Wie ein Piezozünder funktioniert & häufige Defekte

Das technische Prinzip des Piezozünders stammt aus der frühen Vorzeit als die Menschen Funken schlagende Steine entdeckten. Durch kraftvolles Aneinanderschlagen erzeugt die kurzzeitige Verformung eine elektrochemische Reaktion. Der dadurch verursachte Funken muss auf gut brennbares Material treffen, um dieses in Brand zu setzen. Was früher bei Lagerfeuern das Stroh übernahm, ist heute die Rolle des Gases. Die Erzeugung von Funken ist beliebig oft wiederholbar. So kann ein Piezozünder je nach Bedarf und in Sekundenbruchteilen Neuentzündungen auslösen.

piezozuender mit kabel in der ansicht

 

Bei einer Heizung kommen Piezozünder in Boilern, Durchlauferhitzern und Brennern zum Einsatz, deren Energieträger Gas ist. Die ursprüngliche Steinfunktion übernehmen heute keramische Körper. Für die Schlagkraft ist eine Feder zuständig, die bei mechanischer Auslösung entspannt und die zwei Körper aufeinanderschlägt.

Ausbleibende Entzündung überprüfen

Die Auslösung der Feder ist mit geringer manueller Kraft möglich. An Gaskochfeldern können Sie diesen Effekt sehr gut beobachten. Beim Aufdrehen des Gashahns der entsprechenden Flamme entsteht ein leichter Druck. Dieser lässt den am Gasaustrittsring befestigten Zünder auslösen.

In Heizungsanlagen ist die Auslösung elektrisch gesteuert. Wenn die Entzündung des Brennstoffs ausbleibt, liegt unter Umständen ein Defekt des Piezozünders vor. Zur Ermittlung der genauen Ursache verfährt der Fachmann per Ausschlusstechnik. Während beim Durchlauferhitzer und Kochfeldern eine Sichtkontrolle ausreicht, um die Funkenbildung zu überprüfen, ist dies in einem Gasbrenner nicht immer möglich.

Vorgehen bei einem mutmaßlichen Defekt des Piezozünders

Maßnahme

Vorgehensweise

1. Gaszufuhr überprüfen Bei außen liegenden Piezozündern, ist die Überprüfung, ob das Gas bei Entstehung des Zündfunkes vorhanden ist, einfach. Als Ersatzzünder verwenden Sie ein Stabfeuerzeug an der Stelle, an welcher der Zündfunke entsteht. Wenn keine Entzündung stattfindet, ist die Brennstoffzufuhr gestört.
2. Stromzuleitung zum Zünder kontrollieren Bei elektrisch ausgelösten Zündern findet sich die Ursache für einen Defekt oft in der Stromversorgung. Gebrochene oder geknickte Kabel sowie abgelöste und korrodierte Anschlussstellen wie Kabelschuhe oder Lötstellen unterbrechen die Zufuhr.
3. Sauberkeit des Zündkontakts sicherstellen In vielen Fällen besteht die Lösung zur Reparatur der Piezozündung, in einer gründlichen Reinigung des Bauteils. Insektenkadaver, Kalk, Schmutz und Staub verhindern den Funkenübersprung. Ein Piezozünder wirkt defekt, ist aber tatsächlich nur verschmutzt. Ist dies der Fall, reichen Abwischen und Freipusten in vielen Fällen aus. Bei hartnäckigeren Ablagerungen können Sie gepresste Reinigungsluft aus Spraydosen verwenden. Brennbare Reinigungsmittel dürfen keinesfalls verwendet werden. Je nach Bauart und Zugänglichkeit kann auch eine kleine Feile, eventuell sogar Nagelfeile, beim Freilegen der Kontakte hilfreich sein.
4. Trockenlegen des Zündkontakts Ein Defekt des Piezozünders liegt oft an feuchten Kontakten. Klassische Ursache dieser Störung sind im Freien aufgehängte Durchlauferhitzer oder außen aufgestellte Heizpilze. Hier hilft ein Austrocknen mit einem Föhn.

Sicherheit

Ist der Piezozünder defekt, empfiehlt es sich die Zündeinheit auszutauschen. Materialermüdung an der Keramik ist nie auszuschließen. Als Ersatzteil sind reine Zündungseinheiten mit oder ohne Zündkerze erhältlich. Auch wenn der Zündvorgang relativ simpel ist, kommt der Sicherheit eine hohe Bedeutung zu. Wer nicht hundertprozentig sicher über das Vorgehen ist, sollte Reparatur und Säuberung einem Fachmann überlassen. Auch die Reparatur und der Austauch des im Brenner befindlichen Heizflammenzünders, erfordern die Fachkenntnis eines versierten Handwerkers.