
Erneuerbare Energie ist ein wichtiges Thema, und der Trend geht zunehmend zur Holzheizung. Besonders komfortabel sind Pelletheizungen. Mancher Eigentümer fragt sich, ob er Pellets selbst pressen und so sparen kann. Dieser Beitrag erklärt, was Sie brauchen, wie es geht und ob es sich lohnt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Pellets bestehen zu 100 Prozent aus Holz und enthalten keine chemischen Bindemittel.
- Für die Eigenproduktion brauchen Sie eine Pelletpresse und trockene Sägespäne.
- Günstige Pressen gibt es ab etwa 1.000 Euro, hochwertige liegen bei rund 2.500 bis 5.000 Euro.
- Die Herstellung ist mit Aufwand, Platzbedarf und Zeit verbunden.
- Ob es sich lohnt, hängt vom Verbrauch und vom Zugang zu günstigem Rohmaterial ab.
Mit Holzpellets heizen
Wer mit Holzpellets heizt, gewinnt Wärme aus einem natürlichen Brennstoff. Ob aus Eigenproduktion oder industriell gefertigt, Pellets enthalten keine chemischen Bindemittel. Erlaubt sind nur natürliche Bindemittel wie Stärke in geringem Umfang, was die einschlägige Qualitätsnorm vorschreibt. Der Mythos, dass für Pellets Bäume gefällt werden, stimmt nicht: Sie bestehen überwiegend aus Sägenebenprodukten wie Säge- und Hobelspänen sowie Hackschnitzeln, die sonst entsorgt würden. Minderwertige Alt- und Waldresthölzer gehören nicht hinein.
Was Sie zur Herstellung brauchen
Die kleinen Presslinge werden meist industriell gefertigt, lassen sich mit etwas Aufwand aber auch selbst herstellen. Vor allem brauchen Sie eine Pelletpresse: Günstige Modelle gibt es ab etwa 1.000 Euro, hochwertige, die hohe Stückzahlen in guter Qualität ermöglichen, kosten rund 2.500 bis 5.000 Euro. Als Rohstoff dienen Säge- und Hobelspäne, die Sie bei Sägewerken, Schreinereien und Tischlereien bekommen. Die Restfeuchte sollte unter 10 Prozent liegen, bis zu 20 Prozent sind noch in Ordnung. Beachten Sie, dass Sie für 100 Kilogramm Pellets rund 0,7 bis 0,8 Kubikmeter Späne benötigen, weshalb ausreichend Platz zur Lagerung und Verarbeitung nötig ist. Verwenden Sie zudem keine improvisierten Eigenbaupressen, da hochwertige Maschinen das Unfallrisiko senken und für gute Pelletqualität sorgen.
Schritt für Schritt
Die Herstellung läuft in mehreren Schritten ab. Zuerst besorgen Sie gut getrocknete Sägespäne und Hackschnitzel. Für gröbere Holzreste brauchen Sie zusätzlich eine Hammermühle oder Holzhackmaschine. Anschließend messen Sie die Restfeuchte mit einem Messgerät und trocknen das Holz bei Bedarf weiter, für kleine Mengen genügt die Sonne. Danach sieben Sie das Material, um Verunreinigungen zu entfernen. Nun geben Sie etwa einen Esslöffel Pflanzenöl pro Kilogramm hinzu, was die Bindung verbessert, und mischen alles gut durch. Die Masse kommt dann in die Presse, wo sie unter Druck und Wärme bei rund 75 bis 90 Grad durch Lochbohrungen gepresst wird. Zuletzt sortieren Sie minderwertige Pellets aus, lassen die fertigen Pellets mindestens 24 Stunden flach ausgebreitet abkühlen und füllen sie trocken und möglichst luftdicht ab.
Lohnt sich die Eigenproduktion?
Ob sich das Selbermachen lohnt, hängt vor allem vom Pelletverbrauch und vom Zugang zu hochwertigem Rohmaterial ab. Bei hohem Verbrauch oder einem Abnehmer für überschüssige Pellets können Sie langfristig sparen. Allerdings sollten Sie den erheblichen Zeitaufwand und den Transport des Rohmaterials in die Rechnung einbeziehen. Wer nur wenig Bedarf, wenig Zeit und keinen gesicherten Zugang zu gutem Rohstoff hat, für den lohnt sich die Eigenproduktion in der Regel nicht.
Fazit und Tipp
Pellets selbst herzustellen ist grundsätzlich möglich und kann sich unter den richtigen Voraussetzungen finanziell lohnen. Entscheidend sind ein hoher Eigenbedarf, günstiger Zugang zu Sägespänen, ausreichend Platz und die Bereitschaft, Zeit zu investieren. Für die meisten Haushalte mit überschaubarem Verbrauch sind industriell gefertigte Pellets dagegen die einfachere und oft wirtschaftlichere Wahl. Wenn Sie das Pressen nur einmal ausprobieren möchten, können Sie sich im Baumarkt oder Maschinenverleih für wenig Geld eine Pelletpresse leihen. So finden Sie heraus, ob sich der Aufwand für Sie lohnt, ohne gleich in eine eigene Maschine investieren zu müssen.
Qualität und Sicherheit beachten
Wer Pellets selbst herstellt, sollte auf gleichbleibende Qualität achten, denn nur gut gepresste, ausreichend trockene Pellets verbrennen sauber und effizient in der Heizung. Zu feuchte oder locker gepresste Pellets führen zu schlechterer Verbrennung, mehr Asche und im ungünstigen Fall zu Störungen in der Fördertechnik. Auch die Sicherheit ist wichtig: Beim Umgang mit der Presse, mit Holzstaub und mit den heißen Presslingen sollten Sie Schutzausrüstung tragen und die Bedienungshinweise der Maschine beachten. Holzstaub ist zudem brennbar, weshalb der Arbeitsplatz sauber gehalten und Zündquellen ferngehalten werden sollten.
Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Heizung für selbst hergestellte Pellets geeignet ist, da manche Anlagen empfindlich auf abweichende Pelletqualität reagieren.
Zusammengefasst ist das Selberherstellen von Pellets für ambitionierte Selbstversorger mit hohem Bedarf und günstigem Zugang zu Sägespänen eine interessante Möglichkeit, langfristig Kosten zu senken. Für die meisten Haushalte überwiegt jedoch der Aufwand den Nutzen, sodass fertige Pellets die einfachere Wahl bleiben. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte in eine hochwertige Presse investieren, auf trockenes Rohmaterial achten und die Qualität der fertigen Pellets sorgfältig prüfen, damit sie sauber und effizient in der Heizung verbrennen.
Bedenken Sie zudem, dass sich die Investition in eine eigene Presse erst über viele Jahre und bei entsprechend hohem Verbrauch amortisiert. Rechnen Sie daher vor dem Kauf realistisch durch, wie viel Rohmaterial Sie günstig beschaffen können und wie viel Zeit Sie investieren möchten, um zu einer fundierten Entscheidung zu kommen.
