Latentwärmespeicher: Funktionsweise & wann er sich lohnt

viessmann latentwaermespeicher eisspeicher grafik

Abbildung: Viessmann Werke

Besitzer von Solarthermieanlagen und Wärmepumpen stehen oft vor einem Dilemma: Während in den Sommermonaten durch die optimale Sonneneinstrahlung und hohe Lufttemperaturen viel Wärme erzeugt aber nicht verbraucht werden kann, fehlt diese im Winter. Denn dann scheint die Sonne nicht so lange und die Außentemperaturen sind deutlich geringer. Optimal wäre es also, die im Sommer gewonnene Wärmeenergie bis zum Bedarf im Winter aufzuheben bzw. zu speichern.
Dies ist mit einem sogenannten Latentwärmespeicher möglich. Denn ein solcher Speicher kann im Gegensatz zu einem herkömmlichen Warmwasserspeicher, die Wärmeenergie über Monate hinweg nahezu verlustfrei konservieren. Indem Sie einen Latentwärmespeicher kaufen, können Sie Ihre Solarthermie oder Wärmepumpenheizung nochmals deutlich effizienter nutzen.

Funktionsweise von Latentwärmespeichern

Damit im Inneren eines Latentwärmespeichers die Wärme derart lang gespeichert werden kann, ist er mit einem speziellem Material befüllt. Solche Materialien nennen sich Phasenwechselmaterialien (oder englisch Phase Changing Materials=PCM).

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Beim Phasenwechsel (etwa von fest nach flüssig) dieser Materialien, zu denen zum Beispiel Paraffin und Salz gehören, müssen sie Energie aufnehmen. Diese Energie, die dem Stoff zugeführt wurde, bleibt als sogenannte latente Energie im Stoff gebunden.

Lässt man nun bestimmte physikalische Kräfte auf das Speichermedium wirken, kann man die Energie auch nach einem langen Zeitraum wieder freisetzen und nutzen. Zu den PCM gehört auch Zeolith, das in zahlreichen bereits erhältlichen Latentwärmespeichern eingesetzt wird. Entsprechende Heizungen sind auch als Zeolith Heizungen bekannt.

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Die Nachteile solche Speicher bestehen momentan noch darin, dass ihr Preis einerseits noch sehr hoch ist, andererseits funktioniert das Be- und Entladen dieser Speicher in einem bestimmten Temperaturbereich noch nicht immer einwandfrei.
Dennoch gibt es bereits Hersteller, die die Technik des Latentwärmespeichers bereits zur Marktreife gebracht haben.

3 Arten von Latentwärmespeichern

  1. Eisspeicher sind die optimalen Latentwärmespeicher für eine Wärmepumpe in Verbindung mit einer Solarthermie. Durch Eisspeicher unter der Erdoberfläche und spezielle Wärmetauscher wird die Speicherung von Wärmeenergie über Monate hinweg ermöglicht.
  2. Paraffinwärmespeicher eignen sich auch als alleiniger Latentwärmespeicher für Solarheizungen. Sie haben in etwa die fünffache Speicherkapazität eines herkömmlichen Wasserspeichers, benötigen aber nur etwa ein Drittel des Platzes.
  3. Thermobatterien mit Salz können bis zu 2 Drittel der zugeführten Energie über viele Monate hinweg verlustfrei speichern, sodass Sie bei Bedarf wieder abgerufen und genutzt werden kann. Auch sie eignen sich für Solaranlagen.

Hersteller für Latentwärmespeicher

Es gibt mittlerweile einige Latentwärmespeicher-Hersteller, die mit ausgereiften Produkten aufwarten können.

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Dennoch ist eine solche Investition durchaus eine Überlegung wert – vor allem vor dem Hintergrund, dass Sie dadurch in der kalten Jahreszeit nicht unerhebliche Kosten für die Bereitstellung von Heizwärme einsparen.
Zu den bekannten Herstellern gehört zum Beispiel Zeo-Tech oder Viessmann. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Produzenten. Kesselheld berät Sie gern und klärt mit Ihnen welcher Speicher sich am besten für die Kombination mit Ihrer Anlage eignet. Denn ob sich ein Latentwärmespeicher lohnt ist immer auch eine Einzelfallentscheidung und hängt von der verwendeten Heizungsart ebenso wie von den baulichen Voraussetzungen ab.