
Eine Notheizung sorgt für Wärme, wenn die Hauptheizung ausfällt. Ob durch einen plötzlichen Defekt oder eine unerwartete Reparatur: Eine flexible, schnell einsatzbereite Lösung hält den Heizbetrieb aufrecht. Notheizungen werden elektrisch, mit Gas oder mit Öl betrieben. Dieser Ratgeber stellt die Arten vor und erklärt Einsatzgebiete, Kosten und die Frage nach Kauf oder Miete.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Notheizung überbrückt den Ausfall der Hauptheizung. Kleine Geräte arbeiten elektrisch, größere mit Gas oder Öl.
- Einsatzgebiete sind der plötzliche Heizungsausfall, Baustellen und Estrichtrocknung sowie Einrichtungen mit dauerhaftem Wärmebedarf wie Krankenhäuser und Pflegeheime.
- Kleine Elektrogeräte gibt es ab rund 50 bis 350 Euro. Leistungsstarke Gas- oder Ölheizungen kosten mehr. Bei seltener Nutzung ist Mieten oft günstiger als Kaufen.
Arten der Notheizung
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Leistung: Je größer die zu beheizenden Räume, desto mehr Heizleistung ist erforderlich. Grob lassen sich drei Leistungsbereiche unterscheiden:
- Bis rund 100 kW: für den Einsatz im Einfamilienhaus geeignet.
- 100 bis 300 kW: für die Wärmeversorgung größerer Gebäude.
- Über 300 kW: für große Objekte. Übliche Angebote reichen bis mehrere Tausend Kilowatt.
Eine kleinere Notheizung wird meist elektrisch betrieben, da sie sich flexibel und unkompliziert aufstellen lässt. Kompakte Geräte sind schnell einsatzbereit und lassen sich außerhalb der Nutzung im Keller verstauen. Alternativ ist auch eine feste Wandmontage möglich, etwa als dauerhafte Ausstattung eines Wochenendhauses. Da Elektroheizungen einen hohen Stromverbrauch haben, kommen für größere Leistungen Öl oder Gas als Energieträger zum Einsatz. Nachteilig sind dabei die entstehenden Abgase, die abgeführt werden müssen.
Warum eine Notheizung sinnvoll ist
Gerade im Winter ist ein Heizungsausfall unangenehm. Nachts ist eine Reparatur oft nicht sofort möglich, und selbst tagsüber kann es dauern, bis alle Ersatzteile verfügbar sind. Was für gesunde Erwachsene meist nur ein kurzzeitiger Komfortverlust ist, kann für Säuglinge, ältere oder kranke Menschen zum ernsten Problem werden, da sie auf eine verlässliche Wärmeversorgung angewiesen sind. Deshalb ist eine Notheizung vor allem für Krankenhäuser, Pflegeheime sowie für Haushalte mit Kindern oder Senioren eine sinnvolle Vorsorge.
Typische Einsatzgebiete
- plötzlicher Ausfall der Heizung im Wohnhaus
- öffentliche Einrichtungen mit dauerhaftem Wärmebedarf
- Estrichtrocknung bei Neubau und Sanierung
- Baustellen, auf denen bestimmte Temperaturen einzuhalten sind
- Wochenend- und Ferienhäuser
Für Privathaushalte ist das Mieten häufig vorteilhaft, weil eine Notheizung nur selten gebraucht wird. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sollten dagegen über eine eigene, jederzeit verfügbare Reserve verfügen, um im Notfall schnell und unabhängig reagieren zu können.
Worauf beim Kauf oder der Miete zu achten ist
Wer eine Notheizung anschafft, sollte zunächst den Einsatzzweck klären. Für die spontane Überbrückung eines Ausfalls im Wohnraum genügt oft ein kleines Elektrogerät, das sofort einsatzbereit ist und keine Abgasführung benötigt. Für größere Flächen, die Estrichtrocknung oder den Einsatz auf Baustellen sind dagegen leistungsstarke Gas- oder Ölheizgeräte gefragt, bei denen die Abgasführung und eine ausreichende Belüftung des Raumes sichergestellt sein müssen. Wichtige Auswahlkriterien sind die benötigte Heizleistung, die passende Energieform, der Platzbedarf sowie die Frage, ob das Gerät mobil oder fest installiert sein soll.
Bei elektrischen Geräten ist auf die Absicherung des Stromkreises zu achten, da leistungsstarke Heizgeräte einen hohen Strombedarf haben. Bei gas- oder ölbetriebenen Geräten stehen die sichere Brennstoffversorgung und die Abgasführung im Vordergrund. In sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen sollte die Notheizung regelmäßig auf ihre Funktion geprüft werden, damit sie im Ernstfall zuverlässig arbeitet.
Kosten für die Notheizung
Die Preise hängen von der Energieform und der Leistung ab und davon, ob das Gerät gekauft oder gemietet wird. Eine Elektroheizung mit rund 1.000 Watt ist für etwa 200 bis 350 Euro erhältlich und lässt sich frei aufstellen oder an der Wand befestigen. Sehr kompakte Geräte für die kurzfristige Wärme in einem kleinen Raum kosten rund 50 bis 100 Euro. Wer eine größere Not- oder Bauheizung mit Gas oder Öl benötigt, muss deutlich mehr als 1.000 Euro einplanen. Bei den laufenden Kosten ist zu bedenken, dass elektrische Geräte im Dauerbetrieb wegen des hohen Strompreises teuer sind. Für einen längeren Einsatz sind gas- oder ölbetriebene Geräte oft wirtschaftlicher.
Mieten oder kaufen?
Ob sich Kauf oder Miete lohnt, hängt vor allem von der Häufigkeit der Nutzung ab. Wird die Notheizung nur selten und kurzzeitig gebraucht, etwa als einmalige Überbrückung bei einer Reparatur oder zur Estrichtrocknung auf einer Baustelle, ist die Miete meist die günstigere und praktischere Lösung. Fachbetriebe und Baumaschinenverleiher bieten mobile Heizgeräte in verschiedenen Leistungsklassen zur Miete an, häufig inklusive Zubehör wie Schläuchen und Brennstoffversorgung. Wer dagegen regelmäßig oder dauerhaft eine Reserve vorhalten möchte, etwa in einer sensiblen Einrichtung, fährt mit dem Kauf eines fest installierten oder jederzeit einsatzbereiten Geräts besser.
Bestehen Fördermöglichkeiten?
Notheizungen werden in der Regel nicht staatlich gefördert. Bei Elektrogeräten steht der hohe Energieverbrauch einer Förderung entgegen. Bei einer mobilen Öl- oder Gasheizung fehlt die feste Installation, die Voraussetzung für eine Förderung wäre. Wird eine Heizung dagegen fest eingebaut, verliert sie den Charakter einer reinen Notheizung. Als reguläre fossile Heizung ist sie allerdings ebenfalls nicht über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig, da diese nur erneuerbare Systeme bezuschusst. Die Notheizung bleibt damit vor allem eine praktische Absicherung für den Ausnahmefall und keine geförderte Investition. Wer eine dauerhafte, förderfähige Lösung sucht, sollte stattdessen die reguläre Heizungsanlage entsprechend planen.
Häufige Fragen zur Notheizung
Wann brauche ich eine Notheizung?
Bei einem plötzlichen Ausfall der Hauptheizung, auf Baustellen und zur Estrichtrocknung sowie in Einrichtungen mit dauerhaftem Wärmebedarf wie Krankenhäusern und Pflegeheimen.
Welche Arten gibt es?
Kleine Geräte arbeiten elektrisch und sind sofort einsatzbereit. Größere Anlagen werden mit Gas oder Öl betrieben und decken deutlich höhere Leistungen ab.
Was kostet eine Notheizung?
Kleine Elektrogeräte gibt es ab rund 50 bis 350 Euro. Leistungsstarke Gas- oder Ölheizungen liegen deutlich darüber.
Mieten oder kaufen?
Bei seltener Nutzung ist Mieten meist günstiger. Der Kauf lohnt sich vor allem dort, wo regelmäßig Bedarf besteht oder eine Anlage dauerhaft vorgehalten werden muss.
