
Mit einer Solarheizung unterstützen Sie die Wärmeversorgung Ihres Gebäudes. Den gesamten Bedarf können Sie hierzulande nicht allein solar decken, da die Sonne zu unregelmäßig scheint. Deshalb kombiniert man die solarthermische Anlage mit einem weiteren Heizungssystem, etwa einer Gasheizung, einer Pelletheizung oder einer Wärmepumpe. In der CO2-Bilanz lohnt sich die Solarwärme sofort, finanziell stellt sich die Frage, ab wann sie sich rechnet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Solarthermieanlage für ein Einfamilienhaus kostet inklusive Speicher und Montage grob rund 8.000 bis 12.000 Euro, abhängig von Größe und Ausstattung.
- Die Anlage sollte so dimensioniert sein, dass sie etwa 40 bis 50 Prozent des Wärmebedarfs deckt. Als Faustwert dienen Bewohnerzahl und Wohnfläche.
- Als Einzelmaßnahme wird Solarthermie über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst, in der Regel mit rund 30 Prozent der förderfähigen Kosten.
Die richtige Dimensionierung
Zuerst legen Sie fest, wie groß Ihre Solaranlage sein soll. Kleine Anlagen kosten weniger, erzielen aber auch einen geringeren Effekt. Die Kollektorfläche sollte deshalb passend zur Dachfläche und zum Bedarf dimensioniert sein, sodass Sie damit etwa 40 bis 50 Prozent des Wärmebedarfs abdecken. Als Faustformel gelten zwei Werte: rund ein Quadratmeter Kollektorfläche je Bewohner sowie ein weiterer Quadratmeter je zehn Quadratmeter Wohnfläche. Für ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern und vier Bewohnern ergibt sich so eine Kollektorfläche von etwa 16 Quadratmetern. Zugleich benötigen Sie einen ausreichend großen Speicher, in diesem Beispiel einen Pufferspeicher mit mindestens rund 1.000 Litern.
Die Kosten für ein Einfamilienhaus
Am genannten Beispiel lassen sich die typischen Kosten aufzeigen. Sie setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:
Bestandteil |
Ungefähre Kosten |
| Kollektoren | rund 4.500 Euro |
| Speicher | rund 2.000 Euro |
| Zubehör und Montage (Umwälzpumpe, Steuerung, Installation) | rund 3.000 Euro |
Hinzu kommen jährliche Wartungs- und Betriebskosten von etwa 100 Euro. Die einmaligen Investitionskosten liegen in diesem Beispiel bei rund 9.500 Euro. Bauen Sie neu oder tauschen Sie zugleich das alte Heizsystem aus, müssen Sie für die ergänzende Heizung zusätzlich Geld einplanen. Eine kombinierte Gasbrennwerttherme mit Solarthermie etwa kostet einige Tausend Euro mehr. Die tatsächlichen Preise unterscheiden sich je nach Hersteller und Fachbetrieb deutlich, weshalb sich das Einholen mehrerer Angebote lohnt.
Förderung durch den Staat
Der Staat unterstützt die Solarthermie als Technik auf Basis erneuerbarer Energien. Als Einzelmaßnahme wird sie über die Bundesförderung für effiziente Gebäude durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst, in der Regel mit rund 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Wichtig ist, den Antrag zu stellen, bevor Sie den Auftrag erteilen. Da sich die Förderbedingungen und Sätze ändern können, sollten Sie sich vor der Anschaffung über die aktuell geltenden Konditionen informieren. Die Förderung senkt die tatsächlichen Kosten spürbar und verbessert die Wirtschaftlichkeit der Anlage.
Solarthermie zahlt sich langfristig aus
Die Umwelt entlasten Sie mit einer solarthermischen Anlage sofort, finanziell lohnt sich die Investition nach einem längeren Zeitraum. Bei vielen Anlagen übersteigen die Einsparungen bei den Energiekosten die Investition nach etwa 15 bis 20 Jahren, abhängig von Sonnenscheinstunden, Heizverhalten und der Entwicklung der Energiepreise. Da fossile Energieträger durch den steigenden CO2-Preis tendenziell teurer werden, kann sich die Amortisationszeit verkürzen, weil die eingesparte fossile Wärme an Wert gewinnt.
Photovoltaik als Alternative bedenken
Bei der Planung lohnt zudem der Vergleich mit der Photovoltaik. Da die Preise für Solarmodule stark gefallen sind, entscheiden sich viele Hausbesitzer heute für eine Photovoltaikanlage, häufig in Kombination mit einer Wärmepumpe, statt für eine reine Solarthermieanlage. Die Solarthermie bleibt vor allem dort attraktiv, wo gezielt Wärme für Heizung und Warmwasser bereitgestellt werden soll und die Dachfläche begrenzt ist, da sie je Quadratmeter mehr nutzbare Wärme liefert. Welche Lösung für Ihr Gebäude die wirtschaftlichste ist, hängt von Ihrem Wärme- und Strombedarf, dem vorhandenen Heizsystem und Ihren Zielen ab. Eine unabhängige Beratung hilft, die Optionen sauber gegenüberzustellen.
Wann sich die Investition lohnt
Ob sich eine Solarheizung für Sie rechnet, hängt von mehreren Faktoren ab: der Größe und Ausrichtung Ihres Dachs, Ihrem Wärmebedarf, dem vorhandenen Heizsystem und der Höhe der Förderung. Besonders sinnvoll ist eine solarthermische Anlage, wenn ohnehin eine Sanierung oder ein Heizungstausch ansteht, weil sich die Arbeiten dann bündeln lassen. Auch die eingesparten Brennstoffkosten fließen in die Rechnung ein, und da fossile Energie durch den steigenden CO2-Preis teurer wird, gewinnt die kostenlose Sonnenwärme an Wert. Lassen Sie sich die zu erwartenden Einsparungen und die Amortisationszeit von einem Fachbetrieb individuell berechnen, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können.
Zusammengefasst ist eine Solarheizung eine sinnvolle Ergänzung, um einen Teil des Wärmebedarfs kostenlos über die Sonne zu decken. Die Anschaffung erfordert eine Anfangsinvestition, die sich über die Jahre durch eingesparte Brennstoffkosten und die staatliche Förderung amortisiert. Entscheidend sind die richtige Dimensionierung, ein passender Speicher und die Kombination mit einem geeigneten zweiten Wärmeerzeuger. Mit einer sorgfältigen Planung holen Sie das Beste aus der kostenlosen Sonnenwärme heraus.
Da sich Förderbedingungen und Energiepreise ändern, lohnt sich vor der Anschaffung ein aktueller Vergleich der Optionen. Ein Fachbetrieb oder eine unabhängige Energieberatung kann Ihnen die zu erwartenden Kosten, Einsparungen und Fördermittel für Ihr Gebäude konkret aufzeigen.
So erhalten Sie eine belastbare Grundlage für Ihre Entscheidung und stellen sicher, dass die Anlage optimal zu Ihrem Dach, Ihrem Wärmebedarf und Ihrem vorhandenen Heizsystem passt.
