In Heizungsanlagen kommen unterschiedliche Werkstoffe zum Einsatz, darunter korrosionsfähige Stähle. Aus Kessel, Rohren und Armaturen lösen sich mit der Zeit Schwebstoffe, die das Wasser verteilt und die zu Verschlammung führen können. Ein Magnetitfilter wirkt dem entgegen. Dieser Beitrag erklärt Prinzip und Einbau.

Magnetitfilter von Buderus
Quelle: Bosch Thermotechnik, Buderus Deutschland

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Magnetitfilter entfernt magnetische Rostpartikel (Magnetit) aus dem Heizungswasser.
  • Er ist meist Teil eines Schlammabscheiders, der zusätzlich nichtmagnetische Schwebstoffe abfängt.
  • Die ideale Einbauposition ist der Rücklauf, kurz vor dem Kessel.
  • Ohne Filter drohen Verschlammung, verstopfte Ventile und eine verringerte Wärmeabgabe.
  • Die Preise für ein Ein- bis Zweifamilienhaus liegen meist bei etwa 150 bis 200 Euro.

Wie Magnetit entsteht

Magnetit bildet sich bei der Korrosion eisenhaltiger Oberflächen. Als Nebenprodukt dieser Reaktion gelangt es ins Heizungswasser, färbt das ursprünglich klare Wasser dunkel und führt bei zunehmender Konzentration zur Schlammbildung. Ein Schlammabscheider mit Magnetitfilter zieht diese Partikel mithilfe eines Magneten aus dem Kreislauf.

Aufbau und Funktion

Der Magnetitfilter besteht vereinfacht aus einem magnetischen Stab, der in den Heizwasserstrom ragt. Magnetische Schwebstoffe bleiben beim Vorbeifließen an ihm haften. Ein spiralförmiger Durchflusszylinder um den Stab fängt zugleich nichtmagnetische Partikel ab. Der Einbau ist horizontal oder vertikal möglich, solange das Wasser den Filter durchströmt. Die eingefangenen Stoffe sammeln sich in einer Abscheidekammer. Zur Entsorgung zieht der Fachmann den Magnetstab heraus, sodass der Schlamm abfließt. Anders als Siebfilter lassen sich Magnetitfilter mit geringem Aufwand leeren und müssen nicht ausgetauscht werden. Da die Bauteile nur wenig in den Wasserstrom hineinragen, beeinträchtigen sie Druck und Strömung kaum. Als ideale Position gilt der Rücklauf, wo die auf dem Weg gesammelten Schwebstoffe abgefangen werden, bevor entschlammtes Wasser in den Kessel gelangt.

Folgen ohne Magnetitfilter

Verzichtet man auf einen Filter, treten häufig folgende Schäden auf:

  • Andere Filterelemente wie Siebe verstopfen und verringern den Durchfluss.
  • Rohre und Durchlässe setzen sich innen zu und verengen sich, ähnlich wie bei Verkalkung.
  • Bei verschlammten Bauteilen sinkt die Wärmeabgabe, besonders an Wärmetauschern.
  • Ventile und bewegliche Regelbauteile verkleben und blockieren im schlimmsten Fall.
  • Die mechanische Wärmemengenerfassung wird ungenau oder fällt aus.
  • Die ursprünglichen Einstellungen einschließlich hydraulischem Abgleich passen nicht mehr.

Im Heizungswasser bilden sich vor allem schwarzes Magnetit und grünes Magnetithydrat sowie weitere magnetische Eisenverbindungen, die der Filter zuverlässig abfängt.

Wann ein Magnetitfilter sinnvoll ist

Eine gesetzliche Pflicht zum Einbau magnetischer oder mechanischer Filter besteht nicht. Das Fachhandwerk ist jedoch verpflichtet, effiziente Heizungspumpen anzubieten. Gerade beim Kesseltausch sorgen moderne Hocheffizienzpumpen für bessere Leistungen bei geringerem Hilfsenergiebedarf. Diese präzisen Pumpen und Ventile reagieren allerdings empfindlicher auf Verschmutzungen, weshalb ein Schlammabscheider mit Magnetstab besonders sinnvoll ist. Unterbleibt der Hinweis darauf, kann das im Rahmen der Beratungspflicht sogar einen Mangel darstellen.

Anbieter und Preise

Schlammabscheider mit integriertem Magnetfilter lassen sich leicht auf oder unter Putz an der Rücklaufleitung montieren. Angeboten werden sie unter anderem von Vaillant für Anlagen mit Leistungen zwischen etwa 14 und 27 kW sowie von Spezialherstellern wie Fernox, die sich seit vielen Jahren auf die Wasseraufbereitung konzentrieren. Für die Montage ist eine Rohrunterbrechung von rund 60 Millimetern nötig, gängige Nennweiten reichen von kleineren Querschnitten bis zu größeren Maßen. Der Preis für einen Magnetfilter in einem Ein- bis Zweifamilienhaus liegt meist zwischen 150 und 200 Euro. Angesichts der Schäden, die Verschlammung anrichten kann, ist das eine überschaubare Investition, die die Effizienz und Lebensdauer der gesamten Anlage schützt.

Wartung und Reinigung

Ein großer Vorteil des Magnetitfilters ist die einfache Wartung. Anders als Siebfilter, die gereinigt oder getauscht werden müssen, lässt sich der Magnetstab herausziehen, sodass der gesammelte Schlamm abfließt. Diese Reinigung sollte im Rahmen der regelmäßigen Heizungswartung erfolgen, bei einem stark verschlammten System auch häufiger. Wie oft eine Reinigung nötig ist, hängt vom Zustand der Anlage und der Menge an eingeschwemmten Partikeln ab. Nach einem Kesseltausch oder einer Systemspülung fällt anfangs oft mehr Schlamm an, sodass sich eine engmaschigere Kontrolle lohnt.

Der Fachbetrieb kann bei der Wartung auch die Wasserqualität prüfen und bei Bedarf das Heizungswasser aufbereiten. In Kombination mit dem Magnetitfilter bleibt das System so dauerhaft sauber.

Nutzen für die gesamte Anlage

Ein sauberes Heizungswasser wirkt sich auf die gesamte Anlage positiv aus. Wärmetauscher und Heizflächen geben die Wärme besser ab, Pumpen und Ventile arbeiten zuverlässiger, und der hydraulische Abgleich bleibt länger stabil. Das senkt den Energieverbrauch und verlängert die Lebensdauer der Komponenten. Gerade moderne Hocheffizienzpumpen und präzise Regelventile reagieren empfindlich auf Verschmutzung, weshalb ein Magnetitfilter ihre Funktion schützt. Angesichts der geringen Kosten und des einfachen Einbaus ist er damit eine sinnvolle Ergänzung, die sich über einen störungsfreien und effizienten Betrieb schnell bezahlt macht.

Wer beim Kesseltausch oder bei der nächsten Wartung einen Magnetitfilter einbauen lässt, schützt seine Heizung wirkungsvoll vor Verschlammung und sichert langfristig einen effizienten Betrieb.

Zusammengefasst ist der Magnetitfilter ein kleines Bauteil mit großer Wirkung: Er hält das Heizungswasser sauber, schützt empfindliche Komponenten und trägt so zu einem effizienten und störungsfreien Betrieb bei. Die geringe Investition amortisiert sich über die vermiedenen Schäden und den niedrigeren Energieverbrauch schnell.