
Wartung und typische Störungen
Kondensatpumpen sind wartungsarm, aber nicht wartungsfrei. Im Auffangbehälter können sich mit der Zeit Ablagerungen, Schmutz oder Biofilm bilden, die den Schwimmerschalter blockieren. Bleibt die Pumpe dann stehen, läuft der Behälter über. Eine jährliche Sichtkontrolle und gegebenenfalls eine Reinigung des Behälters und des Schwimmers beugen dem vor. Sinnvoll ist es, die Wartung der Pumpe in den jährlichen Heizungscheck einzubinden. Läuft die Pumpe dauerhaft oder gar nicht, deuten ein verklemmter Schwimmer, ein verstopfter Schlauch oder ein defekter Motor auf die Ursache hin.
Alternativen zur Kondensatpumpe
Wo es die baulichen Verhältnisse zulassen, ist der Schwerkraftablauf die einfachste Lösung: Reicht das Gefälle vom Kessel zur Abwasserleitung aus, fließt das Kondensat ganz ohne Pumpe ab. Das spart Anschaffung, Strom und Wartung. Nur wenn dieses Gefälle fehlt, ist die Pumpe erforderlich. Bei sehr leistungsstarken Kesseln kommt statt einer einfachen Pumpe eine kombinierte Hebeanlage mit vorgeschaltetem Neutralisationsmodul zum Einsatz.
Neutralisation: notwendig oder nicht?
Das in die Abwasserleitung gepumpte Kondensat enthält Schwefelsäure. Deshalb müssen auch die Leitungen dauerhaft säurebeständig sein, was bei den meisten neueren Abflussleitungen der Fall ist. In der Regel muss das Kondensat vor der Einleitung in die Kanalisation nicht neutralisiert werden: Es gilt eine Neutralisationsbefreiung bis zu einer Heizleistung des Kessels von 200 Kilowatt. Beachten Sie jedoch die örtlichen Vorgaben Ihrer Kommune, da die Anforderungen im Einzelfall abweichen können.
Liefert Ihr Kessel mehr Leistung, empfiehlt es sich, ein Neutralisationsmodul in Fließrichtung vor der Pumpe zu installieren. Das schont die Materialien und verlängert die Lebensdauer der Pumpe.
Ein weiteres Auswahlkriterium ist die Förderhöhe: Sie muss zur Höhe zwischen Kessel und Abwasserleitung passen, damit das Kondensat sicher abgepumpt wird. Gängige Modelle überwinden mehrere Meter und decken den Bedarf im Ein- und Zweifamilienhaus problemlos ab.
Fazit
Die Kondensatpumpe ist ein kleines, aber wichtiges Zusatzbauteil überall dort, wo das Kondensat einer Brennwertheizung nicht von selbst abfließen kann. Entscheidend sind die Beständigkeit gegen Säure und die Abstimmung auf den Brennstoff. Mit Kosten von 60 bis 100 Euro ist sie günstig, sollte aber fachgerecht eingebunden und beim Einbau der Brennwertheizung gleich mitgeplant werden.
Häufige Fragen zur Kondensatpumpe
Wann brauche ich eine Kondensatpumpe?
Wenn kein ausreichendes Gefälle zur Abwasserleitung vorhanden ist. Das kommt besonders häufig im Altbau vor.
Warum muss sie zum Brennstoff passen?
Weil Kondensat aus Heizöl aggressiver ist als das von Erd- oder Flüssiggas. Die Materialien der Pumpe müssen dem standhalten.
Ist eine Neutralisation nötig?
Das hängt von Brennstoff, Anlagenleistung und den örtlichen Vorgaben der Abwassersatzung ab. Der Fachbetrieb klärt das im Einzelfall.
Wie wird sie gewartet?
Regelmäßige Sichtkontrolle und Reinigung des Auffangbehälters. Ablagerungen können den Schwimmerschalter blockieren, wodurch die Heizung auf Störung geht.

