Das klassische Blockheizkraftwerk (BHKW) sorgt vor allem in größeren Wohnblocks für Wärme und Strom. Für die Versorgung einzelner Ein- und Mehrfamilienhäuser sind mittlerweile deutlich kleinere Lösungen bezahlbar geworden. Diese Lücke füllt das Nano-BHKW. Dieser Beitrag erklärt Funktion, Kosten und Förderung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Nano-BHKW erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom für einzelne Häuser.
- Die elektrische Leistung liegt bei bis zu etwa 2,5 Kilowatt.
- Es gibt Varianten mit Verbrennungsmotor, Stirlingmotor und Brennstoffzelle.
- Die Anschaffung kostet grob ab 10.000 Euro, mit Brennstoffzelle deutlich mehr.
- Der eingespeiste Strom wird über den KWK-Zuschlag vergütet.
Was ist ein Nano-BHKW?
Blockheizkraftwerke werden nach ihrer Leistung unterteilt. Nano-BHKW bilden die kleinste Klasse unterhalb der Mini- und Mikro-Blockheizkraftwerke: Während ein Mikro-BHKW rund 2,5 bis 10 Kilowatt liefert, leistet ein Nano-BHKW bis zu etwa 2,5 Kilowatt elektrisch. Interessant ist, dass hier nicht mehr nur der klassische Verbrennungsmotor zum Einsatz kommt, sondern auch Stirlingmotoren und Brennstoffzellen. Getrieben wird die Entwicklung unter anderem durch den Trend zum Niedrigenergie- und Passivhaus. Das Haupteinsatzgebiet liegt bei Einfamilienhäusern, aber auch der Einsatz in Zwei- bis Dreifamilienhäusern ist bei guter Dämmung möglich.
Verbrennungsmotor, Stirlingmotor oder Brennstoffzelle?
Die Nano-BHKW teilen sich in drei Kategorien. Ein BHKW mit Verbrennungsmotor nutzt einen kleinen, meist mit Gas befeuerten Motor: Die erzeugte Bewegung treibt einen Generator an, der Strom erzeugt, während ein Wärmerückgewinnungssystem die Abwärme zum Heizen nutzbar macht. Bei einem BHKW mit Stirlingmotor findet die Verbrennung außerhalb des Motors in einer abgeschlossenen Kammer statt; das darin enthaltene Arbeitsgas wird abwechselnd erhitzt und abgekühlt, wodurch ein Kolben einen Generator antreibt und die Abwärme ins Heizsystem gelangt. Ein BHKW mit Brennstoffzelle nutzt die elektrochemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff, wobei der Wasserstoff aus Erdgas gewonnen wird; solche Geräte gelten in der Stromproduktion als besonders effizient.

Schematische Darstellung eines motorbetriebenen BHKW. Bild: wikipedia.org
Kosten für ein Nano-BHKW
Auch wenn die Kosten gesunken sind, sind die Anschaffungskosten im Vergleich zu Brennwertthermen oder Mikro-BHKW noch relativ hoch. Modelle mit Verbrennungs- oder Stirlingmotor sind ab etwa 10.000 bis 15.000 Euro erhältlich, BHKW mit Brennstoffzelle liegen mit mindestens etwa 20.000 Euro deutlich höher. Wirtschaftlich betreiben lässt sich ein Nano-BHKW nur unter bestimmten Bedingungen: Es sollte möglichst viel Strom erzeugen, ganzjährig einen konstanten Wärmeabnehmer wie die Warmwasserbereitung haben, idealerweise mit einem Pufferspeicher kombiniert sein und in einem gut gedämmten Gebäude stehen.
Förderung eines Nano-BHKW
Bei der Förderung ist zu beachten, dass sich die Rahmenbedingungen für kleine BHKW verändert haben. Der eingespeiste sowie der selbst verbrauchte Strom aus einem KWK-Gerät wird nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz über den KWK-Zuschlag vergütet, der über das BAFA abgewickelt wird; dafür ist eine Zulassung nötig. Ein Investitionszuschuss speziell für Mini- und Nano-BHKW mit Verbrennungsmotor besteht nicht mehr. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude sind von den BHKW ausschließlich Brennstoffzellen-Geräte förderfähig, während Motor-BHKW hier nicht bezuschusst werden. Zudem lassen sich die verschiedenen Förderwege nicht beliebig kombinieren. Da sich die Förderbedingungen ändern können, sollten Sie den aktuellen Stand prüfen und die Wirtschaftlichkeit vorab mit einem Fachbetrieb durchrechnen.
Kann ich ein Nano-BHKW selbst bauen?
Ein Blockheizkraftwerk ist vergleichsweise einfach aufgebaut, weshalb es unter Interessierten einen Trend zum Eigenbau gibt. Der Eigenbau erfordert jedoch unabhängig vom Brennstoff umfangreiche handwerkliche Fachkenntnisse. Schon aus Gründen der Sicherheit und der Haftung ist von einem Eigenbau dringend abzuraten, denn das Risiko steht in keinem Verhältnis zu den Kosten für die Beauftragung eines Fachbetriebs. Zudem sind für Betrieb, Zulassung und Förderung Nachweise und eine fachgerechte Installation nötig, die ein selbst gebautes Gerät kaum erfüllen kann. Überlassen Sie Planung und Einbau daher einem Fachbetrieb, der die Anlage korrekt auslegt, anmeldet und in Betrieb nimmt.
Wann sich ein Nano-BHKW lohnt
Ein Nano-BHKW spielt seine Vorteile dann aus, wenn es möglichst viele Betriebsstunden im Jahr erreicht und der erzeugte Strom weitgehend selbst genutzt wird. Da die Wirtschaftlichkeit stark vom Verhältnis zwischen Wärme- und Strombedarf abhängt, eignet sich ein Nano-BHKW vor allem für Gebäude mit einem ganzjährig gleichmäßigen Wärmebedarf, etwa durch die Warmwasserbereitung. In einem sehr gut gedämmten Neubau mit geringem Wärmebedarf kann es dagegen schwierig sein, genügend Betriebsstunden zu erreichen, sodass sich die Investition langsamer amortisiert. Vor der Anschaffung sollte daher eine sorgfältige Bedarfsanalyse und Wirtschaftlichkeitsberechnung durch einen Fachbetrieb erfolgen, der auch die Kombination mit einem Pufferspeicher und gegebenenfalls einer Solaranlage prüft. So lässt sich einschätzen, ob ein Nano-BHKW im Einzelfall die richtige Wahl ist oder ob eine andere Lösung wie eine Wärmepumpe besser passt.
Zusammengefasst ist das Nano-BHKW eine interessante Technik für alle, die im eigenen Haus gleichzeitig Wärme und Strom erzeugen möchten. Seine Wirtschaftlichkeit hängt jedoch stark von den individuellen Gegebenheiten ab, insbesondere vom Wärme- und Strombedarf sowie von den aktuellen Förderbedingungen. Da sich die Rahmenbedingungen für kleine BHKW verändert haben und die verschiedenen Förderwege nicht beliebig kombinierbar sind, lohnt sich eine sorgfältige Beratung. Ein Fachbetrieb kann die Wirtschaftlichkeit für Ihr Gebäude berechnen und prüfen, ob ein Nano-BHKW oder eine andere Lösung wie eine Wärmepumpe die bessere Wahl ist.
So verbindet ein gut geplantes Nano-BHKW die Erzeugung von Wärme und Strom in den eigenen vier Wänden und kann unter den richtigen Voraussetzungen einen Beitrag zu einer effizienten und unabhängigeren Energieversorgung leisten.
