Pelletgebläse

Holz ist als nachwachsender Rohstoff in Form einer Pelletheizung eine Option, um von einer Gas- oder Ölheizung auf erneuerbare Wärme umzusteigen. Zur Planung gehören Lagerung und Förderung der Pellets. Dieser Beitrag befasst sich mit dem Pelletgebläse zur Förderung aus dem Lager in den Brenner.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Das Pelletgebläse fördert die Pellets pneumatisch über größere Strecken zum Kessel.
  • Es überwindet Distanzen bis etwa 30 Meter und Höhenunterschiede bis rund 5 Meter.
  • Es eignet sich auch für außen liegende oder unterirdische Pelletlager.
  • Als Faustregel ersetzen etwa 2 Kilogramm Pellets 1 Liter Heizöl.
  • Gegenüber der Förderschnecke ist es flexibler, aber teurer in Anschaffung und Betrieb.

Lager und Förderung

Wer eine Ölheizung betreibt, kennt das Thema Brennstofflagerung bereits. Auch bei einer Pelletheizung ist der Lagerraum ein wichtiges Planungsthema. Als grobe Orientierung ersetzen etwa 2 Kilogramm Pellets den Energiegehalt von 1 Liter Heizöl. Lag der Verbrauch einer Öl-Zentralheizung für rund 150 Quadratmeter Wohnfläche bei etwa 1.600 Litern, entspricht das einem Pelletbedarf von grob 3,2 Tonnen und damit einem Lagerbedarf von etwa 4,8 Kubikmetern. Die Anlieferung erfolgt ähnlich wie beim Heizöl über einen Tankwagen, der die Pellets über einen Schlauch in den Lagerraum bläst. Für den automatischen Betrieb ist eine Förderleitung zum Kessel nötig.

Förderschnecke oder Pelletgebläse

Für den automatischen Betrieb gibt es zwei Fördersysteme. Die Förderschnecke transportiert die Pellets mechanisch über eine Spindelwelle im Rohr. Dieses günstige Verfahren eignet sich für kurze Distanzen zwischen Lager und Kessel und setzt ein Lager mit Schräge voraus, damit sich die Pellets an einer Stelle sammeln. Das Pelletgebläse dagegen ist ein pneumatisches Saugsystem, das sich für größere Strecken und Höhenunterschiede eignet.

So funktioniert das Pelletgebläse

Beim pneumatischen Prinzip des Pelletgebläses wird Luft genutzt, um die Pellets zu fördern. Ähnlich wie bei einem Staubsauger werden die Pellets angesaugt und über eine Transportleitung zum Kessel befördert. Neben der Förderleitung für die Pellets besitzt das System eine weitere Leitung für den Druckausgleich. So lassen sich auch größere Transportstrecken mühelos überwinden, was das Gebläse flexibel und vielseitig einsetzbar macht.

Vor- und Nachteile

Das Pelletgebläse bietet mehrere Vorteile: Es überbrückt Distanzen bis zu etwa 30 Metern und Höhenunterschiede bis rund 5 Meter, eignet sich für außen liegende und unterirdische Pelletlager, bewältigt Biegungen und Windungen im Transportweg, arbeitet vergleichsweise materialschonend und lässt sich flexibler an bauliche Gegebenheiten anpassen als die Förderschnecke. Als Nachteile sind der höhere Anschaffungspreis und die höheren Betriebskosten gegenüber der Förderschnecke zu nennen. Welches System besser passt, hängt daher vor allem von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Die richtige Wahl treffen

Ob Pelletgebläse oder Förderschnecke die bessere Wahl ist, entscheidet sich anhand der baulichen Situation: der Entfernung zwischen Lager und Kessel, dem Höhenunterschied, der Form des Lagers und dem Budget. Ist das Lager nahe am Kessel und mit einer Schräge versehen, ist die günstigere Schnecke oft ausreichend. Liegt das Lager weiter entfernt, außen, unterirdisch oder verwinkelt, spielt das Pelletgebläse seine Flexibilität aus. Ein Punkt betrifft die Pellets selbst: Beim Fördern entsteht Abrieb, der als Staub im Kessel landet und die Verbrennung stört. Am Ende der Förderstrecke sitzt deshalb meist ein Zyklonabscheider, der den Staub abtrennt und regelmäßig geleert werden muss. So stellen Sie sicher, dass die Pellets zuverlässig und schonend zum Kessel gelangen und Ihre Pelletheizung ohne manuellen Aufwand komfortabel Wärme liefert.

Zusammengefasst ist das Pelletgebläse die flexible Lösung für die automatische Beschickung einer Pelletheizung, besonders wenn Lager und Kessel weiter auseinanderliegen oder das Lager außen beziehungsweise unterirdisch liegt. Es überwindet größere Strecken und Höhenunterschiede und passt sich gut an bauliche Gegebenheiten an. Wer diese Flexibilität nicht benötigt und ein Lager mit Schräge nahe am Kessel hat, fährt mit der günstigeren Förderschnecke oft besser. In beiden Fällen sorgt ein gutes Fördersystem für den Komfort einer weitgehend automatischen Holzheizung.

Planung des Gesamtsystems

Bei der Umstellung von einer Öl- oder Gasheizung auf eine Pelletheizung sollten Lagerung und Fördersystem von Anfang an gemeinsam geplant werden. Der Lagerraum muss ausreichend groß und trocken sein, und die Wahl des Fördersystems richtet sich nach der Lage des Lagers relativ zum Kessel. Ein gut abgestimmtes System aus Lager, Fördertechnik und Kessel sorgt für einen reibungslosen, weitgehend automatischen Betrieb mit geringem Bedienaufwand. Für die Auslegung ist vor allem die Förderdistanz entscheidend: Ein Sauggebläse überbrückt je nach System rund 15 bis 25 Meter und erlaubt damit auch abgelegene oder außen liegende Lager, während eine Förderschnecke etwa bei 6 Metern an ihre Grenze stößt.

Achten Sie zudem auf eine gute Pelletqualität, da stark abriebende Pellets sowohl das Gebläse als auch die Förderschnecke stärker beanspruchen. Zertifizierte Pellets und eine trockene Lagerung tragen dazu bei, dass das Fördersystem zuverlässig arbeitet und Störungen selten bleiben.

Insgesamt ist die automatische Beschickung ein entscheidender Komfortgewinn gegenüber dem manuellen Nachlegen von Brennstoff. Ob Pelletgebläse oder Förderschnecke, ein gut ausgelegtes Fördersystem sorgt dafür, dass die Pellets zuverlässig zum Kessel gelangen und die Heizung ähnlich komfortabel arbeitet wie eine Öl- oder Gasheizung. Die einmalige Investition zahlt sich über die Jahre durch den geringen Bedienaufwand aus.

Für den langfristig zuverlässigen Betrieb empfiehlt sich zudem eine regelmäßige Kontrolle des Fördersystems. Beim Pelletgebläse sollten die Leitungen und die Steuerung im Blick behalten werden, damit der Transport dauerhaft reibungslos funktioniert und die Heizung ohne Unterbrechung mit Pellets versorgt wird.