
Wärmepumpen sind umweltschonender als Heizungen mit fossilen Energieträgern. Das Kältemittel sorgt dabei für den Wärmetransport, ist aber oft synthetisch und umweltschädlich. Propan als natürliches Kältemittel macht es besser. Dieser Beitrag erklärt Funktion sowie Vor- und Nachteile.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Propan ist ein natürliches Kältemittel mit sehr geringem Treibhauspotenzial.
- Der Aufbau der Propan-Wärmepumpe entspricht dem anderer Wärmepumpen.
- Propan verdampft schon bei sehr niedrigen Temperaturen und heizt auch im Winter zuverlässig.
- Da Propan brennbar ist, gelten besondere Sicherheitsvorschriften.
Was Propan-Wärmepumpen anders machen
Der Aufbau dieser Wärmepumpen unterscheidet sich nicht von anderen Varianten: Sie nehmen Wärme aus der Luft, dem Grundwasser oder dem Erdreich auf und leiten sie ins Gebäudeinnere, wo sie zum Heizen, zur Erwärmung von Brauchwasser und für ein angenehmes Raumklima genutzt wird. Da keine fossilen Energieträger verbrannt werden, sind die laufenden Kosten gering, und für den Betrieb wird nur Strom benötigt, der idealerweise aus einer Photovoltaikanlage stammt. Der entscheidende Unterschied liegt im Kältemittel: Propan, auch als R290 bekannt, übertrifft viele bisher verwendete Kältemittel in der Umweltverträglichkeit deutlich.
Wie das Propankältemittel arbeitet
Das Kältemittel durchläuft einen Kreislauf. Im Verdampfer nimmt das Propan die Umgebungswärme auf und verdampft, was schon bei sehr niedrigen Temperaturen geschieht. Im Kompressor werden Druck und Temperatur weiter erhöht. Im Kondensator wird das heiße, unter Druck stehende Propan wieder flüssig und gibt dabei die aufgenommene Wärme ab, mit der etwa ein Einfamilienhaus beheizt wird. Anschließend verliert das Kältemittel im Expansionsventil Druck und Temperatur und gelangt wieder in den Verdampfer, wo der Kreislauf von vorn beginnt. Dieses Prinzip entspricht dem anderer Kältemittel, doch Propan bietet einige besondere Vorteile.
Warum Propan umweltfreundlich ist
Im Vergleich zu vielen synthetischen Kältemitteln besitzt Propan ein sehr geringes Treibhauspotenzial, während andere Mittel ein hundert- bis tausendfach höheres Potenzial haben und damit erheblich umweltschädlicher sind. Zudem greift Propan die Ozonschicht nicht an. Die Propan-Wärmepumpe glänzt zusätzlich mit hoher Energieeffizienz, und da das Gas weit verbreitet und leicht verfügbar ist, ist auch die Gewinnung unproblematisch. Diese Eigenschaften machen Propan zu einem zukunftsfähigen Kältemittel, zumal die europäische Regulierung den Einsatz besonders klimaschädlicher synthetischer Kältemittel schrittweise einschränkt.
Leistung und Brennbarkeit
Die guten thermodynamischen Eigenschaften von Propan sorgen dafür, dass das Kältemittel große Energiemengen aufnehmen und effizient wieder abgeben kann, und zwar auch bei sehr niedrigen Außentemperaturen, sodass selbst im Winter zuverlässig geheizt wird. Andererseits ist Propan brennbar, weshalb besondere Sicherheitsvorkehrungen nötig sind. Dies kann die Kosten des Gesamtsystems leicht erhöhen. Grund zur Sorge besteht jedoch nicht, denn durch die Konstruktion ist ein Brand oder eine Explosion praktisch ausgeschlossen.
Sicherheitsvorschriften
Damit es nicht zu Unfällen kommt, gelten zahlreiche Vorschriften und Sicherheitskonzepte. Der Kältemittelkreislauf ist hermetisch abgeriegelt, ein Kontakt mit dem Wasserkreislauf findet nicht statt, sodass das Nutzwasser nicht verunreinigt werden kann. Zudem kommt nur eine geringe Menge Kältemittel zum Einsatz, und es sind Sicherheitsabstände zu Bereichen wie Kellertüren und Lichtschächten vorgeschrieben. Durch diese Vorgaben sind die Geräte insgesamt nicht gefährlicher als andere Wärmepumpenvarianten.
Kosten, Förderung und Hersteller
Da sich der Aufbau kaum von anderen Wärmepumpen unterscheidet und das Propan selbst günstig ist, liegen die Kosten für Anschaffung und Betrieb auf einem ähnlichen Niveau wie bei vergleichbaren Geräten. Ein Vorteil liegt in der Zukunftssicherheit, da klimaschädlichere Kältemittel künftig stärker reguliert und teurer werden. Typische Hersteller, die solche Wärmepumpen anbieten, sind unter anderem alpha innotec, Vaillant, Stiebel Eltron und Buderus. Ein bestes Modell gibt es nicht, da Einsatzort und Zweck über die Wahl entscheiden.
Fazit
Propan ist ein preiswertes und sehr umweltverträgliches Kältemittel, das Energie zuverlässig und effizient transportiert und die Kosten der Wärmepumpe kaum beeinflusst. Eine nachträgliche Umrüstung bestehender Geräte auf Propan ist allerdings nicht möglich, da die Kältemittelkreisläufe geschlossene Systeme sind. Der technische Vorteil von Propan liegt in der Vorlauftemperatur: R290 erreicht problemlos 70 Grad, während ältere Kältemittel bei rund 55 Grad an ihre Grenze kommen. Das macht Propan-Geräte für Bestandsgebäude mit vorhandenen Heizkörpern interessant, weil ein Heizkörpertausch häufig entfallen kann.
Angesichts der zunehmenden Regulierung synthetischer Kältemittel und der Vorteile bei der Förderung setzen immer mehr Hersteller auf Propan als Kältemittel. Für Hausbesitzer, die ohnehin eine neue Wärmepumpe planen, ist das ein guter Zeitpunkt, gezielt nach Modellen mit natürlichem Kältemittel zu fragen. Diese bieten nicht nur ökologische Vorteile, sondern sind auch mit Blick auf künftige Vorschriften eine zukunftssichere Wahl. Ein Vorbehalt betrifft die Aufstellung: Propan ist brennbar, weshalb für die Füllmenge Sicherheitsabstände gelten und Licht- oder Kellerschächte in der Nähe der Aufstellfläche kritisch gesehen werden. Bei Außenaufstellung ist das meist unproblematisch, bei Innenaufstellung begrenzt es die zulässige Füllmenge.
Zusammengefasst ist die Propan-Wärmepumpe eine umweltfreundliche und zukunftssichere Variante, die dank des natürlichen Kältemittels ein sehr geringes Treibhauspotenzial mit hoher Effizienz verbindet. Die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen sind durch klare Vorschriften geregelt, sodass der Betrieb sicher ist. Wer eine neue Wärmepumpe plant, sollte diese Variante in die engere Wahl nehmen und sich fachlich zu den verfügbaren Modellen beraten lassen.
