Schornsteinabdeckung aus Edelstahl

Auf manchen Schornsteinen sitzt eine Schornsteinabdeckung, auf anderen nicht. Das zeigt schon, dass das Gesetz eine solche Abdeckung nicht vorschreibt, und wirft die Frage auf, warum manche Eigentümer sie dennoch nutzen. Eine Abdeckung schützt vor Regen, Wind und Verschmutzung und kann den Zug verbessern. Wir erklären, wann eine Schornsteinabdeckung sinnvoll ist, welche Arten es gibt und was sie kostet.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Schornsteinabdeckung ist nicht vorgeschrieben, kann aber vor Feuchtigkeit, Wind und Verschmutzung schützen.
  • Sinnvoll ist sie vor allem bei alten, unsanierten Kaminen und in Regionen mit viel Niederschlag oder Fallwinden.
  • Es gibt Ausführungen aus Edelstahl, Kupfer, Keramik oder Beton in verschiedenen Formen.
  • Die Preise liegen je nach Material und Größe meist zwischen 30 und 200 Euro.

Schutz vor Regen: notwendig?

Schornsteine sind Niederschlägen ausgesetzt. Bei einem offenen Kamin gelangen Regen, Schnee und Hagel ins Innere. Feuchtigkeit kann erhebliche Schäden verursachen, etwa eine Versottung, bei der Wasser zusammen mit Teer und Säure in das Mauerwerk eindringt und außen unschöne Flecken hinterlässt. Eine Schornsteinabdeckung schützt davor. Bei modernen Kaminöfen ist eine Versottung allerdings weitgehend ausgeschlossen, da die Kamine witterungsbeständig konzipiert sein müssen und auch starker Regen keine Schäden verursachen darf. Sinnvoll ist eine Abdeckung daher vor allem bei alten, unsanierten Häusern sowie in Regionen mit hohen Niederschlagsmengen.

Windschutz, Zugverstärkung und Optik

Schornsteinabdeckungen schützen nicht nur vor Niederschlägen, sondern auch vor Wind. Gewöhnlicher Wind ist für den Abzug unproblematisch, anders sieht es bei Fallwinden aus, wie sie etwa in bergigen Regionen vorkommen. Sie drücken die Abgase durch das Abgasrohr zurück in den Kamin und behindern den Abzug. Eine Abdeckung verhindert das. Spezielle Ausführungen sorgen zudem für eine Zugverstärkung, sodass die Abgase schneller abziehen. Darüber hinaus setzen viele Eigentümer eine Schornsteinabdeckung als optischen Akzent ein.

Materialien und Formen

Schornsteinabdeckungen werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Am beliebtesten sind Ausführungen aus Edelstahl und Kupfer, die langlebig, witterungsbeständig und rostfrei sind. Ebenso gibt es Abdeckungen aus Keramik, Ziegel oder Beton. Bei den Formen haben sich drei Typen etabliert:

  1. Meidinger Scheibe: eine schlichte Scheibe, benannt nach ihrem Erfinder; einfach, aber wirkungsvoll.
  2. Napoleon-Haube: eine wellenförmige Abdeckung, die im Profil an einen Spitzhut erinnert.
  3. Düsenaufsatz aus Edelstahl: wird in den Kamin gesteckt und muss zum jeweiligen Edelstahlkamin passen.

Zusätzlich stellt sich die Frage, ob die Abdeckung klapp- oder drehbar sein soll. Eine klappbare Abdeckung ist praktisch, wenn der Schornsteinfeger das Kaminrohr von oben inspizieren will, da sie sich zur Seite klappen lässt. Eine drehbare Abdeckung richtet sich stets gegen den Wind und maximiert so den Windschutz.

Kosten und Montage

Die Kosten für Schornsteinabdeckungen halten sich in Grenzen. Eine Abdeckung aus Edelstahl oder Kupfer kostet je nach Ausführung, Größe und Qualität zwischen etwa 30 und 200 Euro. Die Montage lässt sich häufig selbst vornehmen, da das Befestigungsmaterial mitgeliefert wird. Düsenaufsätze werden lediglich in den Kamin gesteckt und sind besonders einfach anzubringen. Bei Arbeiten in der Höhe ist jedoch auf die Sicherheit zu achten, und im Zweifel sollte ein Fachbetrieb die Montage übernehmen. Sinnvoll ist es zudem, die geplante Abdeckung mit dem Schornsteinfeger abzustimmen, damit Zug und Abgasführung nicht beeinträchtigt werden.

Wann sich eine Abdeckung lohnt

Ob sich eine Schornsteinabdeckung lohnt, hängt von der individuellen Situation ab. Bei einem modernen, witterungsbeständigen Kamin ist sie meist nicht nötig. Bei einem alten, unsanierten Schornstein, in niederschlagsreichen Regionen oder bei häufigen Fallwinden kann sie dagegen Schäden verhindern und den Abzug verbessern. Auch als Schutz vor eindringenden Vögeln oder Laub kann eine Abdeckung nützlich sein. Da die Kosten gering sind, ist die Anschaffung in solchen Fällen eine sinnvolle Investition. Wichtig ist, ein zum Kamin passendes Modell zu wählen und die Abgasführung nicht zu behindern, weshalb die Abstimmung mit dem Schornsteinfeger empfehlenswert ist.

Pflege und Kontrolle der Abdeckung

Ist eine Schornsteinabdeckung montiert, sollte sie gelegentlich kontrolliert werden. Vor allem bei Feuerstätten für feste Brennstoffe können sich mit der Zeit Ruß und Ablagerungen an der Abdeckung bilden, die den Abzug behindern. Eine verschmutzte oder verstopfte Abdeckung kann den Zug verschlechtern und im schlimmsten Fall dazu führen, dass Abgase nicht mehr richtig abziehen. Der Schornsteinfeger prüft die Abgasanlage im Rahmen seiner Tätigkeit mit und weist auf mögliche Probleme hin. Bei drehbaren Abdeckungen sollte zudem die Beweglichkeit erhalten bleiben, damit sie sich weiterhin nach dem Wind ausrichten können. Eine regelmäßige Reinigung und Kontrolle stellt sicher, dass die Abdeckung ihren Zweck erfüllt und die Abgasführung nicht beeinträchtigt.

So bleibt die Schornsteinabdeckung über viele Jahre funktionsfähig und schützt den Kamin zuverlässig vor Witterung und Windeinflüssen.

Fazit

Eine Schornsteinabdeckung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, kann aber vor Feuchtigkeit, Wind und Verschmutzung schützen und den Zug verbessern. Bei modernen Kaminen ist sie meist entbehrlich, bei alten, unsanierten Schornsteinen sowie in niederschlags- oder windreichen Regionen dagegen sinnvoll. Ausführungen aus Edelstahl oder Kupfer sind langlebig und mit Preisen zwischen 30 und 200 Euro günstig. Ob klapp- oder drehbar, hängt vom Bedarf ab. Da die Abdeckung den Abzug beeinflussen kann, sollte die Auswahl mit dem Schornsteinfeger abgestimmt werden, damit sie ihren Zweck erfüllt, ohne die Abgasführung zu stören.