Einen alten Öltank entsorgen kann man selbst oder dem Fachmann überlassen. Das hängt vor allem von der Tankgröße ab, und bei der Reinigung sind einige Besonderheiten zu beachten. Dieser Beitrag erklärt Ablauf, Vorschriften und Kosten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ob Sie einen Öltank selbst entsorgen dürfen, hängt von der Größe und vom Bundesland ab.
  • Die Reinigung des Tanks muss immer ein zertifizierter Fachbetrieb übernehmen.
  • Der Fachbetrieb pumpt Restöl ab, entgast, reinigt, demontiert und entsorgt den Tank.
  • Achten Sie auf die Zertifizierung nach dem Wasserhaushaltsgesetz.
  • Die Kosten liegen je nach Tankart und Größe grob zwischen einigen hundert und mehreren tausend Euro.

Öltank selbst entsorgen: worauf achten?

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie einen alten Öltank selbst entsorgen und so Kosten sparen. Zunächst müssen Sie klären, ob Sie das überhaupt dürfen, denn hier gibt es teils große Unterschiede zwischen den Bundesländern. In manchen Ländern müssen Entsorgungen ab einer Tankgröße von 1.000 Litern bei der zuständigen Wasserbehörde angemeldet werden, in anderen erst ab 10.000 Litern. Wichtig ist: Auch wenn Sie den Tank selbst entsorgen dürfen, dürfen Sie ihn nicht selbst reinigen. Nach dem Wasserhaushaltsgesetz muss die Reinigung immer ein zertifizierter Fachbetrieb übernehmen. Selbst wenn Sie den leeren Tank also eigenständig entsorgen, kommen Sie um die Kosten der fachgerechten Reinigung nicht herum.

Entsorgung durch einen Fachbetrieb

Die Beauftragung eines Fachbetriebs ist komfortabel und sicher, und Sie können sich darauf verlassen, dass alle Umweltauflagen eingehalten werden. Vor der Entsorgung trennt der Fachmann Tank und Heizkessel, demontiert die Rohrleitungen und reinigt diese Komponenten, bevor er das Restöl aus dem Tank pumpt und diesen gründlich reinigt. Ob der Tank zerlegt oder komplett verladen wird, hängt von seiner Größe ab.

Ablauf der Entsorgung

Die fachgerechte Öltankentsorgung läuft in mehreren Schritten ab:

  • Messung des Ölstandes und Abpumpen des Restöls
  • Entgasung, Reinigung und Demontage des Tanks
  • Entsorgung und Erstellung der Dokumentation für die Wasserbehörde

Achten Sie bei der Beauftragung nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Zertifizierung: Der Betrieb sollte eine Zulassung nach dem Wasserhaushaltsgesetz vorweisen können, da nur so eine fach- und vorschriftsgerechte Entsorgung sichergestellt ist.

Welche Kosten entstehen?

Die Entsorgungskosten sind sehr variabel und unterscheiden sich je nach Region und Anbieter. Einfluss haben vor allem die Tankgröße und der Aufwand. Besonders günstig sind Batterietanks aus Stahl oder Kunststoff: Bei Kunststofftanks können Sie grob mit etwa 400 bis 1.400 Euro rechnen, bei Stahltanks mit rund 500 bis 1.800 Euro. Ein Erdtank ist deutlich teurer zu entsorgen, hier sollten Sie mit etwa 1.000 bis 2.500 Euro kalkulieren. Bei größeren, beschichteten oder doppelwandigen Tanks steigen die Kosten weiter. Ein großer Tank mit 10.000 Litern kann in der Entsorgung mehrere tausend Euro kosten. Hinzu kommen Anfahrt, Restölentsorgung und gegebenenfalls Spezialwerkzeug.

Vorab prüfen und vergleichen

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, lohnt sich ein prüfender Blick auf bestehende Verträge: Prüfen Sie, ob mit dem Installateur Ihrer Heizung ein Wartungs- und Entsorgungsvertrag besteht, in dem die Öltankentsorgung bereits enthalten ist. Ist das nicht der Fall, holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie diese, denn die Preise können sich deutlich unterscheiden. Achten Sie dabei stets auf die Zertifizierung des Anbieters. Gerade wenn Sie im Zuge einer Heizungsmodernisierung von Öl auf ein anderes System umsteigen, lässt sich die Tankentsorgung oft sinnvoll mit den übrigen Arbeiten verbinden. So sorgen Sie für eine fachgerechte, sichere und kosteneffiziente Entsorgung Ihres alten Öltanks.

Zusammengefasst ist die Entsorgung eines Öltanks vor allem eine Frage der richtigen Planung und der Beachtung der Vorschriften. Klären Sie vorab, welche Regeln in Ihrem Bundesland gelten und ob Sie überhaupt selbst tätig werden dürfen. Da die Reinigung ohnehin ein zertifizierter Fachbetrieb übernehmen muss, ist die komplette Beauftragung eines Fachbetriebs in vielen Fällen die einfachste und sicherste Lösung. Ein Angebotsvergleich hilft, die Kosten im Rahmen zu halten.

Öltankentsorgung im Zuge der Heizungsmodernisierung

Oft steht die Entsorgung eines Öltanks im Zusammenhang mit einer Heizungsmodernisierung, etwa wenn Sie von Öl auf eine Wärmepumpe oder ein anderes System umsteigen. In diesem Fall lässt sich die Tankentsorgung sinnvoll mit den übrigen Arbeiten koordinieren, was Zeit und Kosten spart. Sprechen Sie den ausführenden Fachbetrieb frühzeitig darauf an, damit die Entsorgung von Anfang an eingeplant wird. Bedenken Sie außerdem, dass durch den Wegfall des Öltanks wertvoller Platz im Keller frei wird, den Sie anschließend anderweitig nutzen können. Der Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem wird zudem staatlich gefördert, was die Gesamtinvestition attraktiver macht. So verbinden Sie die notwendige Entsorgung des alten Tanks mit dem Schritt hin zu einer zukunftssicheren Wärmeversorgung.

Achten Sie in jedem Fall auf die fachgerechte Reinigung und die Zertifizierung des Betriebs, damit die Entsorgung fachgerecht und rechtssicher abläuft.

Mit der richtigen Vorbereitung und einem zertifizierten Fachbetrieb gelingt die Öltankentsorgung sicher, fachgerecht und zu fairen Kosten.

Prüfen Sie vorab die Regelungen in Ihrem Bundesland und holen Sie mehrere Angebote ein, um die für Ihre Situation passende und kosteneffiziente Lösung zu finden.

Da die Entsorgung eines Öltanks nur selten ansteht, ist es gut, sich vorab gründlich zu informieren und die Aufgabe in erfahrene Hände zu geben, damit alle Schritte fach- und fachgerecht ausgeführt werden.