Ein Schnellentlüfter entlüftet die Heizung automatisch

An den heimischen Heizkörpern befinden sich kleine seitliche Öffnungen die der Entlüftung dienen. Mit einem Vierkantschlüssel wird die im System eingedrungene beziehungsweise entstandene Luft ausgelassen. Der Schnellentlüfter nutzt dabei den physikalischen Umstand, dass die leichtere Luft sich immer über dem Heizwasser sammelt.

Schnellentlüfter Grafik

Neben dem manuell zu bedienenden Entlüfterhahn kann auch ein automatischer Schnellentlüfter eingesetzt werden. Die auch als Luftschrauben bezeichneten Ventile arbeiten mit einem relativ simplen Schwimmersystem. Als Hauptgrund für die seltenere Verwendung der automatischen Entlüfter ist der Verschleiß, der zu häufigeren Störungen und erhöhtem Wartungsaufwand führt. Ein Vorteile hingegen bestehen darin, dass Sie mit einem automatischen Heizkörperentlüfter nicht länger selbst an die Entlüftung der Heizung denken müssen. Zudem sind die Kosten für die Anschaffung gering. So liegt der Preis je nach Hersteller zwischen fünf und zehn Euro.

Schnellentlüfter: Aufbau und Funktionsweise

Luft und Luftblasen sammeln sich in Heizkörpern und Zirkulationssystemen immer oberhalb des Heizwassers. Der Schnellentlüfter ist daher immer so platziert, das er die eingeschlossene Luft rückstandslos auslassen kann. Beim manuellen Entlüfterhahn wird das Ventil einfach geöffnet. Die Luft tritt aus und gibt dem Heizwasser die Möglichkeit, sich auszubreiten. Wenn das Wasser beginnt, aus dem Ventil auszutreten, ist die Luft entwichen.

  • Die Funktion eines Schnellentlüfters mit automatischer Luftableitung übernimmt ein Schwimmer diese Aufgabe
  • Eine Kugel ist in einer Drahtführung gelagert und wird vom Wasser nach oben gedrückt, um die Ventilöffnung zu verschließen
  • Wenn sich Luft um sie sammelt, sinkt sie entsprechend der Wasserverdrängung ab
  • Die Luft entweicht durch die Ventilöffnung, bis die Kugel durch das Heizwasser wieder in die Ausgangslage zurückgedrückt wird

Kleines Bauteil von großer Wichtigkeit

Trotz seiner vermeintlichen Geringfügigkeit, oft wegen der geringen Größe angenommen, sollte das Entlüftungsventil immer auf einwandfreie Funktion geprüft werden. Bei einem Defekt sinkt im harmlosesten Fall die Heizleistung des Heizkörpers, da das Heizungswasser geringeren Ausdehnungsraum zur Verfügung hat. Bei kontinuierlicher Funktionsstörung, beispielsweise, wenn ein Schnellentlüfter tropft, kann der hydraulische Haushalt der gesamten Heizanlage aus der Balance gebracht werden.

Das Austreten von Heizwasser führt zu einer anlagenweiten Veränderung des Wasserdrucks, die neben der Heizleitung auch die Effizienz beeinträchtigt und andere Bauteile wie Pumpen und Ausgleichsbehälter beschädigen kann. Im schlimmsten Fall kann das Ventil platzen und auslaufendes Heizwasser kann einen echten Wasserschaden verursachen.

Sonderfall Brauch- und Trinkwasser

Genauso wie in Heizwasserkreisläufen entstehen auch in geschlossenen Brauch- und Trinkwasserleitungen und Gefäßen Lufteinschlüsse.

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Häufig werden aus hygienischen Gründen Edelstahl Schnellentlüfter eingesetzt, die grundsätzlich genehmigungs- und zulassungspflichtig sind.

Die Funktion des Schnellentlüfters übernimmt in einigen Konstruktionsweisen ein im Wärmetauscher integriertes Ventil. Bei automatischen Schnellentlüftern muss bei Defekten oft der geschlossene Kreislauf geöffnet werden. Das birgt für technische Laien das Risiko, die Zirkulation und deren hydraulische Funktion aus dem eingestellten und optimierten Gleichgewicht zu bringen.

Andere Ventilmodelle

Neben dem Entlüftungshahn und dem Schwimmerventil kann ein Schnellentlüfter auch mit einer Membrane oder einer Quellscheibe betrieben werden.

  • Eine Membrane ersetzt den einfachen Drehöffnungsmechanismus des herkömmlichen Entlüftungshahns
  • Das Aufsetzen eines Entlüftungsschlauchs ersetzt das offene Austreten von Luft und Wasser
  • Eine Quellscheibe übernimmt durch Ausdehnung in nassem Zustand die Funktion des Schwimmers in automatischen Ventilen